Tote Babys in Luxemburg

12. November 2015 14:23; Akt: 12.11.2015 18:38 Print

«Und dann ist das Kind plötzlich tot»

LUXEMBURG – Die Mutter des am Dienstag gefundenen Babys ist nicht die einzige Frau aus Luxemburg, die verdächtigt wird, ihr Kind getötet zu haben. Wie kann es dazu kommen?

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Der Tod eines gerade einmal sechs Monate alten Jungen aus Befort ist seit Dienstag das beherrschende Thema in Luxemburg. Grund dafür ist auch, weil die Mutter verdächtigt wird, ihr Kind getötet zu haben. Die Polizei nahm sie nur kurze Zeit nach dem Fund der Leiche in der Weißen Ernz bei Eppeldorf fest. Auch die Mutter der kleinen Bianka aus Petingen, die seit Juli vermisst wird, sitzt wegen des gleichen Verdachts in Untersuchungshaft. «Wieso tut eine Mutter so etwas?», fragen sich die Menschen.

«Relativ verbreitet sind Fälle von Kindesmisshandlung, die zum Tod führen», erklärt Professor Henning Müller, der an der Universität Regensburg im Bereich Kriminologie und Gewaltforschung tätig ist, auf Nachfrage von L'essentiel. So sei etwa vorstellbar, dass eine überforderte Mutter ihr Kind fest schüttelt, damit es aufhört zu schreien: «Und plötzlich ist es tot.» Aus Panik heraus versuchten dann manche, die Leiche verschwinden zu lassen.

«Dass ein Kind hingegen bewusst von der Mutter getötet wird, ist sehr selten der Fall», so der Kriminologe. Deshalb gebe es auch keine allgemein gültigen Erklärungsansätze für ein solches Verhalten: «Bei häufigen Gewaltverbrechen kann man Muster ableiten und so Erklärungen finden. In solch seltenen Fällen muss aber jeweils die individuelle Situation betrachtet werden», erklärt Professor Müller.

(pw/L'essentiel)

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