Geschlechterkampf

02. November 2017 12:37; Akt: 02.11.2017 13:40 Print

Ungleichheiten nehmen auch in Luxemburg zu

LUXEMBURG – Laut Weltwirtschaftsforum haben sich die Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen 2017 zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder ausgeweitet – auch in Luxemburg.

storybild

Erstmals seit zehn Jahren hat laut dem Weltwirtschaftsforum die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen wieder zugenommen. (Bild: DR)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Jahresbericht 2017 des Weltwirtschaftsforums (WEF) – der die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in 144 Ländern der Arbeitswelt, aber auch in Bildung, Gesundheit und Politik analysiert – weist darauf hin, dass die Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen am Arbeitsplatz im aktuellen Tempo erst 2234 verschwinden werden. Im vergangenen Jahr hatten die Experten dafür noch 170 Jahre avisiert.

Im vierten Jahr in Folge hat sich das geschlechtsspezifische Gefälle in der Beschäftigung weiter vergrößert und erreicht das Niveau von 2008, heißt es in dem Bericht. Insgesamt stellt das Jahr 2017 «nach einem Jahrzehnt langsamer, aber stetiger Fortschritte bei der Verbesserung der Gleichstellung der Geschlechter eine Zäsur dar, da sich das globale Geschlechtergefälle zum ersten Mal seit der Veröffentlichung des ersten Berichts im Jahr 2006 vergrößert hat», hebt das WEF hervor. Bei der derzeitigen Rate wird es noch ein weiteres Jahrhundert dauern, bis die globale geschlechtsspezifische Kluft zwischen Männern und Frauen weltweit geschlossen ist. Im vergangenen Jahr betrug der Unterschied noch 83 Jahre.

Auch Luxemburg ist betroffen

Im Jahr 2016 lag Luxemburg auf Platz 34, 2017 liegt Luxemburg nun auf Platz 59 und damit noch weiter zurück als 2006 (56. Platz). Weil viele Länder große Anstrengungen unternommen haben, aber auch weil die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in vielen Sektoren zunehmen. Luxemburg steht zwar auf einem der vorderen Ränge, was die Bildungsparität betrifft, aber in Bereichen wie Wirtschaft und Politik stagniert oder verschlechtert sich die Situation.

So sind beispielsweise nur wenige Frauen in Führungspositionen – 17,7 Prozent der Frauen im Vergleich zu 82,3 Prozent der Männer, stellt das WEF fest. Außerdem existiert nach wie vor ein Einkommensgefälle. Das WEF schätzt das durchschnittliche Jahreseinkommen in Kaufkraftparität auf 70.000 Euro für Frauen und 111.500 Euro für Männer, ein Unterschied von mehr als 60 Prozent. Auch Luxemburgs Politik hat Nachholbedarf. Keine Frau war je Staatsoberhaupt, lediglich vier Frauen sind in der Regierung und gerade mal 17 sitzen im Abgeordnetenhaus.

Kohärenz zwischen politischen und geschlechtsspezifischen Unterschieden

«Im Jahr 2017 ist keine Trendwende bei der Gleichberechtigung mehr zu erwarten», sagt Saadia Zahidi, Mit-Autorin des Berichts. Hinter diesem Rückschlag steht eine wachsende Kluft zwischen Männern und Frauen in den vier untersuchten Bereichen.

«Die Bereiche, in denen geschlechtsspezifische Unterschiede nach wie vor am schwierigsten zu überwinden sind, sind Wirtschaft und Gesundheit, während die politische Kluft dort am größten ist, wo geschlechtsspezifische Unterschiede am stärksten ausgeprägt sind», betont das WEF. Ein Lichtblick am Horizont: Angesichts der aktuellen Trends könnte das geschlechtsspezifische Bildungsgefälle innerhalb von nur 13 Jahren verringert werden.

(MC/L'essentiel/AFP)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John Doe am 03.11.2017 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Anstatt dieses "Teile und herrsche" zu spielen, sollte sich mal um die Ungleichheit der Steuerklassen 1, 1a gegenüber von 2 gekümmert werden. DAS ist nämlich Ungleichheit.

  • Kakamukha am 03.11.2017 02:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche. Was ist denn mit der Gleichberechtigung der Väter in diesem Land? Väter in Luxemburg haben bis heute keinerlei Rechte auf ihre Kinder, weil die Richter die Meinung vertreten, es sei besser das Kinder schlecht bei der Mutter Leben, als gut beim Vater. Notfalls werden die Fakten umgedreht, damit der Vater dumm da steht. ZB. werden Kindesmisshandlungen, mit Hämatome, Schwellungen, herausgerissene Haare etc., durch die Mutter lt Aussage Richterin Meyer als kleinen "Klapps" abgetan oder Kinder mit 12 Jahren werden als dumm dargestellt, wenn sie erklären das sie beim Vater Leben wollen. Sie dürfen dann nicht entscheiden was besser für sie ist, weil sie minderjährig sind, und somit nicht wissen was gut für sie ist. Väter haben nur ein Recht in Luxemburg. Klappe halten und Alimente zahlen.

  • lol am 03.11.2017 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 Superkommentare von euch Kakamukha und Jos. Die Realität präsentiert sich leider so wie beschrieben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • John Doe am 03.11.2017 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Anstatt dieses "Teile und herrsche" zu spielen, sollte sich mal um die Ungleichheit der Steuerklassen 1, 1a gegenüber von 2 gekümmert werden. DAS ist nämlich Ungleichheit.

  • lol am 03.11.2017 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 Superkommentare von euch Kakamukha und Jos. Die Realität präsentiert sich leider so wie beschrieben.

  • Kakamukha am 03.11.2017 02:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche. Was ist denn mit der Gleichberechtigung der Väter in diesem Land? Väter in Luxemburg haben bis heute keinerlei Rechte auf ihre Kinder, weil die Richter die Meinung vertreten, es sei besser das Kinder schlecht bei der Mutter Leben, als gut beim Vater. Notfalls werden die Fakten umgedreht, damit der Vater dumm da steht. ZB. werden Kindesmisshandlungen, mit Hämatome, Schwellungen, herausgerissene Haare etc., durch die Mutter lt Aussage Richterin Meyer als kleinen "Klapps" abgetan oder Kinder mit 12 Jahren werden als dumm dargestellt, wenn sie erklären das sie beim Vater Leben wollen. Sie dürfen dann nicht entscheiden was besser für sie ist, weil sie minderjährig sind, und somit nicht wissen was gut für sie ist. Väter haben nur ein Recht in Luxemburg. Klappe halten und Alimente zahlen.

  • Jos am 02.11.2017 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann es nicht mehr hören. In unserer europäischen Gesellschaft sehe ich keine Benachteiligung von Frauen. Gleiche Bildungschancen, gleiche Arbeitschancen. Ja, bestimmte Berufe werden insgesamt leider schlechter bezahlt, aber für beide Geschlechter. Dass Frauen öfters Teilzeit arbeiten oder wegen Kindern zu Hause bleiben, ist nur schlimm, wenn sie es müssen, nicht wenn sie es wollen. Hier sollte ein gesellschaftliches Umdenken gefördert werden, so dass Frauen UND Männer ohne Karrierenachteile auch mal eine Zeit für die Familie zu Hause bleiben können. Dass Frauen weniger in die Politik gehen...nun ja, nicht jeder mag es. Und mehr Frauen in so genannten Führungspositionen? Gerne. Aber mit allen damit verbundenen Rahmenbedingungen. Und bitte auch den Frauenanteil bei Bauarbeiten, Müllmännern und Fernfahrern erhöhen ebenso wie den Männeranteil bei Kosmetikerinnen, Grundschullehrern und Erziehern. Die Chancen hierzu sollten alle haben, aber bitte niemanden irgendwo hineindrängen.

    • Eine, die es verschl hat am 04.11.2017 07:02 Report Diesen Beitrag melden

      Dann nennen Sie mir bitte mal die Bauunternehmen, die Frauen Anders als für Bürotätigkeiten ein stèles!

    einklappen einklappen