Krise in Luxemburg

13. Juli 2020 16:23; Akt: 13.07.2020 17:25 Print

Integrationshelfer in Luxemburg schlagen Alarm

LUXEMBURG – Die Verbände, die sich für Integration einsetzen, haben enorm unter dem Lockdown gelitten. Einige von ihnen laufen Gefahr, von der Bildfläche zu verschwinden.

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Ein Viertel der Organisationen sieht sogar ihre Existenz gefährdet. (Bild: L'essentiel)

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Gestrichene Projekte und der Rückgang von Spenden bei gleichen Betriebskosten. Angesichts des Stillstands der Aktivitäten, schlagen Verantwortliche des gemeinnützigen Sektors im Bereich der Einwanderung am Montag Alarm. «Wir brauchen Hilfe», sagt Antoni Montserrat, Vorstandsmitglied des Verbindungsausschusses der Ausländerverbände (CLAE). Zumal die Gesundheitskrise und der damit verbundene Lockdown die Arbeit im humanitären Bereich in den vergangenen Monaten quasi gelähmt hat. «Für kleine Strukturen ist es eine Katastrophe. Wir befinden uns in einer wirklich komplizierten Lage», sagt Montserrat.

Zwei Umfragen aus dem Monat Mai haben ergeben, dass 90 Prozent der 125 befragten Verbände in Luxemburg von dieser Krise betroffen sind. Ein Viertel von ihnen sieht sogar ihre Existenz gefährdet. Ironischerweise war das 37. Migrationsfestival, das am 28., 29. Februar und 1. März organisiert wurde, eine der letzten Veranstaltungen mit Publikum in Luxemburg vor dem Lockdown.

48 Prozent der Bevölkerung in Luxemburg

Heute befürchten die Organisationen, die sich ehrenamtlich für die kulturelle Integration und den sozialen Zusammenhalt einsetzen, in Vergessenheit geraten zu sein. «Die Reaktion der öffentlichen Behörden ist der Situation nicht angemessen», so der allgemeine Tonus. Es mangele an Unterstützung, um sich über Wasser zu halten. Zudem gehe das Schreckgespenst weiterer Haushaltskürzungen im nächsten Jahr um. «Es hat keinen Sinn, auf dem Rücken des Verbandsgefüges zu sparen», sagt Anita Helpiquet, Direktorin des CLAE. «Diese Organisationen repräsentieren 48 Prozent der Bevölkerung in Luxemburg. Für Menschen mit Migrationshintergrund sind sie manchmal der einzige Raum für Teilhabe. Sie nicht zu unterstützen, wäre ein Fehler», stellt Antoni Montserrat fest.

Nicole Ikuku, Direktorin der Vereinigung der Luxemburger Nichtregierungsorganisationen, geht noch weiter: Die Wirkung dieser Vereinigungen, «die die Solidarität zum Leben erwecken», erreicht Gemeinden über die Grenzen Luxemburgs hinaus. Die Herausforderung ist groß. Nur sind die Arbeit und die Projekte bestimmter Institutionen wie etwa «Les amis du Tibet», «PassaParola», das «Catala Centre» oder «Handicap International», heute von einer großen Ungewissheit geprägt. Dabei fordert der Sektor «keine Erhöhung der öffentlichen Entwicklungshilfe, sondern nur eine Notfall-Budgetlinie. Und: Dass unsere Rolle, die wir im luxemburgischen Leben einnehmen, öffentlich anerkannt wird».

(nc/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Veri am 14.07.2020 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Fir d'éischt d'lëtzebuergescht als Integratiouns Brems bezeechnen, an elo d'Hand ophalen fir eppes ze kréien??? Wann ech e Bréif vun deenen Organisatiounen an der Boite hunn, kréien se vu mir eng GDPR Mahnung !!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Veri am 14.07.2020 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Fir d'éischt d'lëtzebuergescht als Integratiouns Brems bezeechnen, an elo d'Hand ophalen fir eppes ze kréien??? Wann ech e Bréif vun deenen Organisatiounen an der Boite hunn, kréien se vu mir eng GDPR Mahnung !!!