Police Grand-Ducale

14. Juni 2019 06:54; Akt: 14.06.2019 07:00 Print

«Verfolgungsjagden sind noch immer nötig»

LUXEMBURG – Immer wieder werden die Beamte der Police Grand-Ducale in Verfolgungsjagden verwickelt. Alternativen haben die Gesetzeshüter in vielen Fällen nicht.

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Polizeiautofahrer absolvieren eine spezielle Ausbildung. (Bild: Editpress/Isabella Finzi)

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Wenn die Polizei einen Straftäter mit dem Auto verfolgen muss, entsteht in der Regel eine gefährliche Situation im Straßenverkehr. Das erfuhren auch die Beteiligten der Kollision am vergangenem Montag am Eingang des Tunnel Cents. Nachdem eine Polizeistreife die Verfolgung eines Autofahrers aufnahm, der mit 170 Stundenkilometern an einer Kontrolle vorbeigerast war, kam es dort zu einem Crash zwischen dem Polizeiwagen und einem unbeteiligten Fahrer. Auch wenn die Polizei immer wieder Verfolgungsjagden durchführt, gibt es zu diesem Thema keine Statistiken.

«Da die Polizei für die Verfolgung aller Verbrechen, Vergehen und Verstöße verantwortlich ist, ist sie befugt, innerhalb des Rechtsrahmens mit allen erforderlichen Mitteln einzugreifen, die zur Identifizierung des Täters oder zum Nachweis der Tat führen können», erklärt Serge Muller, Hauptkommissar der Police Grand-Ducale. Die Straßenverkehrsordnung fordert ausdrücklich, die Nutzung einer Sirene und des Blaulichts, um Autofahrer auf den laufenden Einsatz aufmerksam zu machen.

Weiterbildungskurse

Allerdings sind Fahrer im Eildienst – dazu zählen auch Polizeibeamte – nicht verpflichtet, alle Verkehrsregeln einzuhalten. Die Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass sie, falls erforderlich, Verkehrszeichen missachten oder Fahrbahnmarkierungen überfahren dürfen. Für sie gelten keine Geschwindigkeitsbegrenzungen «sofern der Fahrer unter allen Umständen, die Sicherheit aller gewährleisten kann».

Die Polizeibeamten, die hinter dem Steuer sitzen, haben eine spezielle Ausbildung absolviert, erklärt Muller: «Während ihrer Ausbildung müssen sie viel mehr über das Auto und den Verkehr lernen, als der übliche Autofahrer.» Die Überwachungskameras an den Autobahnen dienten lediglich zur Verkehrsüberwachung und könnten nicht zu Fahndungszwecken genutzt werden. «Deswegen sind Verfolgungsjagden noch immer nötig», sagt Muller.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos am 14.06.2019 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Statt auf die Polizei einzuprügeln sollten hier vielleicht einmal höhere Strafen, gerne auch Gefängnis und lebenslanges Fahrverbot für die Raser gefordert werden, die hier unverantwortlich mit 170 km/ h durch einen Tunnel fahren und dann auch noch vor der Polizei abhauen.

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  • Fonsi am 14.06.2019 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Raser soll man nur verfolgen wenn es nicht anders geht. Wichtiger wäre es die erwischten Raser so hart zu bestrafen, dass den meisten Kandidaten aus purer Angst vor den Folgen ( Auto beschlagnahmen, Knast und langer Führerscheinentzug ohne Bewährung ) die Lust aufs Rasen vergeht. Denn so mancher würde dann um nicht seinen Job zu riskieren morgens um 4 aufstehen müssen um zur nächsten Bushaltestelle zu laufen.

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  • Colombo am 14.06.2019 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die Überwachungskameras an den Autobahnen dienten lediglich zur Verkehrsüberwachung und könnten nicht zu Fahndungszwecken genutzt werden.Herr Muller,das war doch wohl ein Witz,oder ist die Polizei so dumm,dass sie keine Digitaltechnik zu nutzen weis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • loshein am 14.06.2019 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle Vergehen? Wieso stehen denn jeden Tag hunderttausend Autos auf der Falschen Seite der Strasse geparkt? Das kann man zu Fuss ahnden. Ausserdem, könnte man das tun anstatt CBD Läden zu kontrollieren, nach der Dekriminalisierung werden sowieso alle Strafen amnestiert.

  • Colombo am 14.06.2019 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die Überwachungskameras an den Autobahnen dienten lediglich zur Verkehrsüberwachung und könnten nicht zu Fahndungszwecken genutzt werden.Herr Muller,das war doch wohl ein Witz,oder ist die Polizei so dumm,dass sie keine Digitaltechnik zu nutzen weis.

  • Jos am 14.06.2019 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Statt auf die Polizei einzuprügeln sollten hier vielleicht einmal höhere Strafen, gerne auch Gefängnis und lebenslanges Fahrverbot für die Raser gefordert werden, die hier unverantwortlich mit 170 km/ h durch einen Tunnel fahren und dann auch noch vor der Polizei abhauen.

    • Jean am 14.06.2019 13:13 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, genau. Die Aussicht auf ein lebenslanges fahrverbot wird jeden Raser dazu bewegen sofort stehen zu bleiben, wenn er verfolgt wird, um seinen Führerschein und sein Auto freiwillig abzugeben. Viel wahrscheinlicher wird es dass jeder vor der Polizei flüchten wird weil er Angst vor der Strafe hat. Selbst wenn die Polizei einen nur auf ein kaputes Bremslicht aufmerksam machen will.

    • Jaern am 14.06.2019 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      Eben! wieso soll das die Schuld der Polizei sein?! Wenn der Vollpfosten gar nicht erst geflüchtet wäre und normal gefahren wäre, wärs ja gar nicht erst dazu gekommen! Wer rasen will soll auf die Rennstrecke und Punkt. Da können die alle rasen nach Belieben ohne Unschuldige in Gefahr zu bringen aber dafür reicht wohl das Hirn und Portemonnaie nicht aus.

    • Jos am 14.06.2019 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wir reden hier von extremen Rasern, also einer Minderheit. Wir reden nicht von einem kaputten Bremslicht. Wäre wohl auch sehr unverhältnismäßig...

    • Jean am 14.06.2019 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      Das ändert nichts an meine Aussage dass bei solchen Strafen erst recht niemand mehr stehen bleibt.

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  • Fonsi am 14.06.2019 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Raser soll man nur verfolgen wenn es nicht anders geht. Wichtiger wäre es die erwischten Raser so hart zu bestrafen, dass den meisten Kandidaten aus purer Angst vor den Folgen ( Auto beschlagnahmen, Knast und langer Führerscheinentzug ohne Bewährung ) die Lust aufs Rasen vergeht. Denn so mancher würde dann um nicht seinen Job zu riskieren morgens um 4 aufstehen müssen um zur nächsten Bushaltestelle zu laufen.

    • Jaern am 14.06.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

      Man sollte überhaupt mal härtere Strafen auf gefährlichere/schlimmere Vergehen setzen. Alle tun ja eben was sie wollen gerade weil sie die momentanen Strafen nicht fürchten.

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  • honga am 14.06.2019 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kameras an den Autobahnen...... Nachtigall ick hör dir trapsen