Illegale Müllhalden

22. Januar 2020 06:58; Akt: 22.01.2020 07:57 Print

Vermüllt Luxemburg das französische Grenzgebiet?

LUXEMBURG/TIERCELET – Wilde Mülldeponien schießen zwischen dem Großherzogtum und Frankreich wie Pilze aus dem Boden. Anwohner und Umweltschützer sind besorgt.

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Die Müllkippen werden oft im grenzüberschreitenden Waldgebiet entdeckt – so wie hier am Rande der französischen Gemeinde Hussigny-Godbrange.

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Mehrere Verbände und Politiker des luxemburgisch-französischen Grenzgebiets sehen eine Gefahr im zunehmenden illegalen Müllhandel in Luxemburg. Es vergeht kein Monat, in dem nahe der Grenze keine verbotene Müllkippe entdeckt wird.

Für Philippe Strappa, ehemaliger Präsident des französischen Umweltverbandes Adet 54, der rund um die französische Gemeinde Tiercelet aktiv ist, ist ein Teil der Schuld auf der luxemburgischen Seite der Grenze zu suchen. Er spricht sogar von «einem Müllhandel aus Luxemburg». Der Abfall von Geschäften und Lebensmittelläden werde im Großherzogtum gesammelt und danach «gegen Bezahlung» in Frankreich abgeladen, so vermutet er.

Um seine Anschuldigungen zu untermauern, verweist der Aktivist auf die große Vielfalt der Abfälle, die zwischen Tiercelet, Thill, Villerupt und Rédange gefunden wurden. «Dabei handelt es sich sowohl um Industrieabfälle, als auch um abgelaufene Lebens- und Arzneimittel. Es wurden sogar Sozialversicherungsnummern gefunden», sagt Strappa.

Für die Tierwelt besonders gefährlich

Während einer halbtägigen Müllsammelaktion kamen mehr als acht Tonnen Müll zusammen. «Drei Tage später wurden im gleichen Gebiet wieder neue Müllkippen entdeckt», sagt er empört. Mit riskanten Folgen für die Umwelt. «Die mit Bakterien und Keimen belasteten Abfälle sind für die Tierwelt besonders gefährlich. Tiere können unter anderem mit Glaswolle oder Asbest in Kontakt kommen. Dadurch werde auch das Grundwasser verunreinigt. Ein ganzes Ökosystem ist somit bedroht», erklärt Verhaltensforscherin Nathalie Lia, die ebenfalls an der Müllsammelaktion teilnahm. Außerdem sei es «eine visuelle Verschmutzung und eine Geruchsbelastung», erklärt Strappa.

Um das Problem zumindest teilweise zu lösen, schlägt er vor, das Gebiet verstärkt zu überwachen und die Schuldigen härter zu bestrafen. «Es ist jedoch nicht die Aufgabe der Verbände, sondern die des französischen Staates», sagt er. Wie steht es mit der Verantwortung Luxemburgs? Für Lia lässt sich nicht bestreiten, dass «Abfallrecycling im Großherzogtum zu teuer» ist. Das Umweltministerium nahm zu dem Thema bisher keine Stellung.

(th/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Egon am 22.01.2020 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wildkameras verstecken und die Fotos der Täter aufs Netz setzen. Dann ist schnell Ruhe.

  • Lulzen Klopp am 22.01.2020 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Natiirlech gin d'Franzousen direkt den Letzebuerger d'Schold... Waat ass mat dem ganzen Dreck deen d'Franzousen hei am alldag hannerloosen (schwätzen vun Zigarettenstepp op der Strooss, Plastiksfläschen etc.)? An et seet jo o schon alles wann een an Frankreich fiirt an do nieft der Autobunnspuer engkeier mei genau kukt, weivill dreck sech do sammelt...

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  • Jopo am 22.01.2020 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sie brauchen eis net fir eist an hiirt Grenzgebitt ze verknaschten, gitt een Daag matt mer an ech weisen ärch wou de Knascht laid dee schnell aus dem Auto an d'Landschaft gehait gët

Die neusten Leser-Kommentare

  • Niemand am 22.01.2020 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache wir kümmern uns um Plastik Verbot.

  • JC am 22.01.2020 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    di doudesch Déieren déi zu Sarregemines op der Drecksdeponie font goufen , waren dat och d'Letzebuerger ???

  • Egon am 22.01.2020 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wildkameras verstecken und die Fotos der Täter aufs Netz setzen. Dann ist schnell Ruhe.

  • Jopo am 22.01.2020 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sie brauchen eis net fir eist an hiirt Grenzgebitt ze verknaschten, gitt een Daag matt mer an ech weisen ärch wou de Knascht laid dee schnell aus dem Auto an d'Landschaft gehait gët

  • Lulzen Klopp am 22.01.2020 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Natiirlech gin d'Franzousen direkt den Letzebuerger d'Schold... Waat ass mat dem ganzen Dreck deen d'Franzousen hei am alldag hannerloosen (schwätzen vun Zigarettenstepp op der Strooss, Plastiksfläschen etc.)? An et seet jo o schon alles wann een an Frankreich fiirt an do nieft der Autobunnspuer engkeier mei genau kukt, weivill dreck sech do sammelt...

    • Pepe am 22.01.2020 14:43 Report Diesen Beitrag melden

      Nëmme richteg datt eise franséische Noper sech opreegt. Viru kuerzem waren Dosenden Artikelen, vu Fransousen déi illegal zu Lëtzebuerg hire Knascht ewech puchen. A mir hu "knaschteg Fransousen" gejaut. Ma, amfong si mir net vill besser...

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