Flut-Katastrophe

30. Juli 2021 06:59; Akt: 30.07.2021 07:03 Print

Verstädterung begünstigt keine Überschwemmungen

LUXEMBURG – Sowohl unabhängige Experten als auch Regierungsstellen weigern sich, einen Zusammenhang zwischen den Überschwemmungen und der Versieglung des Landes herzustellen.

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«Die Überschwemmungen im Juli haben nichts mit der Verstädterung zu tun, oder zumindest hat sie sie nicht verschlimmert», so Claude Schortgen von der Wasserwirtschaftsverwaltung. Auch List-Hydrologe Patrick Matgen bestätigt dies: «Das Verhältnis zwischen dem gemessenen Abfluss in den Flüssen und der Niederschlagsmenge zeigte in ländlichen Gebieten sehr hohe Koeffizienten. Das bedeutet, dass die Auswirkungen der Verstädterung auf nationaler Ebene recht gering waren.»

Obwohl die bebaute Fläche im Großherzogtum laut Statec von 6,3 Prozent des Territoriums im Jahr 1972 auf 14,3 Prozent im Jahr 2019 gestiegen ist, «kann es nur lokal einen Unterschied machen», so Matgen. «Die Schäden sind größer als noch vor einem halben Jahrhundert. Es sind mehr wertvolle Güter betroffen, da die Häuser immer näher an den Wasserläufen stehen», fügt Claude Schortgen hinzu.

Unter Hinweis auf die «enormen Regenmengen», die am 14. und 15. Juli über dem Land niedergingen (MeteoLux registrierte Niederschlagsmengen zwischen 60 und 100 Litern/Quadratmeter), erklärt Nathalie Schmit vom Innenministerium, dass «für jedes zu bebauende Gebiet ein Bodenversiegelungskoeffizient festgelegt wird» und dass «der Bau von Rückhaltebecken obligatorisch ist, um zu verhindern, dass die Abdichtung der Böden die Überschwemmungsphänomene verstärkt.»

(Jean-François Colin/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • niemols fir Eppes Verantwortlech am 30.07.2021 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ass do irgendéen déen sech iwwert des Aussoe wonnert? Se kennen jo net anescht, soss missten se hir ganz Politik zum Ausverkaaf vum Land änneren.

    einklappen einklappen
  • realdusninja am 30.07.2021 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na klar, Bodenversiegelung hat keinen Einfluss. Hauptsache, man muss nix machen und ist nicht verantwortlich. Die Experten sollen sich mal die Alzette in Lux-stadt ansehen, wie schnell das Wasser in dem Kanal bei leichtem Regen dort strömt

  • halop am 30.07.2021 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Natur helt sech erem waat hier gehéiert, do kanneen nach esou vill Étuden maachen wéi een well.

Die neusten Leser-Kommentare

  • @ArmHannes am 01.08.2021 01:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regierungsstellen und sogenannte Experten veraeppeln das einfache Volk und manipulieren zu ihrem Vorteil

  • jimbo am 31.07.2021 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    „Sendung mit der Maus“ op YT behaapt eppes anescht…

  • Valchen am 30.07.2021 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steter Tropfen höhlt den Beton! Kuckt Der mol!

  • Nico am 30.07.2021 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    "Das bedeutet, dass die Auswirkungen der Verstädterung auf nationaler Ebene recht gering waren". auf nationaler Ebene heisst dann aufs ganze Land gesehen oder wie? man kann nicht den Durchschnitt des Landes schauen, wenn Ballungszentren im Focus stehen wo immer mehr bebaut wird.

  • Ja nein jein am 30.07.2021 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nathalie Schmit vom Innenministerium: «...der Bau von Rückhaltebecken obligatorisch ist, um zu verhindern, dass die Abdichtung der Böden die Überschwemmungsphänomene verstärkt.» Ja was denn jetzt? Das Innenministerium sagt es sei sehr wohl der Fall, oder wie soll man den letzten Satz verstehen?