Coronavirus in Luxemburg

18. Oktober 2020 16:24; Akt: 18.10.2020 16:56 Print

«Viele Maßnahmen gegen Corona sind nicht logisch»

LUXEMBURG – Die Regierung hat vorerst keine neuen Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschlossen. Dafür gibt es aus der Opposition Kritik und Zuspruch.

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Xavier Bettel und Paulette Lenert traten am Samstagabend erneut vor die Kameras. (Bild: Editpress)

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Die Ankündigung von Premierminister Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP), dass die Regierung vorerst nicht zu neuen Restriktionen im Kampf gegen das Coronavirus greifen will, sorgte bei der Opposition für eine Überraschung. Die Reaktionen fallen gemischt aus.

«Wir sind davon nicht überzeugt», sagte die Fraktionschefin der CSV , Martine Hansen. Sie ist der Meinung, dass die Regierung «klarere Regeln hätte aufstellen sollen, da viele ist nicht logisch sind». Insbesondere befürwortet sie die Maskenpflicht in den Städten. In der Sache fragt sie sich jedoch, «auf welche Informationen und Statistiken sich die Regierung stützt». Zudem sei nicht klar, weshalb die Regierung «die Presse versammelt und die allgemeine Aufmerksamkeit mobilisiert hat, um nichts zu verkünden». Die CSV-Fraktion in der Abgeordnetenkammer hat gefordert, so bald wie möglich eine Sitzung des Gesundheitsausschusses abzuhalten.

«Weitere Einschränkungen sind im Moment nicht nötig»

Der Pirat Sven Clement zeigte sich ebenfalls skeptisch. «Die Regierung hat eine Pressekonferenz abgehalten, und wir wissen immer och nicht warum» Clement ergänzte, dass es «besorgniserregend» sei, dass der Premierminister «keine neuen Maßnahmen angekündigt hat, während er gleichzeitig sagte, dass er eine weitere Eindämmung um jeden Preis vermeiden wolle». Er hätte es vorgezogen, wenn der Regierungschef «bestimmte Restriktionen verkündet hätte». Die derzeit geltenden Regeln seien zu vage.

Fernand Kartheiser (ADR) ist mit den Ankündigungen der Regierung zufrieden. «Was der Premierminister sagte, verteidigen wir seit langem. Es sollte keine beunruhigende Situation provoziert werden, neue Maßnahmen sind in diesem Stadium nicht notwendig. Es muss ein Gleichgewicht zwischen den Erfordernissen der Gesundheit und der Achtung der Freiheiten bestehen».

Die Abgeordnete plädiert für «einen pragmatischen Ansatz», mit Maßnahmen wie der Ausweitung der Telearbeit anstelle von «symbolischen Maßnahmen, wie dem Tragen von Masken auf der Straße, die fast keinen Zweck erfüllen». Auch David Wagner (Déi Lénk) ist der Meinung, dass weitere «Einschränkungen im Moment nicht notwendig sind». Er fragt sich, «ob die Beschränkungen in anderen Ländern wirklich mit der Pandemie zusammenhängen oder ob sie versuchen, andere Schwächen zu verbergen» – wie zum Beispiel einen Mangel an Krankenhausbetten.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cassandra am 18.10.2020 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angst und Panik sind immer ein schlechter Ratgeber für gute Entscheidungen. Ein Glück dass Bettel/Lenert das auch so sehen und nicht in blinden Aktionismus verfallen wie die Politiker aus anderen Ländern.

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  • Claudio am 18.10.2020 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viele haben es immer noch nicht kapiert. Anstatt auf die von der Politik bezahlten Virologen zu hören wäre es angebracht, auch andere Virologen und Ärzte anzuhören. Die Pandemie ist nicht mehr aufzuhalten. Zirka 70 bis 80% der Bevölkerungen werden infiziert werden. Lockdowns würde das ganze nur um Jahre verzögern. Im Supermarkt infiziert man sich schneller mit Corona als in Bistrots oder Restaurants. Da hat man vieles unter Kontrolle, soweit die Regeln eingehalten werden. Sollten diese aber geschlossen werden, würden noch mehr Personen zu Hause, Parkplätzen oder Wälder, Parties feiern. Und, ein Lockdown kann sich wirtschaftlich kein Land mehr leisten.

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  • Jos am 18.10.2020 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stoppt doch das Rumgemeckere auf die Regierung! Niemand hat den absoluten Plan in dieser Pandemie, da niemand in seinem Leben bisher hiermit Erfahrung haben konnte. Man kann nur auf andere Länder schauen, auf die Meinungen von sogenannten Fachleuten hören und ansonsten "auf Sicht fahren" und bereit zu sein, jederzeit sich an eine neue Situation anzupassen. Bisher Bettel und Lehnert doch gar keinen schlechten Job gemacht. Wer hier meint, er wüsste es besser...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • SERGIOALBERTO am 19.10.2020 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Opposition soll sich in eine Höhle verkriechen und ihr Leben als Höhlengesocks weiterführen.Sind immer am Meckern und haben keine Ahnung von Tuten und Blasen.Sind alles Witzfiguren.Allen voran die CSV,sollten ihren eigenen Laden mal auf Vordermann/frau bringen.Alle zusammen ergeben nicht mal einen halben Juncker

  • Bea Mtin am 19.10.2020 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde Lockdown cool. Man bleibt zuhause und das Gehalt kommt trotzdem.

    • @Bea Mtin am 19.10.2020 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      ja wenn wir Idioten dafür bezahlen...

    • Ëddes am 19.10.2020 14:29 Report Diesen Beitrag melden

      Et geet awer schon drëm fir och vun doheem aus ze schaffen.

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  • Romain Goergen am 19.10.2020 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn nur die Leute die eine Lösung haben hier meckern dürften, wär diese Seite leer. Meckern kann jeder.

  • klibbertmech am 19.10.2020 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn,die Regierung hat richtig reagiert und Basta! Die Angsthasen können sie ja einsperren aber sie sollen uns leben lassen!

  • Anker am 19.10.2020 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sie sollen mol hingoen a soen dat jiddfereen am Land sech muss testen loossen incl. den Grenzgänger. An jiddfereen den Test muss widderhuelen 1 mol am Mount.

    • Ah majo sëcher. am 19.10.2020 10:36 Report Diesen Beitrag melden

      Dat as zwar net méiglech. Wéi sollen se dat dann hikréien???

    • De_Lex am 20.10.2020 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      Testen lossen brengt nett vill. Bleiw doheem wann ett nett dringend ass, haal dech unn d'Regelen, dann klappt daat. Ganz einfach.

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