Länderbericht

21. Juli 2017 13:00; Akt: 21.07.2017 13:08 Print

Was die OECD dem Großherzogtum empfiehlt

LUXEMBURG - Die OECD lobt die Bemühungen Luxemburgs in Sachen Wirtschaft und Soziales. Die Organisation sieht aber auch Verbesserungspunkte.

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Eine Schwachstelle sieht der Bericht der OECD in Luxemburgs Abhängigkeit vom Finanzsektor. (Bild: Editpress)

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Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellt Luxemburg erneut ein Musterzeugnis aus. Dank einer Umverteilungspolitik, «die aus Luxemburg eines der Länder mit der höchsten sozialen Gleichheit in der OECD macht», sei das Leben im Großherzogtum angenehm und das Durchschnittsgehalt hoch. Das geht aus dem neuesten Länderbericht der internationalen Organisation hervor.

Außerdem seien die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und die Arbeitslosenquote in Luxemburg niedrig. Jedoch «liegen die Ergebnisse im Bereich Ausbildung und Kompetenzen weiterhin unter dem Durchschnitt. In anderen Bereichen, zum Beispiel bei der Bekämpfung des Klimawandels und im Energiesektor, gibt es auch Verbesserungspunkte.» Die OECD fordert Luxemburg deswegen auf, ein stärkeres, grüneres und integrativeres Wachstum zu schaffen.

Das Schulsystem soll verbessert werden

Das Wachstum Luxemburgs ist bereits stabil (mehr als 4 Prozent in den kommenden Jahren). Laut der OECD ist der Finanzsektor – der 28 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und 10 Prozent der Beschäftigung darstellt – «befriedigend, jedoch nicht risikofrei». Die OECD begrüßte deshalb die Entscheidung des Großherzogtums, «weniger in den Finanzsektor» zu investieren und mehr «auf die neuen, digitalen Technologien und erneuerbare Energien» zu setzen. In diesem Rahmen soll Luxemburg seine Bemühungen verdoppeln, um die Treibhausgas-Emissionen zu verringern. Die OECD begrüßt den Bau der Straßenbahn und die Erweiterung der Eisenbahnlinie zwischen Luxemburg und Bettemburg. Bedauert wird jedoch, dass die Kraftstoffsteuern nicht erhöht werden. Dies ermutige die Einwohner nämlich nicht, auf ihr Auto zu verzichten.

Um zu verhindern, dass Luxemburg weiterhin vom Finanzsektor abhängig bleibt, soll auch das Schulsystem reformiert und damit mehr Wert auf die Bildung gelegt werden, sodass «das Angebot an Kompetenzen besser an die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt angepasst ist». Laut OECD, sollte Schülern mit Schwierigkeiten eher eine Unterstützung angeboten und persönliche Lernkonten erstellt werden.

Die OECD empfiehlt außerdem, dass das Großherzogtum seine Sozialtransferpolitik ändern soll, da diese weniger qualifizierte, ältere Leute und Frauen nicht dazu ermutige, sich auf dem Arbeitsmarkt einzugliedern. In diesem Bereich müsse zum Beispiel das Angebot der Kinderbetreuung verbessert oder Väter motiviert werden, den Elternurlaub zu nehmen. Diesbezüglich befinden sich derzeit zwei Reformen in Planung.

Um eine bessere Integration zu gewährleisten, lädt die OECD Luxemburg auch dazu ein, für Migranten den Zugang zum Arbeitsmarkt provisorisch zu erleichtern, das Angebot an Sprachkursen kontinuierlich zu erweitern und ihnen den Zugang zu Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst zu erleichtern.

(MC/L'essentiel)

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