Luxemburg

02. Dezember 2020 06:56; Akt: 02.12.2020 10:12 Print

Wegen Corona sah Vater 202 Tage seine Kinder nicht

LUXEMBURG – Wegen der Corona-Pandemie und eines Konflikts mit der Mutter hat ein Familienvater seine sechs- und siebenjährigen Kinder zwischen April und Oktober nicht gesehen.

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Die Pandemie hat auch sehr persönliche Situationen verkompliziert.

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202 Tage: So lange musste ein Familienvater warten, bis er seine beiden Kinder wieder sehen durfte. Am 7. Oktober 2019 wurde am Bezirksgericht Diekirch die Scheidung der Ehe zwischen Julien* und seiner Frau vollzogen. Entschieden wurde, dass die drei gemeinsamen Kinder «abwechselnd im Sieben-Tage-Rhythmus bei einem Elternteil leben sollten».

Dies habe auch bis zu Beginn der Corona-Krise gut funktioniert, wie der Vater L'essentiel gegenüber berichtete. Doch ab dem 23. März 2020 – wenige Tage nach der von der Luxemburger Regierung angekündigten Maßnahmen – sei alles schiefgelaufen. Die Mutter der Kinder habe die «Gesundheitskrise» als Ausrede genutzt, damit die beiden jüngsten Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren bis zur neuen Gerichtsentscheidung bei ihr im Lockdown bleiben.

Und so sei es dazu gekommen, dass Julien seine Kinder ab Anfang April nicht mehr sah. Ein Bericht, der von L'essentiel anhand mehrerer Strafanzeigen und Gerichtsunterlagen bestätigt werden kann. «Sie mussten zusehen, wie ihr Vater wiederholt an der Tür klingelte und ohne sie wieder ging», erklärt einer der Anwälte des Mannes. Ende Mai hatte dieser sogar an die Ministerinnen für Justiz und Familie geschrieben – jedoch ohne Erfolg. Auch die verschiedenen Anträge bei Gericht halfen nicht. Bis vor einigen Tagen.

« Das Wechselmodell hat den Vorteil der Stabilität »

Die Mutter wollte auf Anfrage von L'essentiel keine Stellung beziehen. Vor Gericht gab sie jedoch an, dass «das Verhalten des Vaters eine Veränderung des Verhaltens ihrer Kinder verursacht hätte». Deshalb habe sie das Ende des gemeinsamen Sorgerechts gefordert. Obwohl es in diesem Gerichtsverfahren nicht mehr voranzugehen schien, glaubten Juliens Anwälte dennoch, dass es zu einer Versöhnung kommen könnte. Ein Familientherapie-Bericht kam Ende Oktober zu dem Schluss, dass es «keinen Grund gibt, weshalb der Vater seine Kinder nicht betreuen könnte».

Nach einer Anhörung – Ende Oktober – wurde schließlich beschlossen, dass der Vater seine Kinder «allmählich» wieder betreuen könne und, dass danach Vater und Mutter sich «ab der ersten Woche im Januar 2021» wieder abwechseln würden. «Das Wechselmodell hat den Vorteil der Stabilität, wie sie vor dem Lockdown bestand», sagte der Familienrichter. Eine Geschichte, die uns daran erinnert, wie die allgemeine Lage in diesem Jahr auch einige sehr private Situationen beeinträchtigt hat.

* Name wurde geändert

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pg am 02.12.2020 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde es traurig ???? dass immer auf Kosten der Kinder den Streit von den Elteren geführt wird das dürfte in der heutigen Zeit nicht mehr vorkommen. ich verstehe auch wenn einer der beiden Eltern sich nicht um die KINDER kümmern oder was zu Schulden kommen lassen. Da musste eine Vermittlung des Jugendamt mehr tun aber hier bekommen die Andeutung der Eltern Frau oder Mann zu schnell gehör von den Anwälten. es ist nur traurig dass immer den Kontakt zum Vater und Mutter probiert wird zu unterdrücken. Das ist nicht zum Wohle des Kindes. Jedes Kind hat anrecht auf beide Eltern Da sind unsere Gesetze zu labil

  • VaterHase am 02.12.2020 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist nicht "Normal" das eine Mutter soweit geht. Eine Gute Mutter würde sowas nicht zulassen. Es gibt immer mehr solche fälle und keiner macht was dagegen. Wir Väter dürfen nur zusehen und bezahlen. Und das ist normal ? Eine Frau bekommt überall Hilfe ein mann kann schauen das er sich selbsthilft. Doch wir reden immer wieder von Gleichberechtigung.

  • Vater einer Tochter am 02.12.2020 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Väter nur 2 Rechte haben: Halte die Klappe und zahle die Alimente. Ein Tipp an alle Väter : Achtet darauf das ihr ein URTEIL bekommt UND keine ORDONNANCE. Bei einer ORDONNANCE habt ihr kein Recht zu Klagen. Ich habe das auch nicht gewusst und würde ganz schön verarscht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Titel ass falsch am 02.12.2020 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wegen Corona sah Vater 202 Tage seine Kinder nicht ? Nee, Wegen Verhalten der Mutter sah Vater 202 Tage seine Kinder nicht !! Dat huet näischt mat Corona ze din

  • packtiech am 02.12.2020 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Krass, all diese Kollateralschäden und das alles aufgrund eines harmlosen Viruses!

  • Vater einer Tochter am 02.12.2020 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Väter nur 2 Rechte haben: Halte die Klappe und zahle die Alimente. Ein Tipp an alle Väter : Achtet darauf das ihr ein URTEIL bekommt UND keine ORDONNANCE. Bei einer ORDONNANCE habt ihr kein Recht zu Klagen. Ich habe das auch nicht gewusst und würde ganz schön verarscht

  • VaterHase am 02.12.2020 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist nicht "Normal" das eine Mutter soweit geht. Eine Gute Mutter würde sowas nicht zulassen. Es gibt immer mehr solche fälle und keiner macht was dagegen. Wir Väter dürfen nur zusehen und bezahlen. Und das ist normal ? Eine Frau bekommt überall Hilfe ein mann kann schauen das er sich selbsthilft. Doch wir reden immer wieder von Gleichberechtigung.

  • Pg am 02.12.2020 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde es traurig ???? dass immer auf Kosten der Kinder den Streit von den Elteren geführt wird das dürfte in der heutigen Zeit nicht mehr vorkommen. ich verstehe auch wenn einer der beiden Eltern sich nicht um die KINDER kümmern oder was zu Schulden kommen lassen. Da musste eine Vermittlung des Jugendamt mehr tun aber hier bekommen die Andeutung der Eltern Frau oder Mann zu schnell gehör von den Anwälten. es ist nur traurig dass immer den Kontakt zum Vater und Mutter probiert wird zu unterdrücken. Das ist nicht zum Wohle des Kindes. Jedes Kind hat anrecht auf beide Eltern Da sind unsere Gesetze zu labil