Fingerabdruck im Perso

11. Mai 2018 13:48; Akt: 11.05.2018 14:55 Print

«Wenn die EU das will, zieht Luxemburg mit»

LUXEMBURG – In der EU wird seit einiger Zeit überlegt, Ausweise europaweit einheitlich zu gestalten. Sollte das umgesetzt werden, könnte der Fingerabdruck Pflicht werden.

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Sollte die EU den Fingerabdruck in der Carte d’identité zur Pflicht machen, wird Luxemburg mitziehen. (Bild: DPA)

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In Luxemburg werden im Personalausweis bisher nur wenige biometrische Daten erhoben. Für die Carte d’identité ist lediglich ein Lichtbild und die Unterschrift des Inhabers vorgeschrieben. Dies sei auch im Gesetz verankert, sagt Gilles Feith, Direktor des Centre des technologies de l’information de l’État (CTIE). Im Reisepass hingegen ist der Fingerabdruck längst Standard. «Das liegt aber an den internationalen Regeln und Erfordernissen.» Derzeit sei auch keine Änderung an der bestehenden Regelung vorgesehen.

Allerdings gibt es seit einiger Zeit Vorstöße in der EU, die Personalausweise in Europa aneinander anzugleichen (L’essentiel berichtete). Laut EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos sei es wichtig «die Schrauben anziehen, bis es keinen Raum mehr gibt für Terroristen oder Kriminelle, um Anschläge durchzuführen». Sicherheit heißt also das Schlagwort, unter dem Avramopoulos mehr Daten der Bürger sammeln will.

Datenschutz vs. Sicherheit

«Wenn das auf europäischer Ebene beschlossen wird, müssen wir natürlich mitziehen», sagt Feith. «Die technischen Möglichkeiten bestehen auch schon.» Die Identifikation von Personen sei in Zeiten von Migration und Anschlagsgefahren ein zentrales Thema. Dennoch sei der Datenschutz von größter Wichtigkeit, betont der Direktor des CTIE.

Sollte der Fingerabdruck im Ausweis also tatsächlich zur Pflicht werden, schlägt Feith die gleiche Handhabung vor, wie bei den biometrischen Daten, die jetzt schon erhoben werden: Es solle keine zentrale Datenbank geschaffen werden, in der die Daten der Bürger langfristig gespeichert werden. «Derzeit ist es so, dass die biometrischen Daten nur zu dem Zweck gespeichert werden, das Ausweisdokument zu erstellen. Es ist per Gesetz geregelt, dass die Daten nach spätestens zwei Monaten gelöscht werden müssen», sagt Feith. Diese Handhabung sei auch bei den Fingerabdrücken denkbar.

Im Nachbarland Deutschland ist es bereits heute so, dass der Fingerabdruck im Personalausweis hinterlegt werden kann – bei Einwilligung des Einzelnen. Dieses Prinzip des «user consent» sei in Sachen Datenschutz die richtige Herangehensweise, findet Feith. Jetzt bleibt abzuwarten, wie die EU entscheidet.

(dix/L’essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zog am 11.05.2018 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles gelunn vun eisem staat mat terroristen usw usw dat ganzt do as nemmen inszineiert fir nach mei diktatur an Polizeistaat an ze feieren. Erwescht endlech Vollek

  • dusninja am 12.05.2018 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super, und der MA sagt mir, dass die meisten das nicht, als ich gesagt habe "bin doch kein Verbrecher". Und es ist ja nicht so, dass ein Anis Amri komplett unbekannt war. Und ein Abdelahoud sogar gesucht wurde. Und trotzdem ist er irgendwie nach Paris gekommen. Und ein Amri lustig durch 4 weitere EUländer spaziert. Was soll das also bringen als 1984?

  • Sepp am 11.05.2018 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur, weil die Amis das wollen. Und über die Hintertür EU kann alles eingeführt werden. Man wird behandelt wie ein Verbrecher, nur bei denen ist eine erkennungsdienstliche Behandlung Standard. Ich bin dagegen. RP ist ausreichend.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daweb am 13.05.2018 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doriwwer get sech opgeregt awer jiddwereen dien hei meckert huet e Facebook Konto an azielt do fräiwelleg säi ganz Liewen!

  • Léon am 13.05.2018 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ça n’arrêtera pas les terroristes c’est seulement pour contrôler la population dictature moderne. Le doigt qui a servi pour l’empreinte faudra simplement le brulé légèrement à l’acide

  • Maxim am 12.05.2018 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rem suen ausgin fier eng nei Kuart an gemengen kreien tem gud Arbecht dann ze maan. Mae wei vier et mol wann een all Kuart geif zesummenleen. Carte d‘identite, cns, permis, blutgrupp, perseinlech donne fum Familiären stand. Alles op enger kuart wou iwerall angesaat kann gin. Spidol, police duane, krankenkees, apdikt, dokter asw. Erliechter engem Liewen an wann eppes geschitt dann hun dei Leit och direckt donnen fier mie schnell ze helefen amplatz zb am spidol enner erem en formular auszefellen mat krankheeten allergien asw. Mat soueng Kuart an net nemmen den Fangeroofdrock.

    • Renee am 16.05.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

      @Maxim Oh,en Mensch deen richteg iwerluet huet.Da at as dei allerbeschten Idee wou ech bis elo geliess hun. Ech muss soen dir sidd mir direkt sympatesch.Brengt emol nach e puer esou Saachen,et get nach villes.

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  • Aender am 12.05.2018 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Den nächsten Schrett ass den RFID-Chip ennert der Haut. An wann d'EU daat well, machen mär matt. Waat machen mär dann nach matt enger eegener Regierung ? Quo vadis Letzebuerg ?

  • Ginger Ale am 12.05.2018 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist das Letzte! Fingerabdrücke werden von Kriminellen genommen. Wir sind keine Kriminellen!