In Luxemburg

17. September 2019 07:00; Akt: 17.09.2019 07:17 Print

Wer hat Schuld am verseuchten Flusswasser?

LUXEMBURG – Die Kläranlage in Beggen hatte einen Defekt und leitete Abwasser in die Alzette. Die Ursachen für den Vorfall bleiben auch drei Tage später noch ein Rätsel.

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Die Umweltverschmutzung wird von der Wasserwirtschaftsverwaltung bewertet.

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Drei Tage nach dem Vorfall in der Kläranlage Beggen, bei dem Hunderte von Fischen in der Alzette verendeten, bleiben immer noch Fragen offen. Bekannt sei mittlerweile nur, dass sich ein Ventil geöffnet hatte und dabei kein Alarm geschlagen wurde.

Abwasser sei «17 bis 18 Stunden lang» in die Alzette geflossen, ohne dass es zuvor in der Anlage geklärt worden war, so Simone Beissel, Schöffin der Stadt Luxemburg für den Bereich Wasser. «Dieses Ventil wurde bis zu diesem Wochenende noch nie geöffnet, normalerweise ist es nur für Notfälle zur Ableitung von Regenwasser bei Überschwemmungen vorgesehen», fuhr sie fort. Ein Bericht der Verantwortlichen der Kläranlage soll nun Aufschluss darüber geben, was passiert ist. «Das hätte niemals passieren dürfen», bedauert Jean-Paul Lickes, Direktor der Wasserwirtschaftsverwaltung, der nun die Schadensbewertung abwartet.

Schlafplatz in der Kläranlage

Der blitzschnellen Reaktion eines aufmerksamen Anwohners ist zu verdanken, dass nicht noch mehr Schaden angerichtet wurde. Er alarmierte die Wasserwirtschaftsverwaltung. «Ich werde mich für eine permanente Rundumbetreuung in der Kläranlage einsetzen», sagte Simone Beissel. Sie denke auch darüber nach, «einen Schlafplatz an Ort und Stelle» bereitzustellen.

Der Bericht und die Auswertung werden in den kommenden Wochen erwartet, sie werden es dem Umweltministerium ermöglichen, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, da dieser Vorfall eine Verletzung des Naturschutzgesetzes darstellt. Der Verantwortliche muss dafür bezahlen.

Stadt muss neue Fische einsetzen

Derzeit deutet alles auf eine technische Störung hin, die Verantwortung würde also auf die Stadt fallen, die für die erneute Befischung der Alzette aufkommen müsste. Der Verband der Luxemburger Sportfischer (FLPS) meldete sich am Montagabend ebenfalls zu Wort. In einer Pressemitteilung bedauert der Verband, dass die Kommunikation zwischen den zuständigen Stellen so langsam verlaufe und forderte hierzu eine Untersuchung. Es sei nicht nachvollziehbar, wieso ein offenes Ventil, nach dem heutigen Stand der Technik, solange unentdeckt bleiben könne.

Es müsse eine Untersuchung der Gewässersituation im gesamten Unterlauf der Alzette und der Sauer geben, um die Auswirkungen auf das Ökosystem zu klären, teilte der Verband mit. Sollten auch verpachtete Teile der Alzette vom Fischsterben betroffen sein, so müsse es eine Entschädigung für die Pächter geben, so die abschließende Forderung des Verbandes.

(Maurice Magar/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schnarch am 17.09.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nach 18 Stunden haben sie's bemerkt. Respekt. Das ist rekordverdächtig. Wenn alles so arbeiten würden..

  • Mensch sei Dank am 17.09.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    R.I.P. doudëg Fësch ... sie brauchen an Zukunft net méih ënner dem Mënsch senger Dommheet ze leiden! ... und wenn der letzte Fisch gestorben ... essen wir selbst unsern eigenen Dreck!

  • Manu am 17.09.2019 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Well do kee Privaten oder Firma d'Schold huet, an neischt ze huele gëtt , wäert séier den Deckel op déi Geschicht do kommen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schnarch am 17.09.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nach 18 Stunden haben sie's bemerkt. Respekt. Das ist rekordverdächtig. Wenn alles so arbeiten würden..

  • Manu am 17.09.2019 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Well do kee Privaten oder Firma d'Schold huet, an neischt ze huele gëtt , wäert séier den Deckel op déi Geschicht do kommen.

  • Natürlichkeit ist Trumpf am 17.09.2019 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    wer hat Schuld? ... natürlich der Mensch! wer hat den Schaden? ... natürlich die Umwelt!

  • Mensch sei Dank am 17.09.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    R.I.P. doudëg Fësch ... sie brauchen an Zukunft net méih ënner dem Mënsch senger Dommheet ze leiden! ... und wenn der letzte Fisch gestorben ... essen wir selbst unsern eigenen Dreck!