Digitalwährung

08. Oktober 2021 07:01; Akt: 08.10.2021 07:04 Print

Wie Bitcoin Luxemburger zu Millionären macht

LUXEMBURG – Der Hype um Kryptowährungen hat auch im Großherzogtum Menschen reich gemacht. Die Banken stehen der Sache eher abwartend gegenüber. Der Staat fördert die Technologie.

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Enorm gewachsen: Der Bitcoin-Kurs ist sehr wechselhaft.

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Am Anfang stand die Neugier für «alternative» Technologien. Viele der frühen Bitcoin-Nutzer interessierten sich als Studenten für das neuartige Konzept, das einige als «systemfeindlich» betrachten. Diese Technikfans hatten den richtigen Riecher, wie sich später zeigte. Heute sind sie Millionäre. Fabrice Croiseaux, Geschäftsführer der Firma InTech verfügt über eine lange Erfahrung auf dem luxemburgischen Finanzmarkt. Für L'essentiel blickt er auf die Geschichte von denjenigen, die in Luxemburg mit Kryptowährungen – insbesondere Bitcoin – zu Millionären wurden.

«Sie sind technikbegeistert und haben sich von der fehlenden Regulierung durch den Staat oder ein Finanzinstitut verführen lassen. Am 31. Dezember 2011 war ein Bitcoin 4,7 US-Dollar wert. Wer zu diesem Zeitpunkt 100 Bitcoins (470 US-Dollar) gekauft und sie solange aufbewahrt hat, kommt heute auf ein Vermögen von insgesamt 4,7 Millionen Dollar», erklärt der Krypto-Experte. Auf die Frage, ob Anleger sich heute deswegen in die Finger beißen sollten, lautet seine Antwort: «Ja und nein. Es ist so, als würde man sagen: ‹Hätte ich doch nur diese Zahlen im Lotto gespielt› – aber nach der Ziehung. Damals glaubte niemand, dass der Bitcoin so viel an Wert gewinnen würde», sagt Croiseaux.

Da Luxemburg ein großer Finanzplatz ist, gibt es hierzulande großes Interesse für Kryptowährungen. Trotzdem ist die genaue Zahl der Nutzer von Kryptowährungen schwierig zu beziffern. «In Frankreich besitzen etwa fünf Prozent der Bevölkerung Kryptowährungen, 15 Prozent seien potenzielle Käufer», erklärt Croiseaux weiter. Die meisten Menschen erwerben sie über Handelsplattformen.

Banken sind noch zurückhaltend

Trotz der Nachfrage nach neuen Finanzprodukten positioniert sich der luxemburgische Finanzplatz zu diesem Thema eher zurückhaltend. «Soweit ich weiß, ist Swissquote die einzige Bank, die seiner Kundschaft Finanzprodukte in Kryptowährungen anbietet», erklärt der Experte. Er sei darüber hinaus der Meinung, dass Finanzinstitute «allen Grund haben» sollten, auf «dezentralisierte Finanzprodukte» zu setzen. Dafür sollten sie Fachleute in diesem Gebiet einstellen, um «komplexe Produkte anzubieten, für deren Nutzung kein Finanzinstitut erforderlich ist». Die Zukunft des Finanzwesens liege in diesem Bereich. Trotz Nachfrage von L'essentiel hat sich die Bankvereinigung ABBL nicht zu diesem Thema geäußert.

Der Zurückhaltung der Banken in diesem Bereich steht jedoch im Gegensatz zur Förderung der «Blockchain»-Technologie, die laut Croiseaux in Luxemburg «ziemlich fortgeschritten» sei. Auf einer «Blockchain» werden dezentral Daten gespeichert und verifiziert, ohne dass es einer Zentralinstanz bedarf, Bitcoin basiert auf dieser Technologie.

Potenzielles Spekulationsrisiko

Das Finanzministerium erklärte, dass «die Regierung im Bereich der Blockchain-Technologie sehr aktiv gewesen ist» – und dies seit 2014. «Luxembourg for Finance» sei übrigens aufgefordert worden, eine Taskforce zu schaffen, deren Ziel es ist, die Entwicklung dieser Technologie zu verfolgen. Auch im Bereich der Start-ups sei das Interesse daran groß. Seit 2017 sind 17 Prozent der insgesamt 200 Fintech-Unternehmen in Luxemburg im Bereich «Blockchain» tätig.

Doch die Behörden haben auch die Risiken der Technologie im Blick, die sich etwa durch Spekulationen mit Digitalwährungen ergeben können. So müssen Innovationen «Schritt für Schritt begleitet werden. Was die spekulative Dimension bestimmter Kryptowährungen angeht, so haben die europäischen Aufsichtsbehörden und die luxemburgische Aufsichtskommission des Finanzsektors CSSF schon sehr früh vor den potenziellen Risiken gewarnt», so das Ministerium.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • risiko nemmen risko am 08.10.2021 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    an wannste dei code net mi wees ass alles fort,well dann kennt KEEN drun. dat ass dann PDG (pech dom gaang)

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  • Crypto4Winners am 08.10.2021 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ok

  • Crypto4Winners am 08.10.2021 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @vertias Neicht verstaanen. Keng assurance kennt fier dech op, wanste Sch*iß gebaut hues, SCHON guer net wann Alkohol am Spill war/ass.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ech sin ët nëmmen ... am 09.10.2021 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Bekannter von mir hat sich rezent abzocken lassen von einer deutschen Internet-"Firma", denen er sein gesamtes liquides Vermögen (im 6-stelligen Bereich) zur Konvertierung in digitale Bitcoins anvertraut hat. Wie von seiner Lebenspartnerin verlautet, verfügt er weder über Adresse, noch Telefonnummer der "Firma" ... (alles mehr als verworren, scheint mir!) - Also der langen Schreibe kurzer Sinn: das Geld scheint "weg" zu sein. Und so fragen wir uns einmal: WAS IST DUMMHEIT ? - Ach ja, Polizei und "Police Judiciaire" ermitteln ... Na dann, Mahlzeit!

    • Besserwisserboy am 11.10.2021 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      Da kann aber jeder so blöd sein wie er will wenn man "irgend einer Firma" sein Geld anvertraut. Zuerst informieren, dann investieren!

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  • Megawatt am 08.10.2021 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blockchain Technologie verschlingt riesige Mengen an Strom und feuert deshalb den Klimawandel an.

    • Marco p. am 10.10.2021 01:42 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt zum Teil. Nicht die Blockchain Technologie an sich ist der große Stromfresser, sondern das Mining von Coins.

    • Besserwisserboy am 11.10.2021 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn man keine Ahnung hat, sollte man doch besser einfach nichts sagen...

    • Daniel am 11.10.2021 14:17 Report Diesen Beitrag melden

      Zu erst einmal muss man unterscheiden von welchem Projekt man spricht. Sie pauschalisieren dass auf die Technologie, was schon einmal eine komplette Falschaussage ist und von Grund auf verkehrt ist! Projekte wie XRP verschlingen so gut wie keinen Strom oder NANO, um nur 2 zu nennen! Es ist immer wieder interessant zu lesen wie schlecht die Meisten informiert sind, aber zu jedem Thema eine Meinung haben und damit interessierte Menschen Unwahrheiten erzählen/verbreiten! Bester Tipp: Recherchieren Sie selbst und glauben Sie nicht solchen dummen Kommentaren!

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  • Crypto4Winners am 08.10.2021 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ok

  • Crypto4Winners am 08.10.2021 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @vertias Neicht verstaanen. Keng assurance kennt fier dech op, wanste Sch*iß gebaut hues, SCHON guer net wann Alkohol am Spill war/ass.

    • Veritas am 08.10.2021 15:31 Report Diesen Beitrag melden

      Dovun ofgesinn, dass dir mein Numm falsch geschriwwen hudd, giff ech iech unroden, mein Kommentar nach eng Kéier duerchzeliesen. Bëscht Gréiss.

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  • risiko nemmen risko am 08.10.2021 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    an wannste dei code net mi wees ass alles fort,well dann kennt KEEN drun. dat ass dann PDG (pech dom gaang)

    • Veritas am 08.10.2021 11:14 Report Diesen Beitrag melden

      Waat eng Logik. Dann hues du dech aawer och saublöd ugestallt. Daat ass wéi een Auto kaafen, keng Casco dropmaachen, an en dann besoffen an den Bam kéieren. Et soll een op séng Saachen oppassen.

    • John Doe am 08.10.2021 11:56 Report Diesen Beitrag melden

      vill leit hun walletdaten halt op eng text datei, excel etc gespeichert, dat as schnell schief gaang

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