Mit der Polizei unterwegs

09. Dezember 2019 07:00; Akt: 09.12.2019 10:55 Print

Wie gefährlich ist Esch bei Nacht?

ESCH/ALZETTE – Heißes Pflaster oder Klischee? Was geht in der Stadt vor sich, wenn es dunkel wird? Unsere Reporterin hat eine Streife bei der Nachtschicht begleitet.

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Um 22 Uhr beginnt die Arbeit für Luca und Christoph. Nachtschicht bedeutet für die Polizisten, auf den Straßen Eschs und Umgebung nach dem Rechten zu sehen. «Acht Stunden reichen nicht, um jede einzelne Ecke zu kontrollieren», sagen sie. Deshalb gilt, sogenannte Hotspots anzufahren, zum Beispiel den Parc Municipal, gleich hinter dem Bahnhof. Nicht nur Drogenschmuggler kommen gerne hier her. Manchmal brennt Licht in einem Auto auf einem verlassenen Parkplatz, ein nackter Po ist zu sehen. Sex? «Das kommt vor.» Aber nicht heute. «Wir reden nur», antwortet das Pärchen im Pkw.

Nicht geredet wird im «White» in Fötz. Massenschlägerei in der Disco, heißt es. Am Ende haben sich «nur» drei Leute gekloppt. «Das passiert immer wieder, jemand ruft an und redet von Massenschlägerei, damit wir ja schnell kommen.» Schnell sind die Polizisten. Eine Frau wählt den Notruf, weint hysterisch. Ihr Mann bedroht sie mit einem Messer. Acht Kilometer weiter und zwei Minuten später bringen Luca und Christoph den Mann ins Krankenhaus. Selbstmordgefährdet.

Zur gleichen Zeit kommt es in der Rue d’Audan* zu einer Messerstecherei mit mehreren Verletzten. Hier, im Centre Hospitalier Emile Mayrisch, kreuzen sich häusliche Gewalt und Messer-Eskalation. Drei Männer mit blutverschmierten Gesichtern müssen genäht werden. Bei einem Mann klafft eine offene Wunde in der Wange, die Zähne schimmern hindurch, so tief ist der Schnitt.

Christoph schiebt ein Patientenbett durch den Flur. Polizisten sind manchmal auch Krankenpfleger. Fast zwei Stunden verbringen die Beamten hier, um 3.30 Uhr tummeln sich etwa 25 Betrunkene, Verletzte und Leidende im Warteraum. «Ich fühle mich hilflos», sagt Luca, der vor dem Behandlungszimmer Wache steht. «Wir müssten eigentlich draußen sein, wir werden dort gebraucht.»

* Update: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass sich die Messerstecherei in einem Kebap-Laden ereignet habe. Diese Informationen wurden unserer Reporterin während der Nachtschicht mitgeteilt. Der Besitzer des Geschäfts erklärt nun, dass sich die Gewalteskalation auf der Rue d'Audan ereignet habe.

(Franziska Jäger/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arme Arbeiter gibt es auch in Luxemburg am 09.12.2019 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eben eine ganz normale Nacht in Esch, Wilkommen in Esch\Alzette

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  • Gerd am 09.12.2019 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    an zu Ettelbreck ren drem Gare, do as et net vill besser.

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  • jimbo am 09.12.2019 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann manner Idioten geifen dStroossen als Rennplatz mëssbrauchen, wären och genuch Polizisten do vir dSëcherheet op aneren Platzen ze garanteieren. Merci un all Polizist, deen sech deen Misère Dag vir Dag undeet!

Die neusten Leser-Kommentare

  • sputnik am 10.12.2019 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Trauerspiel seitens der Regierung. Esch mit einer Einwohnerzahl von über 30000 hat lediglich 65 Polizisten auf vier Posten, heißt maximal mit Urlaub und eventuell Krankmeldungen ist Esch durchschnittlich mit 12-14 Polizisten besetzt. Wie soll das im Sinne und Schutz des Bürgers funktionieren?? Diese Regierung mit den Grünen ( Bausch) haben total im Sinne der luxemburger schaffenden Menschen komplett versagt. Hat nichts mit Rassismus,adr 0der gar Rechts zu tun, wenn man sich als Steuerzahler seine Meinung äußert und der Regierung den Vorwurf macht, ihr kümmert euch mehr um die Probleme vom afrikanischen Kontinent als um ihre Großeltern,Väter, Mütter und Kinder hierzulande. Im übrigen, liebe Freunde der csv, ihr könnt es auch nicht, da ihr planloses Gerede und nur Populismus in der Opposition verbreitet . Wo sind die junkers, Thorns, Werners, santers, poos usw.? Im Moment sieht man nur Selbstdarsteller , die mit Fotoshootings,Händen, Füßen und Ellenbogen ihre Stellungen verteidigen.! Irgendwie und irgendwann verliert man das Vertrauen an die regierenden Politiker und fühlt sich verlassen und alleine gelassen.

    • John Doe am 10.12.2019 10:04 Report Diesen Beitrag melden

      Zitat: "Wo sind die Junkers, Thorns, Werners, Santers, Poos usw.?" Das sind doch diejenigen, welche die Weichen für die heutige Situation gestellt haben. Wie kann man nur glauben, dass Politiker Probleme lösen... Sie schaffen Probleme und geben dann vor eben diese Probleme lösen zu wollen. Aber es klappt nicht, im Gegenteil. Übrigens: Dieser Beitrag ist freie Meinungsäusserung meinerseits, garantiert und geschützt durch die universellen Menschenrechte.

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  • jimbo am 09.12.2019 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann manner Idioten geifen dStroossen als Rennplatz mëssbrauchen, wären och genuch Polizisten do vir dSëcherheet op aneren Platzen ze garanteieren. Merci un all Polizist, deen sech deen Misère Dag vir Dag undeet!

  • Norb am 09.12.2019 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keen Escher Poblem

  • svendorca am 09.12.2019 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    mir sin nach eng kleng Verbriecher-Nation, déi wirklech Verbriecher setzen op ganz aaner Plaatzen héi am Land!..waat esch net verstinn ass, am Frankreich sinn Police déi an deenen gewessenen Hotspots enerwee sin mindestens mat 4 Mann enerwee!..keen wonner dass eén an engem kléngen Ländschen villes ennert den Teppesch kieren kann, soos géiw een nach méi domm do stoen..

  • Gerd am 09.12.2019 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    an zu Ettelbreck ren drem Gare, do as et net vill besser.

    • Gerda am 09.12.2019 12:03 Report Diesen Beitrag melden

      Chicago. Dofir wellen se d'Gare jo ofrappen.

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