Mobilität in Luxemburg

28. August 2019 10:00; Akt: 03.09.2019 10:15 Print

E-​​​​Trottinette: Gut für die eigene CO2-​​​​Bilanz?

LUXEMBURG – Die kleinen Roller erobern Luxemburgs Straßen. Laut eines Umweltexperten haben sie eine schlechte Umweltbilanz. Doch in Luxemburg geht seine Rechnung nicht auf.

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In Berlin oder Paris prägen die elektrischen Flitzer derzeit das Stadtbild. In Deutschland heißen sie E-Scooter. In Luxemburg nennt man sie E-​​Trottinette. Und noch etwas ist anders: In Berlin oder Paris boomt der Verleih. Nicht so in Luxemburg. Lydie Polfer, Bürgermeisterin von Luxemburg-Stadt, hat den Verleih mit Verweis auf die Zustände in Paris ausgeschlossen. Dennoch sind die E-​​Trottinettes auf dem Vormarsch. Denn viele Hauptstädter haben sich ihren eigenen zugelegt. Praktisch scheinen sie also zu sein. Aber sind sie auch gut für die Umwelt?

Nach Einschätzung des deutschen Umweltpolitikers Michael Thews haben sie eine schlechte Umweltbilanz. «Mein erster Eindruck von der Nutzung der E-Scooter ist, dass sie für Strecken genutzt werden, die sonst zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr zurückgelegt wurden. Ihren eigentlichen Zweck, die CO2-Bilanz zu verbessern, erfüllen sie also nicht», sagte er der Zeitung Rheinische Post.

Das deutsche Umwelt-Bundesamtes bestätigte diese Einschätzung. Die gefahrenen Strecken seien meist sehr kurz und könnten auch mit dem Rad, zu Fuß oder mit Bus und Bahn bewältigt werden, sagte die Präsidentin der Behörde, Krautzberger, der Deutschen Presse-Agentur. Im Vergleich zu Fahrrädern seien E-Roller die deutlich umweltschädlichere Variante. Sinnvoll sei daher eine Stationierung der Roller an den Stadträndern. Hier könnten sie für die lange Strecke in das Zentrum das Auto ersetzen.

Die E-​​Trottinettes als Elektroschrott

Sind die Fahrer also Umweltsünder? Nicht in Luxemburg. Denn ein weiterer Knackpunkt ist: In den Städten, in denen die E-​​Trottinettes verliehen werden, werden die Leihgaben häufig so miserabel behandelt, dass sie schon nach wenigen Monaten als Elektroschrott entsorgt werden müssen. «Mit Blick auf die Ökobilanz ist das nicht sinnvoll. Für defekte E-Scooter muss es dringend ein Reparatur- und Recyclingkonzept geben», mahnt Thews daher an.

Dieses Problem hat Luxemburg nicht. Da die Roller hier meist das Eigentum ihrer Fahrer sind, werden sie pfleglicher behandelt und haben daher auch eine längere Lebensdauer. Wie heißt es doch? Eigentum verpflichtet. Share Economy dagegen verleitet viele Nutzer offenbar zur Zerstörung. Und die Lebensdauer entscheidet mit über die Nachhaltigkeit eines Produktes.

Ökobilanz hui – Nutzerverhalten pfui?

Hinzu kommen Probleme im Straßenverkehr, da E-​​Trottinettes bisher nicht in der Straßenverkehrsordnung vorgesehen sind. Laut dem Luxemburger Wort wird sich eine Arbeitsgruppe des Mobilitätsministeriums mit dem Thema befassen, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer – einschließlich Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer – zu gewährleisten.

Ein mögliches Beispiel, wie eine solche Regulierung aussehen kann, gibt es in Deutschland. Hier ist die Geschwindigkeit der Roller auf 20 km/h begrenzt. Fahrer sind zudem verpflichtet, die Radwege zu benutzen und benötigen eine Versicherung. Nur eine Helmpflicht, die gibt es für die Fahrzeuge bisher nicht.

Der Police Grand-Ducale liegen derzeit keine Erkenntnisse über gestiegenen Unfallzahlen mit den elektrischen Flitzern vor, das ergab eine Nachfrage von L'essentiel.

(Marlene Brey/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heini am 29.08.2019 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin vor 2 Wochen in Frankfurt zwei mal 5 Km damit gefahren.Läuft gut und ist interssant die Stadt zu enddecken.Auf dem Fahradweg ist es etwas holperig,aber nicht so gefährlich wie auf der Strasse.Winker und Bremsleuchte wären nicht schlecht,man kan die Hände nicht vom Lenker nehmen.Die Roller werden Nachts gesammelt und aufgeladen.An sich nicht schlecht,aber die Stückzahl in der Stadt sollte limitiert sein.

  • Greta am 28.08.2019 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die Dinger gehören VERBOTEN !!

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  • Horst Seppl am 29.08.2019 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    das ist wieder so ein lala-Artikel...Über Ökobilanz schwadronieren und dann mit keinem Wort Ressourcenverbrauch bei Herstellung/Strom mit einbeziehen...fast jedes industriell hergestellte Produkt ist erstmal lange nicht umweltschonend.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heini am 29.08.2019 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin vor 2 Wochen in Frankfurt zwei mal 5 Km damit gefahren.Läuft gut und ist interssant die Stadt zu enddecken.Auf dem Fahradweg ist es etwas holperig,aber nicht so gefährlich wie auf der Strasse.Winker und Bremsleuchte wären nicht schlecht,man kan die Hände nicht vom Lenker nehmen.Die Roller werden Nachts gesammelt und aufgeladen.An sich nicht schlecht,aber die Stückzahl in der Stadt sollte limitiert sein.

  • Horst Seppl am 29.08.2019 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    das ist wieder so ein lala-Artikel...Über Ökobilanz schwadronieren und dann mit keinem Wort Ressourcenverbrauch bei Herstellung/Strom mit einbeziehen...fast jedes industriell hergestellte Produkt ist erstmal lange nicht umweltschonend.

  • Phil am 29.08.2019 01:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gréngen Hypie an Freak Blödsinn. Gehéieren all an de Schredder!

  • Julie am 28.08.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Mich wundert nur dass noch keiner mit einer Drone in die Stadt fliegt, schliesslich bekommt man die teilweise noch billiger zu kaufen als Elektroroller

  • kaa am 28.08.2019 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warden mir mol watt am Wanter passéiert, ob a Schnéi, Reen, Niwwel, etc. et nach emmer sexy ass matt der Trottinette ennerwee ze sin?

    • Knouter am 30.08.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      bei dem Wieder wier et ech bescheuert fir domadder ze fueren

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