Sexueller Übergriff

11. Oktober 2021 06:58; Akt: 11.10.2021 07:03 Print

«Wie konnte er in die Schule gelangen?»

HESPERINGEN – Eltern beschreiben in einem Brief die tiefe Betroffenheit, die die Familien seit dem sexuellen Übergriff auf eine Grundschülerin am Donnerstag erfasst hat.

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Eltern, die sich zu Wort melden, fordern Maßnahmen, um ähnliche Vorfälle zu verhindern.

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«Wie kann jemand auf das Schulgelände gelangen und sich in den Toiletten verstecken? Was sagen wir den Mädchen, die nicht mehr auf die Toilette gehen wollen, weil sie Angst haben, ‹dem bösen Mann› zu begegnen? Welche Maßnahmen werden zur dringenden Sicherung der Schule der Kinder ergriffen?» In einem offenen Brief an Bildungsminister Claude Meisch (DP) und den Bürgermeister von Hesperingen, Marc Lies (CSV), der am Sonntag an L'essentiel geschickt worden ist, schreibt ein Elternteil eines Schülers der Grundschule in Hesperingen von den tiefen Gefühlen, die die Familien seit dem sexuellen Übergriff auf eine Schülerin des Zyklus 2 am Donnerstag erfasst haben.

«All unsere Gedanken sind bei ihr und ihrer Familie», heißt es in dem Schreiben. Am Donnerstagmorgen, vor 9 Uhr, war ein Mann, der nach Angaben der Grundschuldirektion «berechtigt ist, einen Schüler einer Klasse zu begleiten», in die Schultoiletten eingedrungen und soll dort ein Mädchen angefasst haben. Dieses habe die Lehrerin alarmiert und sei anschließend der Polizei betreut worden, schreibt das Ministerium für nationale Bildung. Dort versichert man, dass «die betroffene Klasse von Lehrern betreut wurde, die der ‹Groupe de Support Psychologique› zugeordnet sind».

«Wir neigen dazu zu glauben, dass wir sicher sind»

Der Mann wurde identifiziert und festgenommen. «Eine Ermittlung ist im Gange», bestätigt die Polizei. Was die Sicherheit des Gebäudes betreffe, habe die Stadtverwaltung «Maßnahmen geplant, um eine Wiederholung zu vermeiden», so das Ministerium. Unseren Informationen zufolge haben Eltern zwar Zugang zur Früherziehung, nicht aber zur Grundschule. «Wir, die Eltern, haben unsere Kinder harte, schockierende und brutale Worte sagen hören. Die Kinder waren den ganzen Tag im Beisein von Polizeibeamten in der Schule, ohne dass ein Elternteil kontaktiert wurde. Wie können wir Kinder, die Angst haben, beruhigen, wenn wir Eltern nicht informiert sind?», heißt es in dem Brief.

«Wir haben 24 Stunden nur mit den Informationen verbracht, die wir von unseren Kindern bekommen haben», erzählt eine andere Mutter. Allerdings hätten Schule und Polizei «ihr Bestes geben müssen» – nicht zuletzt, um die Identität des Opfers zu schützen. Sie fordert ein Verbot für Eltern, die Schule zu betreten, «sogar in den ersten Jahren. Die Anwesenheit von Sicherheitspersonal und dauerhafte Sicherheitsmaßnahmen im ganzen Land, weil so etwas überall passieren kann. Wir neigen dazu zu glauben, dass wir in unserem kleinen Luxemburg sicher sind, aber wir müssen das Böse überall sehen und Maßnahmen treffen.»

Viele Eltern haben sich am Wochenende gefragt, wie sie mit ihren Kindern darüber sprechen sollen. «Sie als gewählte Mandatsträger, wir Eltern brauchen Ihre Hilfe», schließt der Brief.

(Nicolas Martin und Marion Chevrier/L'essentiel)

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