Die Rentner aus dem Jahr 2050

05. Dezember 2012 12:56; Akt: 05.12.2012 17:22 Print

Wie viel Rente bekomme ich eigentlich?

LUXEMBURG - Wann gehen Sie in Rente? Und wie viel bekommen Sie? Die Reform, über die das Parlament heute abstimmt, bringt Rentnern von Morgen Einbußen oder eine längere Arbeitszeit.

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Mit 65 oder lieber ein bisschen länger arbeiten für mehr Geld im Ruhestand? Diese Frage wird sich stellen müssen, wer in Zukunft in Rente geht.

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Haben Sie sich um Ihre Rente gekümmert?

Als Rentner in Luxemburg lebt es sich heute sehr gut. Ein Rentner hat 85 Prozent seines durchschnittlichen Nettolohns zur Verfügung. Das ist viel im Vergleich zu den Nachbarländern: In Belgien und Deutschland beträgt die Rente nur 42 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns, in Frankreich liegt sie bei etwa der Hälfte.

Drei Jahr länger arbeiten für die volle Rente

Doch mit der Rentenreform wird sich das ändern. Diese Neuerungen dürften die Abgeordneten am Mittwochnachmittag im Parlament verabschieden.

Was ändert sich?

Wer künftig in Rente geht, tut dies immer noch nach 40 Jahren Arbeit. Das Rentenalter bleibt bei 65 Jahren. Aber wer diese Regeln befolgt, muss mit Einbußen von bis zu 15 Prozent bei den Bezügen rechnen. Für die vollen Bezüge muss drei Jahre länger, also 43 Jahre, gearbeitet und in die Rentenkasse einbezahlt werden.

Wie viel Geld bleibt Ihnen als Rentner?

Wie hoch Ihre Rente wird, kommt nicht nur darauf an, wie viel Sie durchschnittlich bis dahin verdienen, sondern auch, wann Sie angefangen haben zu arbeiten. Denn die Rentenkürzungen treten schrittweise in Kraft. Wer heute anfängt zu arbeiten und 2052 in Rente geht, bekommt weniger staatliche Rente als wer schon sein halbes Arbeitsleben hinter sich hat und sich etwa 2030 zur Ruhe setzt. Es sei denn, er arbeitet länger.

Wir rechnen mit Hilfe von Simulationen der Angestelltenkammer CSL vor, wie viel Rente Ihnen 2030 oder 2052 bleibt, wenn Sie nicht drei Jahre länger arbeiten wollen:

Der Mindestlohnverdiener: etwa 1800 Euro im Schnitt

- Sie sind heute Ende 30: Sie haben bereits im Alter von 17 Jahren angefangen zu arbeiten. Sie arbeiten Ihr Leben lang zum Mindestlohn. Dies heißt, Sie dürfen laut Gesetz schon mit 57 Jahren in Rente gehen: 1 700 Euro pro Monat werden dann auf Ihr Konto fließen. Das sind 77 Euro weniger als heute. - Sie fangen 2012 an zu arbeiten: Sie gehen im Jahr 2052 in Rente und arbeiten bis dahin zum Mindestlohn. 1 616 Euro pro Monat werden dann auf Ihr Konto fließen. Das sind 167 Euro weniger als heute.

Der Gutverdiener: etwa 4500 Euro

- Sie sind heute Anfang 40: Sie gehen etwa 2030 in Rente. Ihre Rente liegt dann bei 3846 Euro. Das sind 121 Euro weniger als ein heutiger Rentner mit gleichem Durchschnittseinkommen. - Sie fangen 2012 an zu arbeiten: Sie gehen im Jahr 2052 in Rente. Dann liegt Ihre monatliche Rente bei 3572 Euro. Das sind 396 Euro weniger als Sie heute als Rentner mit gleichem Einkommen bekommen würden.

Der Besserverdiener: etwa 6000 Euro

- Sie sind heute Ende 30 und haben lange studiert: Sie wollen mit 60 Jahren im Jahr 2030 in Rente gehen. Dann haben Sie 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt. Sie erhalten dann eine Rente von 4092 Euro pro Monat, das sind 214 Euro weniger als Sie heute bekommen würden. - Sie fangen jetzt an zu arbeiten: Wenn Sie 2052 in Rente gehen, bekommen sie monatlich 3827 Euro, das sind 480 Euro weniger als Sie heute als Rentner unter gleichen Bedingungen bekommen würden.

Wer für mehr Rente nicht länger arbeiten will, kann sich diese Zeit auch mit einer privaten Zusatzversicherung «erkaufen». Worauf die Rentner von morgen bei der Privatvorsorge achten müssen, lesen Sie hier.

(sb/L'essentiel Online)

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