Jean Asselborn

08. Januar 2020 07:52; Akt: 08.01.2020 12:28 Print

«Wir Europäer sind sehr nah dran am Nahen Osten»

Die Angst vor einer Eskalation zwischen dem Iran und den USA wächst. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn setzt auf Deeskalation.

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Mindestens zwei von amerikanischen Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak sind nach US-Angaben mit Raketen aus dem Iran angegriffen worden. (Bild: DPA/Andrew Harnik)

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Nach dem iranischen Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak wächst die Angst vor einer weiteren Eskalation und einem möglichen Krieg.

Jean Asselborn sagte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am Mittwochmorgen, er glaube, weder die USA noch der Iran hätten derzeit ein Interesse an einem breitflächigen militärischen Konflikt. Asselborn nannte den iranischen Angriff eine «dosierte Antwort». Es seien keine Menschen verletzt worden, der Iran habe Stärke zeigen wollen. Das erklärt auch, warum die Raketen um 2 Uhr morgens abgeschossen wurden – um die Opferzahl klein zu halten.

Auch was die weitere Reaktion der USA anbelangt, zeigte er sich optimistisch und verwies auf die Antwort von Nancy Pelosi. Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses twitterte am Morgen nach dem iranischen Angriff, Amerika und die Welt könnten sich keinen Krieg leisten.

Der Ton des iranischen Außenministers, aber auch die Reaktion Donald Trumps auf die Angriffe waren auffallend zurückhaltend. «So far, so good», twitterte der US-Präsident. Wirklich berechenbar ist die Lage dabei nicht. Die USA hätten keine Strategie für den Nahen Osten, sagte Asselborn. Und fügte selbstkritisch hinzu, dasselbe gelte für die Europäische Union.

Die Rolle der Europäer

Für Freitag ist ein Sondertreffen der EU-Außenminister angesetzt. Laut Asselborn gibt es derzeit vor allem ein Ziel: Deeskalation.

«Wir als Europäer, das muss man den Menschen auch sagen, bestimmen nicht die politische Agenda von Donald Trump. Und wir Europäer haben auch nicht die Möglichkeit, den Iran in seinen militärischen Antworten zu zügeln. Wir sind keine Militärmacht. Aber ich glaube, dass es Europa durch seine Geschichte und die Kultur in der Europäischen Union fertigbringen kann, ein Partner zu sein – für den Iran und natürlich für unseren Partner die USA.« In einer ersten Phase ginge es nun vor allem darum, die Spirale der Gewalt zu stoppen.

«Wir Europäer sind geografisch sehr nah dran am Nahen Osten», gab Asselborn zu bedenken. «Dass die USA das Atomabkommen kaputt geschlagen haben, wird in den nächsten Jahren noch sehr weh tun.» Aufgabe der EU sei daher, den Iran anzuspornen, die Vorgaben des Atomabkommens nicht komplett zu missachten.

(Marlene Brey/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kritiker am 08.01.2020 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Assdelborn soll lieber über die Folgen seiner EU-Politik nachdenken, dann wird er merken, dass Europa an dieser Eskalation nicht ganz unschuldig ist; denn schließlich haben es sich die Amerikaner im deutschen Lande sehr bequem gemacht u. beherrschen vom deutschen Boden aus die östlichen Krisengebiete u. deutsche Politik wird von der EU voll u. ganz gefördert u. unterstützt, zumal die deutsche Bundesregierung den Iran hoffiert!!!

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  • Jack am 08.01.2020 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Här Aasselborn an seng europäesch Amtskolleegen sin mat drun Schold dofir d'Schmull kuffen.

  • Jack am 08.01.2020 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Et as en Spackert an bleiwt een.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Phil am 11.01.2020 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Deem Mann ass net nozelauschteren. Hien misst schon säit 10 Joer an der Pensioun sin.

  • Jack@hujum am 09.01.2020 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    It doesn't just seem like this, it is.

  • Léon am 09.01.2020 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Asselborn toujours les mêmes commentaires en plus ça n’intéresse personne.

  • Jchmk am 09.01.2020 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schéckt d'EU an Hartz 4 an duerno Luxexit

  • hujum am 08.01.2020 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Eu is acting like a puppet of the United States