Frankreich/Luxemburg

11. Juni 2019 07:00; Akt: 11.06.2019 10:12 Print

«Wir können hören, wie die Hühner sterben»

ESCH/ALZETTE – Seit zwei Jahren beklagen sich Bewohner aus Esch über Hühner, die in Schrebergärten eingesperrt sind. Es stinke, sagen sie. Und es wimmle nur so von Ratten.

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«In einigen Gartenhäuschen sind Hühner eingesperrt. Bei der Hitze, die wir letzte Woche hatten, ist das unerträglich. Schon jetzt stinkt es, dann sind da die Ratten, die immer mehr werden. Und wir können teilweise hören, wie die Hühner verenden», erzählt ein Bewohner der Rue de Belval in Esch-sur-Alzette gegenüber L'essentiel.

Seit zwei Jahren monieren die Escher die Situation, die in den Schrebergärten herrscht. Immer wieder haben die Anwohner reagiert und die Stiftung La Fondation Brigitte Bardot in Frankreich eingeschalten, die sich daraufhin vor Ort umgeschaut hat. Am vergangenen Mittwoch war es wieder so weit. «Wir mussten feststellen, dass viele Hühner in den Baracken eingeschlossen sind, das ist bei der Hitze unzumutbar für die Hühner, in einigen Fällen fanden wir auch Ziegen vor – ohne Trinkwasser oder ausreichend Nahrung», sagt Bernadette Rohrer, von der Stiftung, die die Örtlichkeiten inspiziert. 500 bis 1000 Tiere sind in etwa 100 Baracken untergebracht, schätzt sie.

«Wir wissen nicht, wer die Eigentümer sind

«Die Problemgärten befinden sich auf französischem Gebiet. Die Gemeinde Esch-sur-Alzette hat daher keine Kontrolle darüber», erklärt der Escher Schöffe für Umweltbelange, Martin Kox (Déi Gréng). Die Schrebergärten seien vor Jahren durch ArcelorMittal Esch in den Gemeinden Esch/Alzette und Audun-le-Tiche in Frankreich ins Leben gerufen worden. «Es gibt keine Mietverträge. Wir wissen nicht, wer die Eigentümer dieser Grundstücke sind», erklärt der Pressereferent von ArcelorMittal Luxemburg indes.

Fall ist am Dienstag erneut Gesprächsthema

Die französische Gendarmerie teilte mit, dass ein Verfahren auf den Weg gebracht worden sei. Außerdem sei ein Tierarzt bestellt worden. Man würde nun die Ergebnisse abwarten. Inzwischen beschäftige sich auch die Staatsanwaltschaft mit dem Fall. Aus der Stadtverwaltung von Audun-le-Tiche hieß es, dass für den heutigen Dienstag ein Treffen mit dem Rathaus von Esch sowie ArcelorMittal geplant sei. Man wolle endlich zu einer Lösung kommen.

(Marion Mellinger/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Iris Gläser am 11.06.2019 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum werden die Tiere nicht einfach gerettet und abtransportiert? Der Besitzer wird sich schon melden, wenn ihm sein "Eigentum" fehlt. Und wenn er neue Tiere anschafft, gleich wieder beschlagnahmen. Wenn er gesehen wird, gleich die Polizei rufen und schon hat man den Übeltäter. Einfach mal das eigene Gehirn benutzen, anstatt sich hinter Zuständigkeiten zu verstecken!

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  • Julie am 11.06.2019 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Der Bürger bezahlt Steuern für Beamte die nix tun, unabhängig auf welcher Seite der Grenze. Die Tiere sollten einfach beschlagnahmt werden ! wo ist das Problem ?

  • Ee Witz! am 11.06.2019 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    D'Leit beschwéieren sech schons seit 2 Joër an et ass nach näischt geschitt?Si wëssen nach ëmmer nët wiem daat Grondstéck gehéiert?Si wäerden Situatioun nach of?Op wat wäerden se datt d'Henger all dout sinn?An och fir d'Leit déi do wunnen wéint de Kadaveren an Krankheeten...Sollen d'Gesetzer nët déi schützen déi sech nët wiere können?D'Wouerecht ass datt daat d'Autoritéiten nët interesséiert an datt nach ëmmer Gesetzer fir den Déiereschutz ee Witz sinn.An dann wellt Europa sech ziviliséiert nennen.Et gett eréischt eppes ënnerholl wann et an der Press steet.Einfach nëmmen traureg.Et kritt een d'Flemm wann een esou eppes gesäit oder héiert well wann een et dann mellt geschitt oft näischt an d'Déieren ginn einfach hierem Schicksak iwerlooss..Hunn déi Leit kee Gewëssen???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • @Blinche am 12.06.2019 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Behörde wëssen jo Bescheed...mee et geschitt näischt zënter 2 Joër.Et well keen zoustänneg sinn...

  • and_schar am 11.06.2019 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese Tiere müsste man einfach nur retten schlimm sowas

    • Blinche am 11.06.2019 19:23 Report Diesen Beitrag melden

      melden,damit die Behörden Bescheid wissen. Danke, bin aus dem Norden,sons hätte ich das getan

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  • Pia am 11.06.2019 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wei wouer iris an all aanere kommentator waat eng schaan vu welt :(

  • Iris Gläser am 11.06.2019 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum werden die Tiere nicht einfach gerettet und abtransportiert? Der Besitzer wird sich schon melden, wenn ihm sein "Eigentum" fehlt. Und wenn er neue Tiere anschafft, gleich wieder beschlagnahmen. Wenn er gesehen wird, gleich die Polizei rufen und schon hat man den Übeltäter. Einfach mal das eigene Gehirn benutzen, anstatt sich hinter Zuständigkeiten zu verstecken!

    • brigitte schoettert am 11.06.2019 21:24 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig Iris. Aber die liebe Bürokratie lässt das nicht zu. Egal op Mensch oder besonders bei Tieren. Da gehen sie voll nach dem Gesetz. :( Die Tiere einfach da raus nehmen wäre die humane Lösung. Doch wie du schon geschrieben hast, der Besitzer wird sich schon melden wenn ihm sein "Eigentum" fehlt. Und davor haben sie Angst. Der verklagt die dann nämlich wegen Diebstahl. Richtig wäre, wenn er/die sich melden, dass er/die eine saftige Strafe wegen Tierquälerei bekommen. Dazu braucht man aber Eier (in der Hose, nicht von den Hühner) um das Tierschutzgesetz auch auszuführen.

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  • Julie am 11.06.2019 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Der Bürger bezahlt Steuern für Beamte die nix tun, unabhängig auf welcher Seite der Grenze. Die Tiere sollten einfach beschlagnahmt werden ! wo ist das Problem ?