Hochwasser in Luxemburg

19. Juli 2021 11:52; Akt: 19.07.2021 12:45 Print

«Wir konnten die Vorhersage kaum glauben»

LUXEMBURG – Nach dem Starkregen und den damit verbundenen Überschwemmungen im Großherzogtum in der vergangenen Woche hat das Umweltministerium am Montag Bilanz gezogen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Als wir am Montag die Regenvorhersagen für die nächsten Tage sahen, konnten wir es nicht glauben», sagte Christine Bastian, Leiterin der Abteilung Hydrologie der Wasserwirtschaftsverwaltung, bei der Pressekonferenz des Umweltministeriums am Montagmorgen. Schließlich ging es darum, nach den verheerenden Starkregen in der vergangenen Woche und den damit verbundenen «historisch» Überschwemmungen im ganzen Land Bilanz zu ziehen.

«Es ist ganz einfach: Wir haben an fünfzehn Messstationen die jeweils höchsten Werte gemessen, seit es diese Stationen gibt», sagte Christine Bastian. «Wir können schon sagen, dass wir an zehn Stationen ein hundertjähriges Hochwasser haben.» Die Regionen mit den höchsten Hochwasserständen waren nach Ministeriumsangaben die untere Sauer mit Echternach, Rosport, Steinheim. Aber auch in Mersch, wo die Alzette, die Mamer und die Eisch zusammenfließen – und überall entlang der großen Flüsse.

«Das ist der höchste Stand seit 1854»

Weil es auch schon an den Tagen zuvor viel geregnet hatte, waren die Böden bereits sehr nass. «Während des Unwetters erreichten wir dann den traurigen Rekord von 105,7 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden», sagte Christine Bastian: «Das ist der höchste Wert seit 1854.» Zudem sei alles sehr schnell gegangen. Am Dienstag sei die Wachsamkeitsphase eingeleitet worden, am Mittwoch um 12 Uhr mittags sei das Land in Alarmstufe gewesen. Nur fünf Stunden sei der Alarm ausgelöst worden. Kurz: «Es regnete schnell, stark, lange und auf bereits nassen Boden», sagte Bastian. Deshalb habe sich das Wasser gestaut und die Pegel seien gestiegen.

Christine Bastian blickt nicht sehr optimistisch in die Zukunft. «Nach den großen Hochwassern von 1993 und 1995 wurden Schutzmaßnahmen ergriffen, vor allem in Echternach, aber vergangene Woche stieg der Wasserstand darüber hinaus», sagte Bastian, die darauf hinwies, dass mit dem Klimawandel auch mit viel intensiveren Regenfälle zu rechnen sei. «Wir werden in den kommenden Jahren viel mehr Überschwemmungen haben», meinte sie.

Das Ministerium befände sich derzeit mitten in einer öffentlichen Anhörung zum neuen Hochwassermanagement-Plan. Aktuell gehe es aber darum, «Erste Hilfe» zu leisten, «damit die Betroffenen in ihre Häuser zurückzukehren können – mit unbürokratischen Lösungen», unterstreicht Ministerin Carole Dieschbourg. Deshalb sei das Hochwasser zur Naturkatastrophe erklärt und Hilfe auf den Weg gebracht worden.

(Severine Goffin/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.