Grossherzogin Maria Teresa

25 mars 2019 07:00; Act: 25.03.2019 07:09 Print

«Wir müssen unbedingt etwas unternehmen!»

LUXEMBURG – Am 26. und 27. März findet das Forum «Stand, Speak, Rise Up» über «Vergewaltigung als Kriegswaffe» statt – eine Initiative von Großherzogin Maria Teresa.

op Däitsch
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L'essentiel: Warum haben Sie sich für das internationale Forum «Stand, Speak, Rise Up – To end sexual violence in fragile environments» engagiert?

Maria Teresa: Es gab in London eine große Konferenz über Vergewaltigung als Kriegswaffe. Nach Jahren hat sich nichts geändert. Vor zwei Jahren hielt Dr. Denis Mukwege in der Philharmonie eine Konferenz an der ich teilnahm. Ich bewundere ihn schon seit längerer Zeit. Er war sogar schon im Palast zu Gast. Als ich ihn fragte, wie ich ihm helfen könnte, erzählte er mir von der Bewegung der überlebenden Frauen aus der ganzen Welt, die er gegründet hat. Diese Frauen – Opfer von Vergewaltigungen in Kriegsgebieten – hatten den Mut über ihr Unglück zu sprechen. Sie hatten das Bedürfnis, sich darüber zu äußern. Sie mussten zu Wort kommen.

Deswegen das zweitägige Forum in Luxemburg?

Absolut! Ich habe an zahlreichen Konferenzen teilgenommen und habe mich immer gewundert, wieso die eigentlichen Betroffenen nie zu Wort kommen und im Mittelpunkt stehen. Es gibt zwar zahlreiche Spezialisten, die über das Thema sprechen können, aber man hört nie die wirklich Betroffenen. Bei diesem Forum werden die Überlebenden mit ihren eigenen Geschichten im Mittelpunkt stehen. Diese Konferenz soll zu Veränderungen führen und zwar nicht nur mit guten Absichten, sondern mit konkreten Maßnahmen.

Es ist ein sehr schwieriges Thema, schwieriger als die Mikrofinanzierung...

Ich habe mich schon immer im Rahmen meiner Tätigkeit bei Unesco und Unicef engagiert. Ich wollte schon immer den ärmsten Frauen helfen, beispielsweise mit der Mikrofinanzierung. Meine Reise nach Bangladesch in Begleitung von Pr. Yunus führte zur Einrichtung mehrerer Mikrofinanzplattformen und Labels – darunter LuxFLAG. Aber das Thema Vergewaltigung als Kriegswaffe übertrifft alles.

«Ihre Geschichten gehen über den Horror hinaus»

Warum liegt Ihnen das Thema so am Herzen?

Wegen den überlebenden Frauen. Etwa 50 davon werden am Forum teilnehmen. Sie sind meine Gäste. Sie sind bereits seit einer Woche eingeflogen, um sich hier anzupassen und sich wohl zu fühlen. Sie werden in jedem Seminar und Workshop zu Wort kommen.

Sie haben diese Opfer getroffen und sich mit ihnen ausgetauscht.

Ihre Geschichten sind schrecklich, grausam und bewegend – sie gehen über den Horror hinaus. Wir haben zusammen geweint, aber auch gelacht. Diese Frauen wurden vergewaltigt, gefoltert, verstümmelt... Sie haben Dinge erlebt, die unvorstellbar sind. Ich bewundere sie, weil sie die Kraft haben, weiterzugehen und den Mut haben, für alle anderen darüber zu berichten.

Wie konnten sie solche Schrecken überleben?

Ich habe keine Ahnung... Vielleicht für ihre Kinder. Oder aus Wut. Vielleicht ist es auch der Wunsch nach Gerechtigkeit, der sie aufrechterhält. Ich nenne sie meine «großen Schwestern» und fühle mich neben ihnen wirklich sehr klein. Ihre Lebenskraft und ihr Mut ist einfach bewundernswert.

«Tabu aufheben und Straffreiheit anprangern»

Daher Ihr Wunsch, den Kampf für diese Frauen zu führen...

Ich möchte sie in ihrer Erholungsphase unterstützen. Und ich möchte vor allem, dass alle mithelfen, um ihnen das Leben zu vereinfachen. Sie brauchen unheimlich viel Anerkennung. Wir müssen unbedingt etwas unternehmen!

Ist man sich dieser Tragödie noch nicht bewusst genug?

Es wird zu wenig darüber gesprochen. Dr Mukwege teilte mir mit, dass der Friedensnobelpreis, den er erhalten hat, einen Unterschied machte, da man ihm heute eher zuhört. Früher gab es nur ein großes Unbehagen. Das Gesprächsthema wurde schnell beendet. Dieses Forum soll dazu dienen, die Tabus zu brechen und die Straffreiheit derjenigen anzuprangern, die für diesen Horror verantwortlich sind. Wenn weitergeschwiegen wird, wird das Phänomen sich noch verschlimmern. Die Wahrheit muss raus. Das Bewusstsein muss geweckt werden, damit reagiert und gehandelt wird. Dank meiner Position kann ich dem Gehör verschaffen. Wenn ich es nicht tue, wer sonst?

(L'essentiel)

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