Banken in Luxemburg

21. September 2018 11:15; Akt: 21.09.2018 11:23 Print

«Wir sind überhaupt keine Steueroase mehr»

LUXEMBURG – Die von den Privatbanken des Landes verwalteten Vermögen nehmen weiter zu, wie ein Bericht der ABBL Private Banking Group vom Freitag zeigt.

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Der Brexit ist "mehr eine Chance als eine Gefahr", so Pierre Etienne (Mitte), Präsident der PBGL. (Bild: L'essentiel)

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Die Private Banking Group Luxemburg (PBGL) der ABBL (Association des banques et banquiers, Luxemburg) vereint 57 Akteure der Branche, darunter 50 Banken. Die verwalteten Vermögen belaufen sich auf 363,4 Milliarden Euro und lagen damit um 0,7 Prozent über dem Vorjahreswert, wie die am Freitagmorgen vorgelegten Zahlen zeigen. «Das mag auf den ersten Blick etwas enttäuschend erscheinen, aber es ist eher eine Phase der Konsolidierung nach sehr starkem Wachstum», sagt Pierre Etienne, Präsident der PBGL. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 ist das Volumen der verwalteten Vermögen um 61 Prozent gestiegen.

Der Umsatz des Sektors belief sich 2017 auf 1,74 Milliarden Euro, ein Plus von 5,5 Prozent – während die Zahl der Beschäftigten um 1,1 Prozent von 26.149 um 6659 zurückging. Was die Kundschaft betrifft, gibt es kleine Änderungen, aber im Wesentlichen bleibt sie europäisch. Kunden mit einem Vermögen von mehr als fünf Millionen Euro sind zahlreicher und werden «von der Stabilität und der Lage des Landes» angezogen, so Pierre Etienne.

«Wir haben das Steuergeheimnis nicht mehr, also mussten wir uns neu erfinden und effizientere Produkte anbieten, um weiterhin nachhaltiges Wachstum erzielen zu können. Diejenigen, die wegen des Steuergeheimnisses zu uns gekommen waren, verlassen uns».

Der Brexit ist «mehr eine Chance als eine Gefahr»

Luxemburg fungiert zunehmend auch als Drehscheibe für das Private Banking mit Banken aus der Schweiz und China, die sich auf den gesamten europäischen Markt ausgerichtet haben. Dieses Phänomen könnte sich mit dem Brexit verstärken. «Es ist mehr eine Chance als eine Gefahr», bewertet Etienne. «Ein harter Brexit wäre eine Gelegenheit, zumindest wenn er in einem moderaten Tempo durchgeführt wird. Wenn es zu schnell geht, wird es für ein kleines Land wie Luxemburg schwierig sein, davon zu profitieren».

Zu den Prioritäten des PBGL, der die Reformen nach der Krise, die Bekämpfung der Geldwäsche und sogar die zunehmende Digitalisierung weiter «verdauen» will, gehört auch die Förderung des Großherzogtums auf internationaler Ebene, einschließlich der Muttergesellschaften der Banken. «Die Wahrnehmung Luxemburgs ist stark verzerrt. Wir sind überhaupt keine Steueroase mehr», sagt Etienne.

«Wir müssen Luxemburg besser an unsere Muttergesellschaften vermarkten, sowohl im Bezug auf das Know-How, als auch für die Lebensweise. Es ist nicht einfach, Menschen nach Luxemburg zu bringen, um dort zu arbeiten und zu leben. Aber sobald sie hier sind, wollen sie nicht mehr weg. Es ist sehr schön hier».

(jw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bitcoin am 21.09.2018 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    an se komnen awer nach a scharen ugelaaf , bleiwt bei der wuoerrigt , dat nennt een fake news

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  • allergie-à-la-bêtise am 23.09.2018 00:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    do wees jo anscheinend een richtig gudd bescheed: dann nennt mir w.eg. mol d'nimm vun de industriebetrieber an déi genau Beträg.

  • Wouerescht deet Wei am 21.09.2018 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nee haabtsach Industrie kritt al Joers Milliarden vun euros a form vun Steierkadoen

Die neusten Leser-Kommentare

  • strainchamps am 23.09.2018 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    waat e Quatsch .op de Banke selwer gi couren organiseiert fir Auslännesch client hannert dem Steieramt laanscht ze bedingen .Alles Liggen vun de Banke selwer matt der Politik ennert enger Decken,ech keint k.....

  • allergie-à-la-bêtise am 23.09.2018 00:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    do wees jo anscheinend een richtig gudd bescheed: dann nennt mir w.eg. mol d'nimm vun de industriebetrieber an déi genau Beträg.

  • Tweety am 21.09.2018 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Also sind wir Luxis doch eine gewesen,oder wie soll der kleine Bürger das verstehen??? Eine zweideutige Aussage oder. Geld war schon immer ein schmutziges Geschäft,und es wird immer eins bleiben,nur die Geschäftsideen werden angepasst an die Weltlage also wird auch Luxusburg sich was neues einfallen lassen ,um im großen Spiel mit spielen zu können. Die Spielregeln werden ja von Menschen erfunden,also passen wir die Regeln an das Spiel an und nicht umgekehrt!!

  • Wouerescht deet Wei am 21.09.2018 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nee haabtsach Industrie kritt al Joers Milliarden vun euros a form vun Steierkadoen

  • Saupreis am 21.09.2018 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau. Luxemburg ist keine Steueroase mehr, und alle in Luxemburg habe bezahlbaren Wohnraum

    • Dusninja am 21.09.2018 17:32 Report Diesen Beitrag melden

      Bezahlen kann man den Wohnraum, Man muss nur das richtige Gehalt haben. Und die in Luxemburg wohnen können ihren Wohnraum bezahlen, sonst wohnen sie bereits in D oder F.

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