Tragödie am Weihnachtsmarkt

26. November 2019 11:54; Akt: 26.11.2019 16:42 Print

Zeugen sahen Eisfigur vor dem Unglück schmelzen

LUXEMBURG-STADT – Eine Mutter und ihre Tochter waren am Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt. Sie fotografierten sich selbst vor der tödlichen Eisskulptur.

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Am Tag nach dem Tod eines zweijährigen Kindes durch eine umfallende Eisskulptur auf dem Weihnachtsmarkt am Knuedler in der Hauptstadt wird Christiane* weiterhin von der «unvorstellbaren» Szene verfolgt, die sie miterlebt hat. «Ich sehe das Gesicht des Kindes, ich höre die Schreie der Mutter. Heute Nacht werde ich kein Auge zu tun», erklärte die Luxemburgerin am Montag noch immer schockiert.

Zehn Minuten vor der Tragödie fotografierten sich Christiane und ihre 16 Jahre alte Tochter vor der betreffenden Skulptur, ohne zu ahnen, was passieren würde. «Ich dachte keine Sekunde lang, dass es gefährlich sein könnte. Sonst wäre ich nicht gekommen». Die Aufmerksamkeit ihrer Tochter wurde jedoch auf ein nicht unbedeutendes Detail gelenkt: «Sie sagte mir: ›Schau Mama, es schmilzt.‹»

«Gehen Sie aus dem Weg!»

Was dann passierte, war für Christiane und ihre Tochter wie ein Alptraum. «Ich hörte die Schreie der Mutter, die ihren Sohn sehen wollte, und die Polizei, die rief: ›Gehen Sie aus dem Weg, gehen Sie aus dem Weg‹», erzählt Christiane. «Ich dachte, es wäre ein Angriff oder so was, bevor ich verstand, was gerade passiert war.»

Am nächsten Tag machte sich Christiane nach dem Schock Gedanken über die Sicherheit der Eis-Installationen: «Alles war offen, es gab keine Barrieren und die Scheinwerfer erwärmten das Eis. Das wirft Fragen auf», sagt sie.

Diese Fragen sind berechtigt. Oliver Hartmann organisiert seit fünf Jahren die Eiswelt in Dresden. Dort stehen die Eisskulpturen in einer Halle, die gekühlt ist. Denn wenn Eiskunstwerke schmelzen, werde es gefährlich, weil sie auseinanderfallen können, sagte er RTL. Seine Schlussfolgerung im Interview mit dem Sender: «Man kann Skulpturen im Freien – zum Beispiel auf Weihnachtsmärkten – bauen. Dann müssen sie aber abgesperrt sein».

Ob die Stadt einen Fehler gemacht hat, weil die Skulpturen nicht abgesperrt war, müssen nun die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei klären. Lydie Polfer, Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg, gab bei einer Pressekonferenz am Montagabend allerdings an, es habe sich bei der Eisskulptur – eine Holzhaus-Fassade mit Schlitten – um eine «partizipative Skulptur gehandelt». Sie war also dafür gedacht, dass Besucher dort Fotos machen konnten.

*Der Vorname wurde geändert.

(Thomas Holzer/L'essentiel/mb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pulp am 30.11.2019 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jidereen huet eppes gesin an keen huet eppes gesot.

  • loshein am 29.11.2019 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ech huelen un déi gesinn och d‘Gras wuessen.

  • Léon am 28.11.2019 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    La commune des incapables

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pulp am 30.11.2019 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jidereen huet eppes gesin an keen huet eppes gesot.

  • loshein am 29.11.2019 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ech huelen un déi gesinn och d‘Gras wuessen.

  • Léon am 28.11.2019 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    La commune des incapables

  • Knouterketti am 27.11.2019 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @kaa: nemmen richteg

  • kaa am 26.11.2019 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach emmer a Gedanken beim klengen Béifchen an séngen Elteren. E Kand, dat laut Statistik 80-90 Joer Liewen virun sech gehaat hätt.... An trotz aller Grausamkeet ee Rod un d’Famill, Huelt Iech Assistenz vun engem gudden Affekot. Mir gesin jo watt sech ubahnt: keen wöllt Schold hun: sculpteur net, event company net, VdL, safety checks? LTO ? Mir wessen och datt fir Assurancen Gesellschaften e klengt Kand nett vill Wert huet, barème oblige. Einfach esou traureg!