Kommissar Zufall

29. April 2016 18:08; Akt: 29.04.2016 18:15 Print

Zweites Goodyear-​​Leck bei Untersuchungen entdeckt

COLMAR-BERG – Beim Goodyear-Werk in Colmar-Berg liegt mehr im Argen, als bislang gedacht. Ein zweites Leck, das wohl schon länger bestand, wurde zufällig entdeckt.

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Die Umwelt könnte durch das Goodyear-Werk in Colmar-Berg größeren Schaden genommen haben, als bislang bekannt. Bei den Untersuchungen des vor zwei Wochen entstandenen Lecks, bei dem rund 200 Liter eines Getriebeöls in die Attert und von dort in Sauer und Alzette geflossen waren, wurde eine zweite undichte Stelle entdeckt. Wie lange diese schon existiert, ist bislang unbekannt.

«Nachdem wir das erste Leck unmittelbar nach dem Vorfall geschlossen hatten, mussten wir feststellen, dass noch von irgendwo anders Öl kommt», erklärt Goodyear-Sprecher Jean-Paul Bruck auf Nachfrage von L’essentiel. Fündig sei man dann im Kanalisationssystem, das an ein Silo angeschlossen ist, geworden. Von dort sickerte Öl wohl schon über einen längeren Zeitraum in den Boden und die Attert. Wie lange das Leck bestand, wisse man bisher nicht, entsprechende Untersuchungen seien am Laufen. Das Öl sei «für Mensch und Umwelt aber nicht gefährlich», so der Sprecher.

«Bedauern den Vorfall sehr»

Umweltministerin Carole Dieschbourg will indes die offiziellen Laborergebnisse, mit denen in der kommenden Woche gerechnet wird, abwarten: «Ob die Umwelt dadurch Schaden genommen hat, und wenn ja, wie groß dieser ist, werden erst die Untersuchungen zeigen», erklärte die Grünen-Politikerin gegenüber L’essentiel. Solange werde auch weiterhin vom Fischverzehr abgeraten. Das Untersuchungsgericht wird dann zu klären haben, ob Goodyear gegen die Umweltgesetzgebung verstoßen hat.

«Wir haben rausgefunden, dass wir bei unserer Kanalisation besser aufpassen müssen», erklärt Goodyear-Sprecher Jean-Paul Bruck. Das Unternehmen bedauere den Vorfall sehr und könne nachvollziehen, dass die Menschen beunruhigt sind. Goodyear versichert jedoch, dass kein Öl mehr in die Attert fließt: «Das haben auch Proben durch eine externe Firma ergeben». Dennoch würden die vier – mittlerweile erneuerten – Ölsperren noch nicht abgebaut werden. «Unsere Werksfeuerwehr ist zudem rund um die Uhr im Einsatz, um die Sicherheit zu garantieren», so Bruck.

(Philip Weber/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reporter am 02.05.2016 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    ja,was ist es denn nun? Hydraulicöl oder Getriebeöl?

  • Knätschgummi am 30.04.2016 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Sabottage!!! und wir Doofbürger bezahlen, wie bei jeder Riesenverpestung der Umwelt die Rechnung für die Profitindustrie, die ja kaum Steuern zahlt!!! ... Es tut uns ja sooooo leid, dass wir euer Wasser verschmutzen, aber schliesslich sind wir eine ausländische Firma und brauchen keine Strafe zu bezahlen und keine Steuern, wie die doofen, sich krumm und bucklig arbeitenden massivsteuerzahlenden Bürger, die für jedes verlorene Papiertaschentuch blechen müssen und ihren Hund wegen jeder Hundescheisse anbellen ...

  • Marco am 29.04.2016 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Jean-Paul Bruck, dass dieses Getriebeöl laut ihrer Aussage «für Mensch und Umwelt nicht gefährlich» ist, werden wie ich, die wenigsten Bürger ihnen glauben. Wenn das betreffende Getriebeöl weder Mensch noch Umwelt schadet, wieso lassen sie die paar Liter nicht einfach laufen. Mit der Veröffentlichung der Sicherheitsdatenblätter könnten sie ihre Behauptung und Glaubwürdigkeit untermauern. Persönlich gehe ich davon aus, dass die reelle Gefährdung für Mensch und Umwelt mit ihrer Behauptung heruntergespielt und Vertuscht werden soll.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reporter am 02.05.2016 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    ja,was ist es denn nun? Hydraulicöl oder Getriebeöl?

  • Knätschgummi am 30.04.2016 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Sabottage!!! und wir Doofbürger bezahlen, wie bei jeder Riesenverpestung der Umwelt die Rechnung für die Profitindustrie, die ja kaum Steuern zahlt!!! ... Es tut uns ja sooooo leid, dass wir euer Wasser verschmutzen, aber schliesslich sind wir eine ausländische Firma und brauchen keine Strafe zu bezahlen und keine Steuern, wie die doofen, sich krumm und bucklig arbeitenden massivsteuerzahlenden Bürger, die für jedes verlorene Papiertaschentuch blechen müssen und ihren Hund wegen jeder Hundescheisse anbellen ...

  • Marco am 29.04.2016 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Jean-Paul Bruck, dass dieses Getriebeöl laut ihrer Aussage «für Mensch und Umwelt nicht gefährlich» ist, werden wie ich, die wenigsten Bürger ihnen glauben. Wenn das betreffende Getriebeöl weder Mensch noch Umwelt schadet, wieso lassen sie die paar Liter nicht einfach laufen. Mit der Veröffentlichung der Sicherheitsdatenblätter könnten sie ihre Behauptung und Glaubwürdigkeit untermauern. Persönlich gehe ich davon aus, dass die reelle Gefährdung für Mensch und Umwelt mit ihrer Behauptung heruntergespielt und Vertuscht werden soll.