Facebook-Börsengang

16. Mai 2012 16:19; Akt: 16.05.2012 16:26 Print

Zuckerberg will noch mehr Aktien versilbern

Facebook will satte 25 Prozent mehr Aktien auf den Markt werfen als geplant. Dies nachdem der Ausgabepreis wegen der starken Nachfrage erhöht wurde.

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Gewinner und Verlierer des Börsengangs:

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Facebook will das Maximum aus seinem Börsengang herausholen. Wegen der starken Nachfrage bietet das weltgrößte soziale Netzwerk 25 Prozent mehr Aktien an als bislang geplant. Damit könnte die Erstemission der Superlative am Freitag in die Top Ten der größten Börsengänge vorstoßen.

Die Entscheidung des 28-jährigen Facebook-Gründers und Firmenchefs Mark Zuckerberg folgt kurz auf die Anhebung der Preisforderung. Die Aktien werden in einer Spanne von je 34 bis 38 Dollar angeboten statt der zuvor vorgesehenen 28 bis 35 Dollar. An die Anleger gebracht werden sollen nun rund 421 Millionen Aktien, das sind 84 Millionen mehr als bislang angestrebt, wie Facebook am Mittwoch in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht erklärte.

Zuckerberg bleibt auch nach dem Börsengang mit einem Stimmrechtsanteil von 57,5 Prozent Mehrheitseigner. Am Donnerstag will das US-Unternehmen den Ausgabepreis festlegen.

Publikumsöffnung der Superlative

Unter den Technologieunternehmen steht Facebook für den mit Abstand größten Börsengang aller Zeiten. Der US-Internetgigant Google etwa erzielte 2004 nur knapp 2 Milliarden Dollar. Die Nummer eins ist - bis zum geplanten Handelsstart von Facebook am Freitag - noch der deutsche Chipkonzern Infineon mit einem Erlös von 5,9 Milliarden Dollar.

Zusammen mit der sogenannten Mehrzuteilungsoption - eine Art Aktienreserve der beteiligten Banken - könnte der Börsengang von Facebook sogar auf bis zu 18,4 Milliarden Dollar anschwellen.

Damit würde Facebook an die beiden größten Börsengänge der US- Geschichte anschließen: Die Kreditkartenfirma Visa hatte 2008 inklusive Mehrzuteilung 19,7 Mrd. Dollar eingenommen und der Autokonzern General Motors im Jahr 2010 nach seinem Neustart 23,1 Mrd. Dollar. Die Rückkehr von GM aufs Parkett war der grösste Börsengang aller Zeiten.

Mehr wert als HP und Dell


Von den Einnahmen des Börsengangs fließen Facebook selbst nur etwas mehr als die Hälfte zu. Der Rest geht an Geldgeber, die das Potenzial des Onlinetreffpunkts früh erkannt haben. Auch mit dem angepeilten Börsenwert deklassiert Facebook die anderen Technologiegrößen. Mit 93 bis 104 Milliarden Dollar wäre das Onlineportal mehr wert als die Computer-Riesen Hewlett-Packard und Dell zusammen.

Der Rummel um Facebook sorgt unter Finanzmarktexperten für Staunen und Befremden zugleich. «Das ist mehr ein Spektakel, ein Medienereignis und ein kulturhistorischer Augenblick, als es ein Börsengang ist», sagte Analyst Max Wolff von GreenCrest Capital. Geschäftsmodelle und -daten spielten mittlerweile kaum eine Rolle mehr. Wolff erwartet, dass die Facebook-Aktie beim Debüt an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq um etwa zehn Prozent zulegt.

Skepsis über Geschäftsmodell

Skeptische Investoren fragen sich, wie Facebook längerfristig die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann. Ihrer Einschätzung zufolge hat das Unternehmen bisher keine Strategie aufgezeigt, wie es aus der wachsenden Zahl an Nutzern Kapital schlagen kann, die über mobile Geräte auf Facebook zugreifen.

Außerdem hat sich das Umsatzwachstum aus dem zentralen Geschäft mit Online-Anzeigen in den vergangenen Monaten verlangsamt. Wasser in den Wein goss - ausgerechnet kurz vor dem Börsengang - nun auch GM. Der US-Autobauer kündigte an, künftig keine Werbung mehr über Facebook zu schalten.

Die Opel-Mutter hält offenbar die Erfolgsaussichten der Werbung bei Facebook für zu gering. «Das wird die Nachfrage nach dem Börsengang wahrscheinlich nicht wesentlich beeinträchtigen», sagte Analyst Brian Wieser von Pivotal Research Group. Das Vorgehen von GM müsse nicht repräsentativ für die Mehrheit der Anzeigenkunden sein.

(L'essentiel Online/sda)

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