Groẞe Dateien tauschen

30. Mai 2012 17:45; Akt: 30.05.2012 17:50 Print

Facebook wird zur Filesharing-Zentrale

Wird das soziale Netzwerk der perfekte Kanal zum Tausch von Raubkopien? Mit der Facebook-App Pipe lassen sich schnell und einfach große Dateien tauschen.

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Es gibt viele Wege, Dateien übers Internet auszutauschen. Per Online-Speicher wie Dropbox etwa oder Instant-Messenger wie Skype. Zumindest für das Hochladen der Dateien muss dafür in den meisten Fällen das entsprechende Programm installiert werden. Das Berliner Startup-Unternehmen Pipe hat nun eine Facebook-App entwickelt, mit der 900 Millionen Facebooker Musik-, Video- oder andere Dateien mit bis zu 1 Gigabyte Größe in Echtzeit austauschen können – direkt im Webbrowser.

File-Sharing nach dem «Super-Mario-Prinzip»

Die optische Verwandtschaft zwischen den Röhren von Videospiel-Superheld Mario und der Pipe-App sind nicht zufällig, wie Gründer Simon Hossel dem deutschen Tech-Portal golem.de verrät: «Mario springt in ein Rohr und kommt aus einem anderen wieder raus. Das ist auch alles, was man über Pipe wissen muss, denn so funktioniert es.»

Für die Facebook-Community soll Pipe laut den Entwicklern möglichst einfach zu nutzen sein. Die App wird wie gewohnt dem eigenen Facebook-Profil hinzugefügt. Der Sender wählt aus seinen Kontakten einen Empfänger aus und zieht die gewünschte Datei auf das Rohrende. Der Empfänger erhält eine Nachricht, dass eine Datei in der Röhre steckt, sprich zur Übertragung ansteht.

Nur mit Flash

Voraussetzung für die Datenübertragung über Pipe ist, dass Sender und Empfänger ein Facebook-Profil haben, gleichzeitig online sind und den aktuellen Flash Player nutzen. Lediglich der Sender muss zwingend bei Pipe angemeldet sein, was aber bedeutet, dass sich Daten nur in eine Richtung übertragen lassen. Sind beide angemeldet, ist eine Übertragung in beide Richtungen möglich. Kann aufgrund bestimmter Netzwerkeinstellungen - etwa am Arbeitsplatz - keine direkte Verbindung zwischen den Facebook-Kontakten aufgebaut werden, leitet Pipe den Datentransfer über einen Server um. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch Skype.

Die Dateien werden ohne dazwischengeschaltete Server vom Sender zum Empfänger geschickt (Peer-to-Peer), also nicht auf den Servern von Pipe gespeichert. Das Startup spart sich so nicht nur Serverkosten, sondern kann auch nicht für Urheberrechtsverletzungen haftbar gemacht werden.

Derzeit gibt es Pipe erst für Facebook, allerdings sollen künftig auch mobile Apps für Smartphones und Tablets sowie eine Desktop-Anwendung folgen. Die Filesharing-App befindet sich noch in der Test-Phase. Der Zugang ist daher vorläufig auf 30 000 Nutzer beschränkt.

Facebook wird zur Tauschbörse

Facebook selbst plant ebenfalls einen Filesharing-Dienst. Die neue Funktion steht vorerst jedoch nur den 380 Millionen Mitgliedern zur Verfügung, die sich in Facebook-Gruppen organisieren. Und es gibt noch eine weitere Einschränkung: Mehrere Datei-Typen werden blockiert, um das Verbreiten von urheberrechtlich geschütztem Material zu verhindern. So können weder Songs (.mp3 etc.) noch ausführbare Programme (.exe etc.) ins soziale Netzwerk hochgeladen werden. Möglich sind hingegen E-Books, Comics, Musik-Videos und andere Filmchen.

(L'essentiel Online/owi)