FREMDE BLICKE UNERWüNSCHT

14. Juli 2011 21:35; Akt: 15.07.2011 11:18 Print

Mark Zuckerberg dichtet sein Google+-Konto ab

Der Facebook-Gründer gibt sich auf dem Konkurrenz-Netzwerk Google+ zugeknöpft. Auf seiner Profilseite herrscht gähnende Leere.

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Zuckerbergs Freunde bleiben auf Google+ verborgen. (Bild: Screenshot)

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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist unbestritten der Popstar des Web 2.0. Es kommt also nicht überraschend, dass sein Profil bei Google+ rasch zum meistgefolgten des neuen sozialen Netzwerks avancierte. Laut socialstatistics.com wollen inzwischen mehr als 184 000 Follower wissen, was Zuckerberg mit der Welt zu teilen hat. Damit führt Zuckerberg die Google+-Rangliste an, weit vor den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin mit 95 000 beziehungsweise 72 000 Fans.

Wohl zum Leidwesen der zahlreichen Follower dichtet Zuckerberg sein Google+-Konto hermetisch ab. Bisher waren auf seiner Profilseite neben den Followern auch rund 40 Freunde zu sehen. Nun hat er seine Privatsphäre-Einstellungen verschärft, sodass die Freunde verborgen bleiben. Auf dem Profil herrscht gähnende Leere. Der Harvard-Abbrecher hinterließ im Konkurrenz-Netzwerk lediglich die Personenbeschreibung «I make things» und den Ortsvermerk Palo Alto.

Dass es sich auf Google+ um Zuckerbergs echtes Profil handelt, bestätigte IT-Blogger Robert Scoble bereits vor zwei Wochen via Twitter. Zuckerberg habe ihm eine Nachricht geschrieben: «Warum sind die Leute so überrascht, dass ich einen Google-Account habe?».

Zuckerbergs doppeltes Spiel

Natürlich hat Zuckerberg wie alle Nutzer eines sozialen Netzwerks das Recht, Informationen zu verbergen. Beim 27-jährigen Facebook-Gründer wirkt dies allerdings mehr als befremdlich, wurde der Facebook-Chef in den letzten Jahren doch nicht müde zu betonen, die Ära der Privatsphäre sei zu Ende. Und nicht zuletzt ermuntert Facebook seine Mitglieder immer wieder, möglichst viel von sich Preis zu geben. Selbst schätzt Zuckerberg die Privatsphäre aber anscheinend doch.

Möglicherweise geht Zuckerberg auf Google+ bald völlig auf Tauchstation, um dem Konkurrenz-Netzwerk nicht weiterhin zu Publicity zu verhelfen. Dass Facebook die Bedrohung durch Google ernst nimmt, zeigt die Tatsache, dass in den letzten beiden Wochen zwei Programme gesperrt wurden, die das Exportieren von Facebook-Kontakten nach Google+ ermöglicht hatten.

L'essentiel Online/owi