Gefangen und vergewaltigt

09. September 2011 13:33; Akt: 09.09.2011 13:46 Print

Mexikanischer «Fritzl» verhaftet

Ein Mexikaner soll seine zwei Stieftöchter fünf Jahre lang sexuell missbraucht und mit ihnen fünf Kinder gezeugt haben. Eines der Mädchen schlug er tot. Ihre Leiche lag einen Monat im Kinderzimmer.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen

«Das ist ein schrecklicher Missbrauchsfall», sagte Jorge Ferman, Mexikos Staatsanwalt für Kinderrechte. Am Mittwoch konnte die Polizei eine 21-jährige Frau und vier kleine Kinder befreien. Eines davon, ein drei Monate altes Baby, wurde mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht. Sein Zustand ist kritisch. Der 32-jährige Taxichauffeur Jorge Iniestra wurde verhaftet, zusammen mit seiner Freundin Claudia Tapia, leibliche Mutter der befreiten Frau.

Bei der Hausdurchsuchung wurde den Beamten das wahre Ausmass des Dramas bewusst: Iniestra hatte fünf Jahre lang die beiden Töchter seiner Freundin in einem Zimmer der heruntergekommenen Wohnung im Armenviertel Iztapalapa gefangen gehalten. Mit ihnen zeugte er insgesamt fünf Kinder. Das älteste Mädchen schlug er im Jahr 2009 tot. Ihren damals drei Monate alten Säugling zwang er, an der Brust seiner toten Mutter zu trinken – bis er erstickte und starb.

Die Toten lagen einen Monat lang im gleichen Zimmer

Offenbar hatte Iniestra seine Freundin, die als Hauswartin in einer Schule arbeitet, jahrelang manipuliert. Ihr gegenüber präsentierte sich Iniestra als «ein Mann der Mittelklasse», der als solcher Anrecht auf mehrere Frauen habe, erzählte Ferman den Medien. Die 44-jährige Tapia habe von den Übergriffen gewusst, doch erst kürzlich erstattete sie Anzeige.

Ebenfalls verhaftet wurden mehrere Geschwister Iniestras. Sie sollen dem Mann geholfen haben, die Leichen der Jugendlichen und ihres Babys auf einer Landstrasse zu entsorgen. Laut ersten Ermittlungen sei dies einen Monat nach deren Tod geschehen. So lange liess der Peiniger die leblosen Körper im Zimmer bei den anderen Kindern liegen.

Laut Ferman warten auf Iniestra bei einer Verurteilung rund 30 Jahre Haft.

L'essentiel Online / (kle)