Julian Assange

17. August 2012 08:49; Akt: 20.08.2012 10:09 Print

Ecuadorianer bejubeln Asyl- Entscheidung

Ecuador bietet Großbritannien die Stirn und gewährt dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks Asyl. In Quito wurde die Entscheidung mit Jubel aufgenommen.

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Die Entscheidung der ecuadorianischen Regierung, Wikileaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl zu gewähren, wurde von Anhängern des Australiers mit Beifall begrüßt.

Vor der britischen Botschaft in Ecuadors Hauptstadt Quito hatten in der Nacht auf Donnerstag mehrere Hundert Assange-Fans übernachtet und auf die offizielle Entscheidung der Regierung gewartet. Die Manifestanten hatten Assange-Plakate mit Lorbeerkränzen geschmückt und mit «Held der Informationsfreiheit» beschriftet.

Andere schlugen mit Löffeln auf Poster mit dem USA-Sinnbild Uncle Sam. «Das beweist, dass wir keine Kolonie mehr sind», schrie nach der Verkündung der Nachricht ein junger Literaturstudent in die Mikrofone des TV-Senders «Canal UNO».


«Souveranität» versus «politisches Manöver»

Kurz nachdem der ecuadorianische Außenminister Ricardo Patiño sich zur Asylgewährung geäußert hatte, meldete sich die lokale Politszene auf Twitter und Facebook zu Wort. Die Meinungen gingen dabei stark auseinander. «Unser Land hat eine Entscheidung getroffen, die von großer Souveranität zeugt», twitterte die Ministerin für Kultur- und Naturerbe, Maria Fernanda Espinosa. Ähnlicher Meinung war der Abgeordnete Mauro Andino Reinoso.

Die ehemalige Kommunikationsministerin Mónica Chuji sah in der Aktion von Ecuadors Präsident Rafael Correa ein «politisches Manöver». Die Entscheidung sei heute nur kommuniziert worden, gefallen sei sie aber schon lange, schrieb sie auf Twitter. Der Abgeornete Cesar Montufar fragte sarkastisch, in welcher ecuadorianischer Botschaft er sich verstecken könne, damit ihm geholfen werde.

Der Führer der Landarbeitergewerkschaft Rodrigo Collahuazo feierte mit seinen Anhängern in einem Park. Stolz rief er, dass sein Land, das «immer wieder wegen angeblicher mangelnder Meinungsfreiheit kritisiert» werde, nun «Herberge eines wahren Informations-Aktivisten» sei. Gegen den Abend hatten sich ihm weitere regierungsnahe Personen in einem Marsch durch die Stadt angeschlossen. Sollte Großbritannien sich erdreisten, Julian Assange mit Gewalt aus der ecuadorianischen Botschaft in London zu holen, würden sie dasselbe tun, sagten sie.

(L'essentiel Online/kle)