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12. September 2017 11:27; Akt: 12.09.2017 12:47 Print

Ex-​​CDU-​​Minister Heiner Geißler ist tot

Heiner Geißler prägte die Bundespolitik über viele Jahre mit. Bis zuletzt meldete er sich noch zu aktuellen Themen zu Wort. In Erinnerung bleiben wird er auch als Schlichter.

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Heiner Geißler 1989 mit Helmut Kohl. (Bild: DPA)

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Der frühere Bundesminister und CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist im Alter von 87 Jahren im Kreis seiner Familie in Gleisweiler (Rheinland-Pfalz) gestorben. Das bestätigte sein Sohn Dominik. Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung über Geißlers Tod berichtet. Politiker zeigten sich erschüttert und würdigten seine Lebensleistung.

Geißlers politische Laufbahn hatte in Rheinland-Pfalz begonnen. Unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier und Helmut Kohl (beide CDU) war er von 1967 bis 1977 Sozialminister des Landes, anschließend wurde er CDU-Generalsekretär. Kohl berief den promovierten Juristen 1982 zum Familienminister.

Bruch mit Kohl

Der Sozialexperte arbeitete an einem neuen Image der CDU als moderne Programmpartei und führte unter anderem ein Erziehungsgeld ein. 1989 kam es wegen Differenzen über den Kurs der Partei zum endgültigen Bruch zwischen Kohl und Geißler. Der frühere Bundeskanzler Kohl war im Juni im Alter von 87 gestorben.

Seine letzte ganz große Mission hatte Geißler, als er 2010 im Alter von 80 Jahren den Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21 schlichtete. Kanzleramtschef Peter Altmaier schrieb am Dienstag auf Twitter, Geißler habe die CDU geprägt: «Soziale und ökologische Verantwortung, Menschlichkeit. Ich bin tief erschüttert. Sein Vermächtnis bleibt.»

«Intellektuell brillant»

Die rheinland-pfälzische CDU-Landeschefin Julia Klöckner nannte Geißler einen großen Rheinland-Pfälzer, streitbar und klug. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schrieb auf Twitter: «Intellektuell brillant, Politik aus Grundsätzen gestaltend und scharf in der Debatte – das war Heiner Geißler. Er war einer unserer Besten.»

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann schrieb ebenfalls auf Twitter, Deutschland verliere mit Geißler einen großen Demokraten und «streitbaren Politiker, der es keinem leicht gemacht hat. Seine Stimme wird fehlen.» Der Grünen-Politiker Omid Nouripour schrieb: «Ein Mann der Werte und der Haltung ist von uns gegangen.»

Bis zuletzt mit Wortspenden aktiv

Geißler war am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar als Sohn eines Oberregierungsrates zur Welt gekommen. Vor seiner politischen Karriere war der Vater von drei Söhnen vorübergehend Mitglied des Jesuitenordens. Nach Abschluss des Philosophie- und Jurastudiums arbeitet er Anfang der 1960er Jahre kurze Zeit als Amtsrichter in Stuttgart und im Ministerbüro des Arbeits- und Sozialministeriums.

Bis zuletzt äußerte er sich zu aktuellen politischen Themen. So kritisierte er etwa noch im März die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Klöckner, weil diese Reformen an den Hartz-Gesetzen abgelehnt hatte.

(L'essentiel/dpa)

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