Attentat in Hessen

20. Februar 2020 13:12; Akt: 20.02.2020 13:15 Print

Angehörige trauern um Opfer von Hanau

Tobias R. tötete zehn Menschen im hessischen Hanau – darunter seine Mutter. Weitere Opfer bekommen wenige Stunden nach dem Anschlag ein Gesicht.

Bei einer Schießerei im hessischen Hanau starben elf Menschen: Der mutmaßliche Täter wurde leblos in seiner Wohnung gefunden. Video AP

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Unter den Opfern aus Hanau ist Ferhat Ü.*. Der 22-Jährige ist der Sohn einer Mitarbeiterin der kurdischen Tageszeitung «Yeni Özgür Politika» in Neu-Isenburg bei Frankfurt, wie die Tageszeitung auf Twitter schreibt. Seine Cousine sagte zu 20 Minuten: «Er wurde von zwei Schüssen getroffen.» Sein Leichnam sei am Donnerstag freigegeben worden. Die Beerdigung findet noch am gleichen Tag statt. «Er war ein toller, lieber Kerl, konnte keiner Menschenseele etwas antun.» Ü. habe vor kurzem seine Ausbildung zum Heizung-Sanitär beendet.

Der 22-jährige Ferhat Ü. ist unter den Opfer von Hanau (D).

Ein weiteres Opfer ist Gökhan G*. Dies schreibt der Verein AYDD e. V. aus Hanau auf Facebook. Unter dem Post sprechen über 190 Personen ihr Beileid aus. Er fiel dem Täter zum Opfer, als dieser in einer Imbissbude auf die Gäste und das Personal schoss. Der Besitzer der Imbissbude, Kemal Kocak, berichtete der türkischen Zeitung «Hürriyet», dass Tobias R.* zunächst auf drei türkischstämmige Gäste gefeuert habe. Diese seien gerade am Essen gewesen. Danach habe er sich an den Kellner Gökhan G. gewendet. Daraufhin sei R. in die Arena-Bar gelaufen, wo er einen 20-jährigen türkischstämmigen Mann, einen 20-jährigen Mann mit bosnischen Wurzeln und eine polnischstämmige Kellnerin getötet habe.

Auch Gökhan G. ist ein Opfer von Tobias R.

Die Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland prangert Versäumnisse des Staates im Kampf gegen rechte Gewalt an. «Wütend sind wir, weil die politischen Verantwortlichen in diesem Land sich rechten Netzwerken und Rechtsterrorismus in diesem Land nicht entschieden entgegenstellen», betont der Dachverband. Mehrere Opfer von Hanau sollen kurdischer Abstammung sein.

Der hessische Innenminister Peter Beuth bestätigt einen mutmaßlichen rechtsextremen Hintergrund der Tat. «Nach unseren jetzigen Erkenntnissen ist ein fremdenfeindliches Motiv durchaus gegeben», sagt der CDU-Politiker.

*Namen der Redaktion bekannt

(L'essentiel/qll)

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