NSU-Prozess

05. Juni 2018 13:39; Akt: 05.06.2018 14:12 Print

Verteidiger verlangen Zschäpes Haftentlassung

Die NSU-Hauptangeklagte sei weder Terroristin, noch Mörderin oder Attentäterin, sagen die Pflichtverteidiger von Beate Zschäpe und fordern, sie solle sofort freikommen.

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Zum Thema

Die ursprünglichen drei Verteidiger der NSU-Hauptangeklagten Beate Zschäpe haben eine sofortige Freilassung ihrer Mandantin gefordert. Zu Beginn seines Plädoyers sagte Rechtsanwalt Wolfgang Heer am Dienstag vor dem Oberlandesgericht München, Zschäpe sei «keine Terroristin, keine Mörderin und keine Attentäterin». Sie sei «wegen aller angeklagter Staatsschutzdelikte freizusprechen und unverzüglich freizulassen».

Zschäpe bildete laut Anklage mit den mutmaßlich durch Suizid ums Leben gekommenen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU).

Sie steht als Mittäterin an den zehn dem NSU vorgeworfenen Morden, zwei Bombenanschlägen und 15 Raubüberfällen vor Gericht. Außerdem ist sie wegen Brandstiftung im letzten Versteck des Trios, einer Wohnung in Zwickau, angeklagt.

Verteidiger: Einziger Vorwurf ist Brandstiftung

Heer sagte, Zschäpe sei weder an den Morden noch an den Anschlägen und Überfällen beteiligt gewesen und habe auch nicht mit Mundlos und Böhnhardt eine Terrorgruppe gebildet. Als wesentliche Tat sei ihr nur die Brandstiftung vorzuwerfen, die anders als von der Anklage behauptet aber keine schwere Brandstiftung gewesen sei.

Da dafür maximal zehn Jahre Haft drohten und Zschäpe sich in sechs Jahren und sieben Monaten Untersuchungshaft tadellos verhalten habe, müsse ihr Haftbefehl umgehend aufgehoben und sie freigelassen werden.

Streit mit Pflichtverteidigern

Heer bildet zusammen mit den Rechtsanwälten Wolfgang Stahl und Anja Sturm das Trio aus Pflichtverteidigern, das Zschäpe seit Beginn des Mammutprozesses im Mai 2013 verteidigt.

Allerdings überwarf sich Zschäpe im Lauf des Verfahrens mit den dreien und wird nun auch noch von zwei Wahlverteidigern vertreten. Diese forderten maximal zehn Jahre Haft, auch sie sehen im Wesentlichen nur die Brandstiftung als erwiesen an.

(L'essentiel/kko/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bremsi am 05.06.2018 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sieht nach Prozessverschleppung aus, wie beim luxemburger Bommeleerprozess.

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  • Me Piep-Lagaffe am 05.06.2018 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Justitzposse at his best. Der Richter zwingt die Pflichtverteidiger die Angeklagte weiter zu vertreten obwohl weder sie noch die Angeklagte das wollen. Dumm gelaufen !!!!!

  • remo raffaelli am 15.06.2018 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Braves Mädchen, gehört ins Kloster !

Die neusten Leser-Kommentare

  • remo raffaelli am 15.06.2018 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Braves Mädchen, gehört ins Kloster !

  • Me Piep-Lagaffe am 05.06.2018 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Justitzposse at his best. Der Richter zwingt die Pflichtverteidiger die Angeklagte weiter zu vertreten obwohl weder sie noch die Angeklagte das wollen. Dumm gelaufen !!!!!

  • Bremsi am 05.06.2018 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sieht nach Prozessverschleppung aus, wie beim luxemburger Bommeleerprozess.

    • Schusterleim am 06.06.2018 10:31 Report Diesen Beitrag melden

      Do ged mach Héichdrock drun geschafft,et as och nach een Auerenprozess mat Stillstand,wu CSV deemols driwer gefall war.An elo wöllen se Wahlen gewannen,wu nach naischt geklärt as.

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