Rückkehr aus IS-Gebiet

08. Januar 2018 21:59; Akt: 08.01.2018 22:02 Print

Berlin erwartet mehr als 100 Jihadisten-​​Kinder

Der IS wurde im Irak und in Syrien weit zurückgedrängt, die Kinder deutscher Islamisten könnten bald heimkehren. Das bereitet den Behörden Sorge.

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Die Bundesregierung rechnet einem Zeitungsbericht zufolge damit, dass mehr als hundert Kinder von aus Deutschland ausgereisten Jihadisten zurückkommen könnten. Das erklärte die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen, wie die «Welt» berichtet.

Demnach verfügt die Regierung «derzeit über Informationen, die eine niedrige dreistellige Anzahl von Minderjährigen erwarten lassen, wobei der Großteil im Baby- beziehungsweise Kleinkindalter sein dürfte». Wie radikalisiert diese sein werden, sei unklar. Genauere Zahlen kann die Regierung nicht nennen, weil die Sicherheitsbehörden Daten von Kindern, die jünger als 14 Jahre alt sind, nicht speichern dürfen. Die Zahl der vor Ort geborenen Kinder könne zudem nur geschätzt werden.

Präventionsnetzwerk gefordert

Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic kritisierte die Angaben laut «Welt» als unzureichend: «Die Bundesregierung rechnet mit mehr als hundert minderjährigen Angehörigen von IS-Fahrern aus Deutschland in den Kriegsgebieten, beruft sich dabei aber nur auf vage Informationen, ohne sich selber eine Faktenbasis zu schaffen.» Dabei seien «dringend fundierte Erkenntnisse zu den Minderjährigen» nötig, damit die Reintegration in die Gesellschaft gelingen könne.

Mihalic forderte dem Bericht zufolge ein «bundesweites Präventionsnetzwerk». Radikalisierung müsse «bekämpft» werden, «bevor sie sich in konkreten Anschlägen entlädt», warnte die Grünen-Politikerin.

Laut Bundesregierung sollen in den vergangenen Jahren rund 960 Islamisten aus Deutschland in die Kriegsgebiete in Syrien und im Irak ausgereist sein. Zuletzt sei die Zahl infolge der militärischen Niederlagen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) deutlich zurückgegangen. 2014 waren es demnach noch rund 310, im Jahr 2017 bis Ende November nur noch etwa 70. Während einige Islamisten und Islamistinnen ihre Kinder mitnahmen oder schwanger waren, gründeten andere im IS-Gebiet eine Familie. Von etwa einem Drittel der Ausgereisten weiß die Bundesregierung dem Bericht zufolge, dass sie wieder zurück in Deutschland sind.

(L'essentiel/mlr/afp)

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