Schnöggersburg

30. Oktober 2017 07:06; Akt: 30.10.2017 07:07 Print

Bundeswehr trainiert für den Krieg – in Geisterstadt

In Schnöggersburg gibt es alles, was es in einer richtigen Großstadt auch gibt. Nur: Besuchen darf man den Ort nicht – er ist militärisches Sperrgebiet.

In Schnöggersburg hat die deutsche Bundeswehr eine riesige Geisterstadt gebaut. (Video: Tamedia/Bundeswehr)

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Ein Flughafen, ein Bahnhof, mehrere Hochhäuser, eine Autobahn, eine Kirche, ein Industriegebiet und sogar eine Altstadt mit engen, verwinkelten Gässchen: Nördlich von Magdeburg im deutschen Sachsen-Anhalt liegt Schnöggersburg. Einwohner: null. Die künstliche Stadt ist militärisches Sperrgebiet und dient der deutschen Bundeswehr zu Übungszwecken.

Wie der Sender ZDF berichtet, wurde mit dem Bau der Geisterstadt 2012 begonnen, die Kosten belaufen sich inzwischen auf 140 Millionen Euro. Am Donnerstag hat die Bundeswehr den ersten Teil des insgesamt 6,5 Hektaren großen Areals in Betrieb genommen.

Jede Bewegung wird analysiert

Deutsche Soldaten sollen in der leeren Stadt realitätsnah Straßen- und Häuserkämpfe üben können, begründet das Militär den Bau. Laut Schätzungen der UNO werden bis 2050 zwei Drittel aller Menschen in Städten leben. Die Bundeswehr wolle darum für Einsätze im Ausland wirkungsvoll vorbereitet sein.

Sobald alle Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden auf dem gesamten Gelände insgesamt 6000 Sensoren und Kameras angebracht, berichtet das ZDF weiter. Damit werden die Bewegungen jedes einzelnen übenden Soldaten, jedes Fahrzeugs erfasst werden können. Zudem wird durch eine komplizierte Netzwerktechnik jeder Soldat schon während der Übung erfahren, ob er getroffen wurde.

Nach der Übung wird der Einsatz in 3-D ausgewertet. «Die Soldaten werden einen Gegner haben, der mit dem Laser auf sie schießt. Dadurch werden sie zu einem realistischen taktischen Verhalten gezwungen», argumentiert Oberst Uwe Becker.

Üben für den Ernstfall

Im Vorfeld hatte es Protest gegen das Projekt gegeben. Die Initiative «Offene Heide» etwa monierte die hohen Kosten, die vom Steuerzahler getragen werden. Sie befürchtet auch, dass die Bundeswehr für etwas übt, wofür sie keinen Auftrag hat: den Einsatz innerhalb Deutschlands. «Wenn gesagt wird, Schnöggersburg könnte überall stehen, dann könnte es ja auch eine deutsche Stadt sein! Es gab ja bereits Rufe nach dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren», sagt der Sprecher der Initiative Helmut Adolf im ZDF.

2020 sollen in Schnöggersburg die ersten Übungsoperationen stattfinden. Dann werden bis zu bis tausend Soldaten gemeinsam für den Ernstfall üben.

(L'essentiel/kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Meisters am 30.10.2017 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut richtiger Ansatz. So beginnt der Aufbau einer zukunftsorientierten Armee. Danke an die dt. Soldaten für ihre Dienste am Vaterland!

  • boien am 30.10.2017 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    wenn sie dann mal trainieren würden zu arbeiten

  • jcg am 30.10.2017 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Peter Meisters Ich traue meinen Augen nicht... Haben sie ihren Komentar im "Stürmer" gefunden oder sind sie von Natur aus so?

Die neusten Leser-Kommentare

  • jcg am 30.10.2017 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Peter Meisters Ich traue meinen Augen nicht... Haben sie ihren Komentar im "Stürmer" gefunden oder sind sie von Natur aus so?

  • Peter Meisters am 30.10.2017 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut richtiger Ansatz. So beginnt der Aufbau einer zukunftsorientierten Armee. Danke an die dt. Soldaten für ihre Dienste am Vaterland!

  • boien am 30.10.2017 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    wenn sie dann mal trainieren würden zu arbeiten