Grosser Zapfenstreich

02. Dezember 2021 18:38; Akt: 02.12.2021 18:38 Print

Merkel erstaunt die Deutschen zum Abschied

Heute Abend wird Angela Merkel zum Ende ihrer Amtszeit als deutsche Kanzlerin von der Bundeswehr mit dem Großen Zapfenstreich verabschiedet. Sie hatte dafür drei Musikwünsche.

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Um 19.30 Uhr ist es so weit: Das Musikkorps der deutschen Bundeswehr verabschiedet Kanzlerin Angela Merkel mit dem Großen Zapfenstreich vor dem Berliner Amtssitz des Verteidigungsministeriums.

Die Zeremonie ist die höchste Form militärischer Ehrerweisung deutscher Soldatinnen und Soldaten. Die Corona-Pandemie erzwingt eine Anpassung des althergebrachten Zeremoniells: Die Veranstaltung findet unter 2G-plus-Bedingungen statt, die Zahl der Gäste ist begrenzt und sie müssen eine FFP2-Maske tragen.

Merkel setzt auf DDR-Punk-Ikone

Der Große Zapfenstreich der Bundeswehr besteht heute aus dem «Locken» der Spielleute, dem Auftritt des Musikkorps und der berittenen Truppen, einem Gebet und der Nationalhymne. Das Musikkorps spielte immer auch persönlich ausgewählte Musikstücke der oder des Geehrten.

Angela Merkels Wahl hat dabei für reichlich Erstaunen im Land gesorgt und viele Deutsche sich fragen lassen, ob sie ihre «Mutti», wie sie Merkel nach 16 Jahren im Amt gerne nennen, wirklich gekannt haben: Merkel wünschte sich den DDR-Hit «Du hast den Farbfilm vergessen» von Punk-Ikone Nina Hagen.

«Alles an diesem Lied ist politisch inkorrekt», schreibt dazu die «Zeit», was schon damit anfange, dass es von Nina Hagen stamme, DDR-Adel und DDR-Revoluzzerin zugleich.

In ihren letzten Amtstagen, so die Zeitung weiter, fange die Bundeskanzlerin plötzlich an zu zeigen, «wer sie wirklich ist und wer sie in Wahrheit natürlich die ganze Zeit über war: eine ostdeutsche Frau, der viel von dem Tamtam fremd geblieben ist, das sie täglich umgibt. Eine, die all die Kanzleramts-Getragenheit eigenartig findet.»

Merkels Musikwunsch stelle die Militärmusiker vor eine schwierige Aufgabe. So war Hagens Stück – wenig überraschend – nicht im Notenarchiv des Bundeswehr-Orchesters vorhanden. Ebenso wenig wie Merkels zweiter Musikwunsch: der Chanson «Für mich soll’s rote Rosen regnen» von Hildegard Knef. Mit dem Kirchenlied «Großer Gott, wir loben dich» sollte es aber keine Probleme gegeben haben.

In kürzester Zeit geschrieben

Merkel wird beim Zapfenstreich auch eine kurze Rede halten (gegen 19.20 Uhr). Sie ist erst die zweite Frau, die von der Bundeswehr mit einem Großen Zapfenstreich geehrt wird. Die erste war Ursula von der Leyen bei ihrem Abschied als Bundesverteidigungsministerin im August 2019. Diese hatte sich damals «Wind of Change», «Ave Verum» und «Ode an die Freude» gewünscht.

Hier die Generalprobe der Militärkapelle. Ein Klarinettist des Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg musste das Arrangement offenbar in kürzester Zeit geschrieben haben. Scheint ganz gut geklappt zu haben.

(L'essentiel/gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DerGeneralstäbler am 03.12.2021 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Tja - so ganz entspannt war das Verhältnis von Merkel zur den Streitkräften ja nie. Da fand ich es ganz schön ironisch, dass die Militärmusik mit dem „Yorkschen“ einmarschierte. Den spielte nämlich auch gerne die NVA zu Beginn ihrer Paraden. Merkel hatte die Bundeswehr immer ein bisschen wie eine „kleine NVA“ behandelt - Das war das „Dankeschön“ dafür.

  • Farbfilm am 03.12.2021 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gestern auf „Phönix“ geschaut weil da nicht immer irgendein Medientyp dazwischen labert. Da spielt die Militärmusik für die BK die Nationalhymne das letze Mal und wer kann die Klappe nicht halten? SCHAUSTEN! Très parlant würde man sagen...wann schmeißt die eigentlich einer raus?

  • Cassandra am 02.12.2021 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Jetz sind die „Merkel mus weg“-Rufer arbeitslos

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schaufler am 03.12.2021 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die Deutschen werden bald noch mehr staunen - denn sie hat ihnen einen Riesen Haufen Sch... hinterlassen!

  • DerGeneralstäbler am 03.12.2021 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Tja - so ganz entspannt war das Verhältnis von Merkel zur den Streitkräften ja nie. Da fand ich es ganz schön ironisch, dass die Militärmusik mit dem „Yorkschen“ einmarschierte. Den spielte nämlich auch gerne die NVA zu Beginn ihrer Paraden. Merkel hatte die Bundeswehr immer ein bisschen wie eine „kleine NVA“ behandelt - Das war das „Dankeschön“ dafür.

  • Farbfilm am 03.12.2021 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gestern auf „Phönix“ geschaut weil da nicht immer irgendein Medientyp dazwischen labert. Da spielt die Militärmusik für die BK die Nationalhymne das letze Mal und wer kann die Klappe nicht halten? SCHAUSTEN! Très parlant würde man sagen...wann schmeißt die eigentlich einer raus?

  • Dany am 03.12.2021 06:41 Report Diesen Beitrag melden

    Dem Honecker sein Leiermeedchen. Den Här Lafontaine huet emol gefrot ob 't Leit géifen wëssen Wien do un der Spëtzt vun BRD geng regéieren. Deen Mann hat an huet den Duerchbléck

  • Cassandra am 02.12.2021 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Jetz sind die „Merkel mus weg“-Rufer arbeitslos