Umstrittenes Interview

04. Juni 2018 15:19; Akt: 04.06.2018 15:23 Print

US-​​Botschafter erntet harsche Kritik aus Berlin

Er wolle die Konservativen in Europa stärken – und er meinte nicht Angela Merkel. Der neue US-Botschafter in Berlin verärgert deutsche Regierungsbeamte.

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Nach einem Interview des neuen US-Botschafters in Deutschland, Richard Grenell, mit dem ultrarechten Internetportal «Breitbart» hat das Auswärtige Amt Erklärungen von der US-Regierung gefordert. «Wir haben die US-Seite um Aufklärung gebeten, ob die Äußerungen tatsächlich in der Form so gefallen sind, wie sie wiedergegeben wurden», sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag in Berlin.

Beim Antrittsbesuch Grenells am Mittwoch bei Staatssekretär Andreas Michaelis werde «sicherlich Gelegenheit sein zu erörtern, wie er seine Äußerungen gerne eingeordnet wissen möchte», sagte der Ministeriumssprecher weiter. Das Auswärtige Amt habe «auch spätere Äußerungen Grenells zur Kenntnis genommen, dass er nicht so verstanden werden möchte, wie er von einigen verstanden wurde».

Kanzler Kurz, der «Rockstar»

Grenell hatte in einem am Sonntag veröffentlichten Gespräch mit dem ultrarechten Internetportal «Breitbart» in London gesagt: «Ich möchte andere Konservative in Europa, andere Anführer, unbedingt stärken.» Nach seiner Wahrnehmung seien Konservative im Aufwind angesichts der «gescheiterten Politik» der Linken. Es gebe «eine Menge Arbeit».

Eine erfolgversprechende Strategie sei es, konservative Themen in den Mittelpunkt zu rücken, die das Leben der einfachen arbeitenden Menschen verbesserten. Grenell sprach in diesem Zusammenhang von der «schweigenden Mehrheit». Die «Unterstützung ist massiv» für Kandidaten, die sich «konsistent konservativ» zu Themen wie Migration, Steuern und Bürokratie äußern könnten.

In dem «Breitbart»-Interview lobte Grenell zudem Österreichs konservativen Bundeskanzler Sebastian Kurz. Er empfinde «großen Respekt und Bewunderung» für Kurz, dessen ÖVP in Wien mit der rechtspopulistischen FPÖ regiert. Er halte Kurz für einen «Rockstar». «Ich bin ein großer Fan.»

(L'essentiel/jdr/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Veritas am 04.06.2018 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Top das d'USA elo hëllefen déi Asyl-Mafia ze entmuechten, ech hunn och schonn 2.500 eur un d'Identitär Beweegung gespent ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Veritas am 04.06.2018 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Top das d'USA elo hëllefen déi Asyl-Mafia ze entmuechten, ech hunn och schonn 2.500 eur un d'Identitär Beweegung gespent ...

    • Sylvie am 04.06.2018 16:33 Report Diesen Beitrag melden

      Veritas, aha, an dir mengt also mat Rietspopulisten an Riestsradikalen un der Muecht géif alles besser gin. Oh, nee, am Géigendeel, dann get alles mach vill méi schlemm. Niewebéi bemierkt, wann ech eppes spenden, muss ech daat net, esou wi dir, un d' grouss Klack hencken. An dann nach 2500 eur, schwéier ze gleewen!

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