Deutschland

27. Dezember 2017 13:29; Akt: 27.12.2017 13:35 Print

Verfassungsschutz beobachtet 40 Salafistinnen

Der Verfassungsschutz im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen beobachtet etwa 40 Salafistinnen. Sie sollen ein Schwestern-Netzwerk betreiben.

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Da viele männliche Führungspersonen der salafistischen Szene im Gefängnis sitzen, springen in Nordrhein-Westfalen offenbar vermehrt Frauen in die Bresche. Der Verfassungsschutz des deutschen Bundeslands beobachtet derzeit rund 40 Salafistinnen.

Sie sollen ein «Schwesternnetzwerk» betreiben, sagt der Chef der Behörde, Burkard Freier, der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Die Frauen hätten teilweise mehrere Hundert Follower auf Facebook und seien in der Szene mittlerweile akzeptiert.

«So entstehen salafistische Gesellschaftsteile»

Laut Freier bietet dieses Netzwerk ein salafistisches Komplettprogramm an, etwa mit Koch- und Erziehungstipps, aber auch Hetze gegen «Ungläubige». Die Salafistinnen seien «Ideologieproduzentinnen», die im Internet neue Mitglieder anwerben und versuchen würden, zu missionieren.

«Die Männer haben gemerkt, dass Frauen viel besser netzwerken können und deshalb viel stärker in der Lage sind, die Szene zu binden und am Leben zu halten», so Freier. Dazu komme, dass sie ihre Kinder von klein auf indoktrinieren würden. «So entsteht etwas, das sehr viel schwerer aufzulösen ist: salafistische Gesellschaftsteile», sagt er.

Immer mehr Rückkehrer

Durch repressive Aktionen wie das Verbot der Koran-Verteilaktion «Lies!» seien die Behörden zwar erfolgreich gewesen, so Freier. «Aber dadurch findet jetzt mehr im Verborgenen statt. Es gibt eine immer größere Zahl von minderjährigen Salafisten, die von Gewalt fantasieren.»

Durch die militärische Niederlage des IS habe sich der Salafismus zum Inlandsextremismus entwickelt. Die Zahl der Ausreisen nach Syrien und in den Irak tendiere schon seit einem Jahr gegen null, dafür nehme die Zahl der Rückkehrer zu. Unter ihnen seien zunehmend Frauen.

720 Gefährder erfasst

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben in den letzten Jahren etwa 720 Gefährder erfasst. Dabei handelt es sich um Personen, die als radikale Islamisten eingestuft werden, oder Kontakte zu solchen pflegen.

Von fast der Hälfte geht nach einer Untersuchung des Bundeskriminalamts aber kein besonderes terroristisches Risiko aus. Unter ihnen sind nach DPA-Informationen mehrere Dutzend Frauen und Jugendliche.

(L'essentiel/nk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Saupreis am 28.12.2017 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiss nicht warum man die Hassprediger, Unterstützer und Gefährdet nicht in ihre Heimat zurück schickt. Man kann doch nicht das Leben von Menschen aufs Spiel setzen, aber dit argumentieren das man die nicht zurück schicken kann, weil sie in deren Heimat aufgrund ihrer Taten evtl. ermordet werden. Die haben sich doch ihr Schicksal selber ausgesucht.

  • Tweety am 27.12.2017 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Man geht wie so oft in den letzten in der Welt bekannten Fällen von keinem terroristischen Risiko aus . Bis an dem Tag wo....und dann ??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Saupreis am 28.12.2017 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiss nicht warum man die Hassprediger, Unterstützer und Gefährdet nicht in ihre Heimat zurück schickt. Man kann doch nicht das Leben von Menschen aufs Spiel setzen, aber dit argumentieren das man die nicht zurück schicken kann, weil sie in deren Heimat aufgrund ihrer Taten evtl. ermordet werden. Die haben sich doch ihr Schicksal selber ausgesucht.

  • Tweety am 27.12.2017 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Man geht wie so oft in den letzten in der Welt bekannten Fällen von keinem terroristischen Risiko aus . Bis an dem Tag wo....und dann ??

    • raffaelli remo am 03.01.2018 17:23 Report Diesen Beitrag melden

      Aufpassen, nicht jeder Moslim ist ein Terrorist, ......aber jeder Terrorist ist bis jetzt ein Muslim gewesen , also ihr Herren Politiker ...weiter schlafen, Morgen sind Sie an der Reihe, denn die Salafisten sind auch in Luxemburg Aktiv!

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