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27. Februar 2020 11:29; Akt: 27.02.2020 11:29 Print

Ermittlungen sind «ein Stück weit ein Puzzle»

Im hessischen Volkmarsen ist ein Auto in einen Rosenmontagszug gefahren. Die Ermittlungen rund um den mutmaßlichen Täter laufen. Alle Informationen im Ticker.

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Das Wichtigste in Kürze:

• Im hessischen Volkmarsen ist am Rosenmontag ein Auto in einen Karnevalsumzug gefahren.
• Es wurden 61 Personen teilweise schwer verletzt, darunter 20 Kinder.
• Der 29-jährige Fahrer wurde festgenommen, er ist deutscher Staatsbürger.
• Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft.
• Die Hintergründe der Tat sind bislang unbekannt.


Newsticker:

Donnerstag, 27. März 2020

7 Uhr – «Ein Puzzle»

Auf der Suche nach den Gründen des mutmaßlichen Täters untersuchen die Ermittler Umfeld und Vorleben des 29-Järhrigen. «Wir fokussieren uns auf Motiv und Auslöser der Tat», sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt: «Es ist ein Stück weit ein Puzzle.» Auch Datenträger würden ausgewertet. «Wenn harte Fakten auf dem Tisch liegen, werden wir uns äußern», Zwischenstände zu einzelnen Ermittlungsabschnitten solle es aber nicht geben – auch weil neue Erkenntnisse immer die Bewertung ändern könnten. Ermittelt werde in alle Richtungen, dabei schließe man auch einen politischen Hintergrund nicht aus.


Mittwoch, 26. Februar 2020

10.40 Uhr – Schwere Kopfverletzungen

Nach seiner Festnahme sei der mutmaßliche Täter mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht und behandelt worden. Laut Medienberichten konnte der 29-Jährige erst am Dienstagabend zum Amtsgericht Kassel gebracht und vernommen werden. Dieses erließ im Anschluss Haftbefehl wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.

10.35 Uhr – Dashcam lag im Auto

Der Amokfahrer soll bereits gegen 12 Uhr mittags in seinem silbernen Mercedes am Straßenrand in der Nähe des Bahnübergangs gewartet haben. Im Auto lagen Tablet-Computer, Handy und Dashcam, schreibt die Bild-Zeitung. Er sei bewusst um Sperren herum gefahren, sagt der Landrat von Waldeck-Frankenberg, Reinhard Kubat. Eine Zeugin, die den Fahrer habe stoppen wollen, sei von ihm angegriffen worden, berichtet der TV-Sender Welt.

8.30 Uhr – Keine politische Motivation

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt sieht bei der Tat im nordhessischen Volkmarsen bislang keinen politischen Hintergrund. «Wir haben derzeit keine dringenden Anhaltspunkte dafür», sagte ein Behördensprecher am Mittwoch: «Wir ermitteln weiter in alle Richtungen.»

Bei der Amokfahrt wurden nach den jüngsten Angaben 61 Menschen im Alter von zwei Jahren bis 85 Jahren teils schwer verletzt, darunter 20 Kinder.


Dienstag, 25. Februar 2020

20.45 Uhr – Untersuchungshaft angeordnet

Gegen den 29-jährigen Mercedes-Fahrer wurde U-Haft angeordnet. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstagabend mit. Ihm werde versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen. 61 Personen im Alter von zwei bis 85 seien bei der Tat verletzt worden, einige davon schwer. Unter den Opfern befänden sich 20 Kinder. Ein Motiv für die Tat konnten die Ermittler bisher noch nicht herausfinden.

13.55 Uhr – 60 Verletzte

Bis zum frühen Dienstagnachmittag stieg die Zahl der Verletzten auf fast 60. Das Polizeipräsidium bat auch Verletzte, die nicht in ärztlicher Behandlung waren, sich zu melden. Am Dienstagmittag befanden sich noch 35 Menschen in stationärer Behandlung, wie die Polizei in Kassel mitteilte. Weitere wurden demnach ambulant behandelt. Die Zahl der verletzten Kinder liege bei 18, das jüngste sei drei Jahre alt. Wie stark die Kinder verletzt sind, war zunächst unklar.

10.30 Uhr – Gaffer

Neben dem 29-jährigen Autofahrer, dessen Motiv weiterhin unklar ist, wurde ein weiterer Mann verhaftet. Wie die Polizei in einer Pressemitteilung am Dienstagmorgen schreibt, wird ihm eine «Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen vorgeworfen». Der Mann habe ein Gaffervideo gedreht.

8.48 Uhr – 52 Opfer

Wie die Polizei mitteilt, gab es 52 Opfer beim Umzug in Volkmarsen. 35 Personen befänden sich noch im Krankenhaus.

8.37 Uhr – Details zu Opfern

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wird voraussichtlich am Dienstagvormittag Details zu den Opfern des Zwischenfalls in Volkmarsen mit Dutzenden Verletzten nennen. Dies werde man in Absprache mit der Polizei tun, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

8.20 Uhr – «Unauffälliger Mann»

Das RedaktionsNetwerk Deutschland hat mit dem Vermieter des mutmaßlichen Fahrers gesprochen. Demnach wohne der 29-Jährige mit seiner Großmutter zusammen, die Wintermonate verbringe er normalerweise auf den Kanaren. Er sei ein «unauffälliger Mann, es gab nie Beschwerden über ihn». Der Vermieter weiter: «Niemand hier hätte erwartet, dass er so etwas Krankes tut, es gab absolut keine Hinweise. Alle sind fassungslos».

6.58 Uhr – SEK-Einsatz

Wie verschiedene Medien berichten, hat am Montagabend ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Wohnung des mutmaßlichen Fahrers von Volkmarsen durchsucht.


Montag, 24. Februar 2020

21.40 Uhr – Verwirrung um Festnahme-Foto

Die Polizei warnt vor dem Verbreiten angeblicher Fotos des Täters. «Bei der abgebildeten Person handelt es sich definitiv nicht um den Täter», schreibt die Polizei Nordhessen am späten Montagabend bei Twitter: «Teilen Sie keine Falschnachrichten!»

20.26 Uhr – Zustand ungewiss

Medien- und Augenzeugenberichte, wonach der Tatverdächtige stark alkoholisiert war oder unter Drogen stand, sind bislang nicht gesichert. Die Generalstaatsanwaltschaft sagte am Montagabend, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt weder dementierte noch bestätigt werden könne.

Eine Nachbarin hatte gegenüber RTL erklärt, sie habe den mutmaßlichen Täter wegfahren sehen. Er habe ausgesehen, als stünde er unter Drogen und habe «bald stehe ich in der Zeitung» gesagt. Der Spiegel hatte unter Berufung auf Ermittlerkreise erklärt, dass der Mann «stark alkoholisiert» gewesen sei.

20.10 Uhr – Täter polizeibekannt

Der Polizei ist der mutmaßliche Täter, nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa, in der Vergangenheit durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung aufgefallen.

19.45 Uhr – Zweite Festnahme

Offenbar gibt es in Zusammenhang mit dem Vorfall in Volkmarsen eine zweite Festnahmen, wie Focus schreibt.

Laut Polizeipräsident Gerhard Bereswil sei noch unklar ob der Festgenommene als Tatverdächtiger oder als Zeuge gelte. Er sei bereits kurz nach dem Zwischenfall von der Polizei mitgenommen worden.

18.55 Uhr – Fahrer in Behandlung

Der 29-jährige Mann, der in die Menschengruppe gefahren ist, befindet sich derzeit in ärztlicher Behandlung. Er hat durch seine Tat selber Verletzungen erlitten, wie die Polizei Nordhessen in einer Mitteilung schreibt. Der Beschuldigte soll dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, sobald dies sein Gesundheitszustand zulässt.

18.40 Uhr – Bürgermeister

«Wir sind alle betroffen, alle tief geschockt», wird Volkmarsens Bürgermeister Hartmut Linnekugel in deutschen Medien zitiert. Im Rathaus wurde ein Notlagezentrum mit Seelsorge und Polizeikräften eingerichtet, das bis Dienstag geöffnet bleibt.

18.30 Uhr – Versuchte Tötung

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Das teilte der Sprecher der Behörde mit. Zum Motiv könne man noch nichts sagen: «Wir ermitteln in alle Richtungen.»

18.20 Uhr – Hohe Geschwindigkeit

Nach den bisherigen Erkenntnissen des hessischen Innenministeriums sei der Mann mit hoher Geschwindigkeit gefahren. Als politischer Extremist oder Islamist sei der 29-jährige deutsche Staatsbürger bislang nicht aufgefallen.

18.05 Uhr – Vorsätzlichkeit

Ein Anschlag kann nach Angaben des hessischen Innenministeriums nicht ausgeschlossen werden. Ein Sprecher der Behörde begründete das am Montag mit der Situation vor Ort. Zuvor hatte ein Polizeisprecher in Volkmarsen gesagt: «Wir gehen nicht von einem Anschlag aus. Wir gehen von einem vorsätzlichen Tatgeschehen aus.»

18.01 Uhr – 30 Verletzte

Bei dem Zwischenfall hat es 30 Verletzte gegeben. Sieben davon seien schwer verletzt. Das sagte Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill. Laut einem Polizeisprecher sind unter den Verletzten auch Kinder.

17.44 Uhr – Schwerverletzte

Die Polizei Nordhessen bestätigt auf Twitter, dass es mehrere, zum Teil schwerverletzte Personen gibt. Darunter sind auch Kinder. Eine genaue Anzahl der Verletzten könne derzeit noch nicht genannt werden.

17.30 Uhr – Nicht venehmungsfähig

Der festgenommene, 29-jährige Autofahrer sei zurzeit nicht venehmungsfähig, heißt es laut Polizei. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat lägen derzeit jedoch nicht vor. Die Polizeipräsenz in ganz Hessen sei verstärkt worden.

17.01 Uhr – Absicht

Ein Polizeisprecher sagt zur Bild: «Wir gehen von einem Anschlag aus». Demnach sei der Fahrer absichtlich in den Umzug gefahren. Weiteren Informationen der Zeitung zufolge wurden mehr als 30 Personen verletzt, rund ein Drittel davon schwer. Ob auch Tote darunter sind, konnte die Polizei noch nicht sagen.

16.45 Uhr – Fahrer

Laut Informationen der Bild-Zeitung soll es sich bei dem Fahrer um einen deutschen Staatsbürger aus der Region in Alter zwischen 20 und 30 Jahren handeln. Ein Zeuge berichtete der Zeitung, erboste Menschen seien mit erhobenen Fäusten auf den Fahrer zugelaufen, die Polizei habe ihn schützen müssen.

Weitere Zeugen berichteten laut Frankfurter Rundschau, es habe gewirkt, als habe es der Fahrer gezielt auf Kinder abgesehen gehabt. Er soll zuvor noch eine Absperrung umfahren haben.

16.35 Uhr – Umzüge abgebrochen

«Alle in Hessen stattfindenden Fastnachtsumzüge werden vorsichtshalber abgebrochen», teilt die Polizei Westhessen auf Twitter mit.

16.20 Uhr – Fahrer festgenommen

In Hessen ist ein Auto in einen Rosenmontagsumzug gefahren. Bei dem Unglück in Volkmarsen im Kreis Waldeck-Frankenberg sollen mehrere Menschen verletzt worden sein, wie die Polizei Kassel mitteilte. Der Fahrer des Wagens wurde demnach festgenommen.

Die Ermittler konnten zunächst keine Angaben dazu machen, ob er absichtlich in die Menschenmenge fuhr oder ob es sich um einen Unfall handelte. «Es ist noch zu früh», sagte eine Polizeisprecherin.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx am 26.02.2020 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich u. außerdem verwunderlich, dass die Information über den Täter sehr spärlich an die Öffentlichkeit gelangen u. so der Verdacht geweckt wird, dass hier irgendetwas relativiert u. vertuscht werden soll!

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  • mr mann am 26.02.2020 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Verdächtiger ist deutscher Staatsbürger -> ist deutscher Staatsbürger Verdächtiger ist kein deutscher Staatsbürger -> Ein Mann. Ich liebe Pressefreiheit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • mr mann am 26.02.2020 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Verdächtiger ist deutscher Staatsbürger -> ist deutscher Staatsbürger Verdächtiger ist kein deutscher Staatsbürger -> Ein Mann. Ich liebe Pressefreiheit.

  • xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx am 26.02.2020 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich u. außerdem verwunderlich, dass die Information über den Täter sehr spärlich an die Öffentlichkeit gelangen u. so der Verdacht geweckt wird, dass hier irgendetwas relativiert u. vertuscht werden soll!

    • Quatsch am 27.02.2020 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      Wovon reden Sie? Die Informationen sind quasi sofort durchgesickert (über die Medien) und nachdem die Polizei kurz ermittelt hatte, wurden sie auch öffentlich so bestätigt. Das ging ratz-fatz.

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