Gleise gelockert

24. März 2020 10:24; Akt: 24.03.2020 13:11 Print

Bekennerbrief überführt den ICE-​​Attentäter

Der 51-Jährige, der einen Anschlag auf die ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Köln verübt haben soll, ist kein Unbekannter.

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Das Bekennerschreiben hat wohl den Täter überführt, der die Gleise auf der ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Köln gelockert hat. (Bild: DPA/Swen Pförtner)

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Am 20. März fiel einem Lokführer auf, dass sein Zug auf einem Abschnitt der Hochgeschwindigkeitsstrecke bei Niedernhausen unruhig fuhr: Er schlug Alarm. Die hessische Polizei nahm augenblicklich Ermittlungen auf. Die Strecke Frankfurt-Köln wurde gesperrt. In der Nacht auf Samstag, 21. März konnte ein Spezialeinsatzkommando einen Tatverdächtigen in einem Hotel bei Köln festnehmen.

Nach Informationen des «Spiegels» soll der Täter insgesamt 127 sogenannte Schwellenhalter, ein Verbindungsglied zwischen Schienen und Schwellen, gelockert haben. Die besagten Halter sorgen für die Stabilität der Gleise.

Mann nutzte mehrere falsche Namen

In einem Bekennerschreiben, das auch an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gerichtet wurde, soll der der Mann die exakte Stelle des Anschlags genannt haben. Das Dokument stellte sich als wichtiges Beweißtück heraus.

Laut Recherchen des «Spiegels» handelt es sich beim mutmaßlichen Täter um einen 51-Jährigen. Die registrierten Daten zeigen: Der Mann ist kein Unbekannter. Wegen Drogendelikten, Diebstahls und Betrugs war er in der Vergangenheit bereits polizeilich aufgefallen. Dabei griff er auf über ein Dutzend Alias-Namen zurück, etwa Yanni von Hindenburg. Einen festen Wohnsitz hatte er nicht. Erst im Dezember 2019 wurde der Mann aus einer zweijährigen Haftstrafe entlassen, nachdem er einen Kinderspielzeug-Hersteller betrogen und erpresst hatte.

Ermittlungen wegen versuchtem Mord

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr gegen den Vorbestraften. Er befindet sich zurzeit in Untersuchungshaft.

Die deutsche Bundespolizei, in deren Aufsichtsbereich alle Zugstrecken und Bahnhöfe fallen, wurde nach dem Vorfall dazu angehalten, trotz Coronakrise entlang der Trasses zu patrouillieren. Laut «Spiegel» gebe es in Sicherheitskreisen seit Längerem den Verdacht, dass Kriminelle die Situation der belasteten Behörden ausnutzen, um Straftaten zu begehen.

(L'essentiel/jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kaa am 24.03.2020 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Watt mecht d‘Welt esou krank fir datt esou een abjekten Gedanken an engem kriminellen Gehiir keimen kann?

Die neusten Leser-Kommentare

  • kaa am 24.03.2020 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Watt mecht d‘Welt esou krank fir datt esou een abjekten Gedanken an engem kriminellen Gehiir keimen kann?