Deutschland

24. April 2018 12:01; Akt: 24.04.2018 12:05 Print

Bin Ladens Ex-​​Leibwächter kassiert Sozialhilfe

Der einstige Al-Qaida-Anhänger Sami A. lebt seit zwölf Jahren in Deutschland. Anstatt abgeschoben zu werden, erhält er staatliche Unterstützung.

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Der von den Behörden als islamistischer Gefährder eingestufte Sami A. war ein ehemaliger Leibwächter des verstorbenen Al-Qaida-Führers Osama Bin Laden. Seit mehreren Jahren lebt er in Bochum, von wo aus er offenbar junge Muslime für den sogenannten Heiligen Krieg rekrutierte.

Trotzdem verbietet ein Urteil auf höchstgerichtlicher Ebene die Abschiebung von Sami A. in seine Heimat Tunesien – unter anderem, weil er mit einer Deutschen verheiratet ist und das Paar vier gemeinsame Kinder hat. Nun berichtet «Bild» (Artikel ist kostenpflichtig), dass der Tunesier monatlich 1167,84 Euro staatliche Unterstützung erhält. Diese Auskunft gab die Landesregierung NRW auf Anfrage der AfD.

Die Informationen, wie sich dieser Betrag zusammensetzt, würden dem Datenschutz unterliegen. Dem Gesetz zufolge stehen Sami A. und seiner Frau je 194 Euro und für jedes der vier Kinder zwischen 133 und 157 Euro zu, wie es im Bericht weiter heißt. Offenbar erhält der einstige Bin Laden-Anhänger aber mehr als das.

Kein hinreichender Tatverdacht

Gegen Sami A. ist wegen der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung ermittelt worden. Da sich jedoch nicht mit «hinreichender Sicherheit» ein Tatverdacht gegen den Salafisten ergeben habe, seien die Ermittlungen im Mai 2007 eingestellt worden, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe damals mit. Inwieweit Sami A. möglicherweise für die Radikalisierung anderer Muslime verantwortlich ist, sei nicht Gegenstand der Ermittlungen gewesen.

Sami A. kam laut «Bild» als 21-jähriger Student 1997 nach Deutschland. In der Zeit zwischen 1999 bis 2000 reiste er laut Gerichtsurteilen nach Afghanistan. Durch die Rekrutierung in ein Al-Qaida-Ausbildungscamp soll er schließlich in die Leibgarde Bin Ladens befördert worden sein. Sami A. bestreitet dies, sowie seine angeblichen Kontakte zu einem der Drahtzieher des Anschlags vom 11. September.

(L'essentiel/kaf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 24.04.2018 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mich würde interessieren ob und was Herr Sami A. jemals in Deutschland gearbeitet hat und ob er jemals etwas in irgendeine Krankenkasse/ Rentenkasse einbezahlt hat. Oder ist er Nettoempfänger ?

  • remo raffaelli am 24.04.2018 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Armes Deutschland , wo Steuern Sie hin ? Ihr scheint gar nichts mehr im Griff zu haben !

  • H.Odenzak am 24.04.2018 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Na, ist die EU nicht wunderbar? Ein Rentner, der das Land mit aufgebaut hat, bekommt ein Bruchteil von dem was Herrn Sami A. einsteckt... Dann wundern sich die Politier warum die eigene Leute sich von der Politik abwenden... Ein Erklärung gibt es auch nicht. Aber wir wissen schon: "Ein von unserer Goldstücken", würde die Merkel dazu sagen...ein Witz! ...nun, es brodelt aber so langsam in der Kiste, und die Leute werden nicht ewig Geduld haben, denn es sticht einem in die Augen, dass der Wurm drin ist...

Die neusten Leser-Kommentare

  • dusninja am 24.04.2018 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja die Lösung wäre ein Untechtssystem wie Luxemburg und Frankreich: Geblitzt worden? Vorkasse und sonst was, scheiss auf die Unschuldsvermutung. Fahrer (Täter) nicht zu ermitteln? Halterhaftung - nannte man bei den Nazis Sippenhaft. Was ist sonst noch bei der Polizei und dem Rechtssystem erlebt habe - Rechtsbeugung, offen rassistische Richter, Polizisten mit dummen Ausreden um nicht arbeiten zu müssen, IGP die die Polizei um Erledigung bittet, usw - wurde im Detail hier das Zeichenlimit sprengen.

  • dusninja am 24.04.2018 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also, wenn ich das zu höre, ist das kurz vorm überkochen. Aber ausser bei den Ossi muckt ja keiner aus. Das ist wie beim Amri, wo er noch und nöcher verschont wurde. Das Problem in D ist leider, dass ein Zentrum wie am Findel einem KZ ähneln würde. Deswegen lässt man sich lieber auf die Füsse treten. Aber die AFD ist auch nicht die Lösung genauso wie die Obergrenze, die Genfer Flüchtlingskonventionen sind da die einzige verbindlichen Völkerverträge. Hotte und die AFD betreiben da leider Augenwischerei und viele fallen drauf rein.

  • dusninja am 24.04.2018 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hartz4 setzt meines Wissen kein Einzahlen voraus. Aber die grösste Schweinerei für mich ist, dass Einer, der 30 malocht und doppelt und dreifach eingezahlt hat genauso behandelt wird wie ein 20jähriger, der keinen Bock hat zu arbeiten. Und das ist nicht gerecht.

  • Kannitverstan am 24.04.2018 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mich würde interessieren ob und was Herr Sami A. jemals in Deutschland gearbeitet hat und ob er jemals etwas in irgendeine Krankenkasse/ Rentenkasse einbezahlt hat. Oder ist er Nettoempfänger ?

  • H.Odenzak am 24.04.2018 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Na, ist die EU nicht wunderbar? Ein Rentner, der das Land mit aufgebaut hat, bekommt ein Bruchteil von dem was Herrn Sami A. einsteckt... Dann wundern sich die Politier warum die eigene Leute sich von der Politik abwenden... Ein Erklärung gibt es auch nicht. Aber wir wissen schon: "Ein von unserer Goldstücken", würde die Merkel dazu sagen...ein Witz! ...nun, es brodelt aber so langsam in der Kiste, und die Leute werden nicht ewig Geduld haben, denn es sticht einem in die Augen, dass der Wurm drin ist...