Deutscher Innenminister

16. März 2018 16:13; Akt: 16.03.2018 16:18 Print

«Der Islam gehört nicht zu Deutschland»

Gerade erst wurde Horst Seehofer zum neuen deutschen Innenminster ernannt, da sorgt der 68-Jährige schon für Gesprächsstoff.

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Der neue deutsche Innenminister Horst Seehofer hat den Satz «Der Islam gehört zu Deutschland» als falsch bezeichnet. «Nein. Der Islam gehört nicht zu Deutschland», sagte Seehofer der «Bild»-Zeitung (Freitagsausgabe). Die Grünen kritisierten die Aussagen des CSU-Politikers scharf.

Deutschland sei durch das Christentum geprägt, dazu gehörten der freie Sonntag, kirchliche Feiertage und Rituale wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten, sagte Seehofer.

«Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland», fügte er hinzu. Dies bedeute jedoch nicht, «dass wir deswegen aus falscher Rücksichtnahme unsere landestypischen Traditionen und Gebräuche aufgeben».

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth bezeichnete Seehofers Äußerung als «Signal der Ausgrenzung». Ein Heimatminister, der am ersten Tag seiner Amtszeit angesichts brennender Moscheen und Morddrohungen gegen den Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, nicht Solidarität bekunde, «hat sich umgehend disqualifiziert und handelt sträflich verantwortungslos», erklärte sie in Berlin.

Der Grünen-Abgeordnete Jürgen Trittin sagte im Südwestrundfunk: «So setzt die CSU ihren fatalen Kurs fort und macht Wahlkampf für die AfD.» Ein Heimatminister, der es als erste Aufgabe sieht, «die Heimat zu spalten, der ist fehl am Platze».

Merkel mit anderer Meinung

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte am Freitag klar, dass für sie die hierzulande lebenden Muslime und der Islam zu Deutschland gehören. Die Prägung des Landes sei «sehr stark durch das Christentum» sowie das Judentum erfolgt, sagte sie in Berlin. «Aber inzwischen leben vier Millionen Muslime in Deutschland.»

Diese Menschen übten in Deutschland ihre Religion aus. «Und diese Muslime gehören auch zu Deutschland. Und genauso gehört ihre Religion damit zu Deutschland, also auch der Islam», betonte Merkel.

Der Satz «Der Islam gehört zu Deutschland» war durch den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff und seine Rede zur Deutschen Einheit im Jahr 2010 bekannt geworden und hatte immer wieder zu Diskussionen geführt.

Neue Islamkonferenzen

Seehofer kündigte an, erneut Islamkonferenzen einberufen zu wollen, um die Probleme der Integration von Muslimen in Deutschland zu diskutieren. Die Islamkonferenz sei ihm wichtig. «Wir müssen uns mit den muslimischen Verbänden an einen Tisch setzen und den Dialog suchen und da wo nötig noch ausbauen», sagte Seehofer.

Muslime müssten «mit uns leben, nicht neben oder gegen uns». Um dies zu erreichen, seien gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme erforderlich. «Das erreicht man nur, wenn man miteinander spricht.»

Merkel sprach sich für einen Dialog zwischen den Religionen aus. «Wir müssen alles tun, um das Zusammenleben gut zu gestalten zwischen den Religionen», sagte sie.

Dafür seien die Islamkonferenzen ein «sehr wichtiges Instrument». Merkel betonte zudem: «Wir wollen einen Islam, der auf der Grundlage des Grundgesetzes basiert und grundgesetzkonform ist.»

(L'essentiel/fur/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim den Sin ech am 18.03.2018 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    rescht Huet hein

  • Phil am 18.03.2018 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    ... an och net zu Lëtzebuerg! All Respekt, Här Seehofer... do sot dir eng Wourecht, mee är Mme. Merkel ass an där Hinsicht anscheinend nach emmer blan an daf...

  • pit am 17.03.2018 02:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wat get den mann dann sou stark kritiseiert. den huet dach vollkommen recht. "Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland», fügte er hinzu. Dies bedeute jedoch nicht, «dass wir deswegen aus falscher Rücksichtnahme unsere landestypischen Traditionen und Gebräuche aufgeben»." top monsieur, sou ass et richteg. et ass nach emmer deutschland an keen muslimeschen staat

Die neusten Leser-Kommentare

  • Phil am 18.03.2018 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    ... an och net zu Lëtzebuerg! All Respekt, Här Seehofer... do sot dir eng Wourecht, mee är Mme. Merkel ass an där Hinsicht anscheinend nach emmer blan an daf...

  • Tim den Sin ech am 18.03.2018 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    rescht Huet hein

  • Leicon am 18.03.2018 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wou hien Recht huet,huet en Recht !

  • Hannes Berg am 17.03.2018 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Der Islam gehört nicht zu uns ,unsere Traditionen beruhen auf dem Christentum

  • remo raffaelli am 17.03.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Die ganze Schuld liegt nur an uns Europäer , wir haben ja Religionsfreiheit , wir akzeptieren ja alle Form von Sekten , also warum nicht Muslimen??? Alle Religionen sind Gift für die Gesellschaft, also lasst die Muslimen Teilnehmen an diesen Hirngespinst, in Deutschland gibt es sogar Scienthologie , auch die ist Erlaubt, also lasst die Muslimen solange in Ruhe , wir haben Religionsfreiheit !