Deutschland

28. September 2020 13:41; Akt: 28.09.2020 13:48 Print

Die ewige Suche nach einem Atommüll-​​Endlager

Salzstock Gorleben wird kein Atommüll-Endlager. Nach den ersten geologische Untersuchungen stehen nun 90 Gebiete und Regionen zur Diskussion.

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Atomares Zwischenlager Gorleben. Foto: Philipp Schulze/dpa (Bild: Keystone/dpa/Philipp Schulze)

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90 Gebiete in Deutschland haben nach neuesten Erkenntnissen günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. Der jahrzehntelang umstrittene Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist nicht darunter. Stattdessen aber auch das Gebiet in Rheinland-Pfalz zwischen Nackenheim und Edenkoben.

Dies geht aus dem am Montag veröffentlichten Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung hervor. Eine Vorfestlegung auf einen Standort ist damit aber noch längst nicht verbunden. In den kommenden Monaten und Jahren werden die möglichen Standorte nach und nach weiter eingegrenzt, indem weitere Kriterien – etwa die Bevölkerungsdichte – berücksichtigt werden.

Dennoch dürfte die Debatte über die Endlagerung von hoch radioaktivem Atommüll damit in Fahrt kommen – vor allem in den Gebieten, die nun näher unter die Lupe genommen werden sollen.

Suche soll eingegrenzt werden

Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden.

Der Bericht listet erst einmal alle Regionen in Deutschland auf, «die günstige geologische Voraussetzungen für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten lassen», so schreibt es das entsprechende Gesetz vor. Deswegen sind es noch ziemlich viele und teils auch recht große Gebiete. Konkreter wird es erst in den kommenden Jahren.

Sechs Atomkraftwerke Deutschlands noch in Betrieb

Nach langem Ärger um den Salzstock Gorleben wurde die Endlager-Suche komplett neu gestartet. Ausgehend von einer «weißen Landkarte», auf der erst mal jeder Ort grundsätzlich in Frage kommt, werden mögliche Standorte nun nach wissenschaftlichen Kriterien nach und nach eingegrenzt.

Deutschland will bis Ende 2022 komplett aus der Atomstromerzeugung aussteigen. Zur Zeit sind nur noch sechs Atomkraftwerke in Betrieb, vor zehn Jahren es noch 17. In den 1970er Jahren war beschlossen worden, in Gorleben ein Endlager einzurichten. Damals lag der Ort nahe der DDR-Grenze im sogenannten Zonenrandgebiet. Gegen ein mögliches Lager dort gab es jahrzehntelangen Widerstand.

(L'essentiel/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mit voller Pulle voll daneben am 30.09.2020 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    einen sicheren Ort für ein Atomendmülllager gibt es auf der ganzen Erde nicht! ...

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  • mit voller Pulle voll daneben am 30.09.2020 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    einen sicheren Ort für ein Atomendmülllager gibt es auf der ganzen Erde nicht! ...