Marlene Mortler

18. August 2017 19:43; Akt: 18.08.2017 20:03 Print

Drogenbeauftragte warnt vorm Kiffen

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung warnt eindringlich vor einer Verharmlosung von Cannabis – und sieht mächtige Geschäftemacher am Werk.

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Marlene Mortler 2012 als Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft der CSU auf der Messe «Grüne Woche» (Bild: Deutscher Brauer-Bund)

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Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung warnt eindringlich vor einer Verharmlosung von Cannabis. Zugleich wies Marlene Mortler (CSU) am Freitag darauf hin, dass vor allem US-Investoren schon ein gutes Geschäft mit Cannabis auf dem deutschen Markt witterten. Der Druck nehme zu, Cannabis zu legalisieren, sagte die CSU-Politikerin bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts 2017 in Berlin.

«Der Drogenmarkt ist heute vollständig globalisiert», erklärte Mortler. Die Verharmlosung von Cannabis sei inzwischen ein allgemeiner Trend und mit ein Grund, weshalb der Konsum der Droge in jüngster Zeit wieder angestiegen sei. 6,1 Prozent der Erwachsenen gaben demnach an, in den vergangenen 12 Monaten die Droge genommen zu haben, so viele wie zuletzt 2003.

Mortler sieht USA als Negativ-Beispiel

Dabei sei der Anteil gefährlicher Wirkstoffe in Cannabis heute etwa vier Mal so hoch wie in den 1970er Jahren, sagte Mortler weiter. Sie verwies auf die Folgen der Legalisierung von Cannabis im US-Bundesstaat Colorado, wo die Zahl der Konsumenten bei Jugendlichen um 20 Prozent gestiegen sei. Auch die Häufigkeit der Vergiftungen bei kleinen Kindern nehme zu.

Nach den Worten Mortlers besteht ein hoher Druck der Cannabis-Lobby. «Es geht um ein großes Geschäft», sagte sie und fügte hinzu, selbst für Hedgefonds - insbesondere aus den USA - sei das reiche Deutschland ein «hoch interessanter Markt».

Mortler sagte nun, inzwischen habe die Cannabis-Lobby einen besseren Zugang zu Teilen der Politik als die Alkohol- oder Tabak-Lobby. Auch Schüler erreiche die Cannabis-Lobby über die sozialen Medien gut.

Psychische Probleme befürchtet

Je früher die Kinder Cannabis konsumierten, umso höher sei später das Risiko psychischer Probleme. 51 Prozent der Eltern und 12 Prozent der Lehrer wissen einer Berliner Umfrage zufolge nicht, dass Cannabis das im Wachsen befindliche Gehirn von Kindern stark schädigen kann. Der Drogenkonsum müsse zurückgedrängt und die Betroffenen aus der Sucht geholt werden, sagte die CSU-Bundestagsabgeordnete.

Mortler forderte eine aktive Anti-Cannabis-Politik im Bund. Dabei dürften Kommunen und Länder nicht allein gelassen werden. Der Bund müsse dafür auch Geld ausgeben. Gegen die Droge sei ein ähnliches flächendeckendes Präventionsprogramm nötig wie bei Alkohol und Tabak.

Mortlers Heimat verzeichnet die meisten Drogentoten

Die Partei Die Linke warf Mortler eine enttäuschende Bilanz in der zu Ende gehenden Legislaturperiode vor. «Seit ihrem Amtsantritt ist die Zahl der Toten durch illegale Drogen um 30 Prozent gestiegen», sagte Linken-Fraktionsvize Frank Tempel. «Die meisten Drogentoten kommen dabei aus ihrem Heimatland Bayern.»

Wie Mortler schon vor einigen Wochen mitgeteilt hatte, war 2016 die Zahl der Drogentoten in Deutschland zum vierten Mal in Folge gestiegen. Im vergangenen Jahr starben bundesweit 1333 Menschen, weil sie illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Crack konsumierten - neun Prozent mehr als im Vorjahr. Weshalb gerade Bayern die meisten Drogentoten verzeichnete, ist Mortler zufolge unklar.

(L’essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cannabis heilt am 19.08.2017 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mortler sollte lieber vorm Biersaufen warnen wegen der vielen Alkoholtoten und Alkoholiker und sonstigen durch Alkohol und Alkoholiker Geschädigten und Behinderten! ... nicht nur, dass davon das Gesicht rotgeädert anläuft, Bierbauch u. Brüste wachsen, die Gehirnzellen dabei absterben so wie das Immunsystem allgemein geschwächt wird, sodass Krebs ein leichtes Spiel hat, es schädigt auch Erbgut u. Föten, so dass auch nachfolgende Generationen unverschuldet ab der Geburt unter Alkohol u. Alkoholsucht leiden müssen! Aber Intelligenz wird sowieso nicht gebraucht, sondern nur 'blinder Gehorsam'

  • kriminelle Drogenpolitik am 19.08.2017 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    '... starben bundesweit 1333 Menschen, weil sie illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Crack konsumierten ...' ... und wie viele starben an Alkohol oder wegen Alkohol am Steuer ... ... ??? ... und wie viele starben an Cannabis? ... keiner!? Das Allerschlimmste am Cannabis ist die Verfolgung und Erniedrigung von Menschen, die von seiner genialen Wirkung profitieren und deshalb kriminasiert und in die Paranoia getrieben werden von gehirnlosen Alkoholikern!

  • Stefan am 19.08.2017 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die Cannabis-Lobby stärker in der Politik vertreten wird als die von Alkohol ist das schon ein Pressestatement wert. Dass die letztgenannte die Politik seit jahrzehnten steuert und "schmiert" wird dabei irgendwie nicht richtig betont.. Ein "Präventionsprogramm" wie bei Alkohol und Tabak? Gibt es bald TV-Werbespots und Werbeplakate für Cannabisprodukte?! Dann will ich aber von ihr auch einen Twitterpost wie diesen über Cannabis.. am besten mit der Überschrift: "Die Geister die ich rief": https://twitter.com/marlenemortler/statuses/420953004465217536

Die neusten Leser-Kommentare

  • H.Odensak am 20.08.2017 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ich empfehle der Frau Mortler sich mal die Doku von Arte vom April 2016 "Drogen kann man nicht erschießen" anzuschauen...findet man auch leicht auf youtube, einfach namen eintippen ;) Vielleicht wird ihr das Beispiel Portugal ein wenig die Augen öffnen: seit den Leuten erlaubt wurde 10 gr. zu besitzen ist die Kriminalität nicht gestiegen, auch der Konsum von Cannabis ist auf dem selben level geblieben... Nun ja, Urban Legends sind eben nicht einfach aus der Welt zu schaffen, liebe Frau Mortler... ;)

  • H.Odenzak am 20.08.2017 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaub' ich bin im falschem Film! In der Doku am Samstag auf n-24 gab's andere Töne zum Thema Cannabis: sogenante psychische Probleme tauchen nicht mit dem Cannabis auf, sondern sind schon vorher vorhanden! Man greift nicht zum Joint um Probleme zu betäuben, sondern die Probleme leiten zum Konsum, also ist diese psycho nummer fake. Übrigens gehört der Doku nach Alkohol zur schlimmsten Droge überhaupt, für sich selbst UND für andere! Vom kiffen ist noch niemand gestorben, also lassen Sie bitte endlich mal diese Hexenjagdt! Ach was soll's...Prost!

  • Stefan am 19.08.2017 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die Cannabis-Lobby stärker in der Politik vertreten wird als die von Alkohol ist das schon ein Pressestatement wert. Dass die letztgenannte die Politik seit jahrzehnten steuert und "schmiert" wird dabei irgendwie nicht richtig betont.. Ein "Präventionsprogramm" wie bei Alkohol und Tabak? Gibt es bald TV-Werbespots und Werbeplakate für Cannabisprodukte?! Dann will ich aber von ihr auch einen Twitterpost wie diesen über Cannabis.. am besten mit der Überschrift: "Die Geister die ich rief": https://twitter.com/marlenemortler/statuses/420953004465217536

  • kriminelle Drogenpolitik am 19.08.2017 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    '... starben bundesweit 1333 Menschen, weil sie illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Crack konsumierten ...' ... und wie viele starben an Alkohol oder wegen Alkohol am Steuer ... ... ??? ... und wie viele starben an Cannabis? ... keiner!? Das Allerschlimmste am Cannabis ist die Verfolgung und Erniedrigung von Menschen, die von seiner genialen Wirkung profitieren und deshalb kriminasiert und in die Paranoia getrieben werden von gehirnlosen Alkoholikern!

  • Cannabis heilt am 19.08.2017 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mortler sollte lieber vorm Biersaufen warnen wegen der vielen Alkoholtoten und Alkoholiker und sonstigen durch Alkohol und Alkoholiker Geschädigten und Behinderten! ... nicht nur, dass davon das Gesicht rotgeädert anläuft, Bierbauch u. Brüste wachsen, die Gehirnzellen dabei absterben so wie das Immunsystem allgemein geschwächt wird, sodass Krebs ein leichtes Spiel hat, es schädigt auch Erbgut u. Föten, so dass auch nachfolgende Generationen unverschuldet ab der Geburt unter Alkohol u. Alkoholsucht leiden müssen! Aber Intelligenz wird sowieso nicht gebraucht, sondern nur 'blinder Gehorsam'