Corona-Warn-App

16. Juni 2020 15:47; Akt: 16.06.2020 16:11 Print

«Ein großer Schritt für die Pandemie-​​Bekämpfung»

Künftig sollen Bürger in Deutschland ihr Handy einsetzen können, um die Corona-Epidemie einzudämmen. Die Regierung baut darauf, dass viele mitmachen.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt auf eine breite freiwillige Nutzung der neuen Warn-App gegen das neuartige Coronavirus. (Bild: DPA/Hannibal Hanschke)

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Im Kampf gegen das Coronavirus ist nach wochenlangen Vorbereitungen die staatliche Warn-App zum freiwilligen Verwenden für alle Bürger in Deutschland gestartet. «Sie herunterzuladen und zu nutzen, ist ein kleiner Schritt für jeden von uns, aber ein großer Schritt für die Pandemie-Bekämpfung», sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Dienstag in Berlin. Die App, die Nutzer seit der Nacht zu Dienstag auf Smartphones herunterladen können, sei nach den Vorbereitungen nicht die erste Corona-App weltweit, sie sei aber die beste.

Die App kommt nach Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) passend zur jetzigen Phase weiterer Corona-Lockerungen. Sie sei «kein Freifahrtschein, aber ein wichtiges weiteres Werkzeug in der Pandemie». Etwa auf Demonstrationen, in Bussen und Bahnen. Die App ermögliche dann Meldungen an Personen, die darüber sonst nie hätten informiert werden können.

Prinzip der «doppelten Freiwilligkeit»

Die App soll das Nachverfolgen von Infektionen erleichtern. Dafür kann sie messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich auch ohne Symptome auf Kassenkosten testen lassen.

Kontaktdaten werden nicht zentral, sondern nur auf den Smartphones gespeichert. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) betonte das Prinzip der «doppelten Freiwilligkeit». Man entscheide selbst, ob man die Anwendung auf dem Smartphone installiere – und dann auch, ob man bei einem positiven Test dies der App mitteile.

« Aus Sicht des Datenschutzes gibt es noch Schwachstellen. »

Spahn betonte, die App ersetze nicht vernünftiges Verhalten. Aber die App könne helfen, Kontaktpersonen schneller zu warnen. Ärztepräsident Klaus Reinhardt sagte der dpa: «Das ist ein sehr sinnvolles Instrument.» Die App sorge auf einfache Weise dafür, Infektionsketten zu erkennen. Sie wirke natürlich nur dann, wenn man möglichst viele Menschen fürs Mitmachen gewinne. «Sie würde noch besser wirken, wenn man das System grenzüberschreitend in Europa gangbar machen könnte.»

Auch nach dem Start dringen die Grünen darauf, den Einsatz der App per Gesetz zu regeln. «Wir hoffen, dass Millionen von Menschen die App jetzt runterladen», sagte Fraktionsvize Konstantin von Notz. «Aber wir glauben, wenn man ein so relevantes Ding ausrollt, dass man dann die rechtlichen Fragen in einem Gesetz geklärt haben muss.»

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber sieht auch noch Nachbesserungsbedarf bei der deutschen Corona-Warn-App. «Aus Sicht des Datenschutzes sehe ich keinen Grund, der gegen eine Installation spricht. Aber es gibt noch Schwachstellen.» Vor allem stört sich Kelber an einem Verfahren, bei dem Nutzer eine TAN von einer Telefon-Hotline bekommt, um ein positives Testergebnis in der App einzutragen. Grundsätzlich soll das ohne Telefon-Hotline gehen.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 17.06.2020 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    An wann se net wellen dann gin se fraiwelleg gezwongen. An daat obwuel et och ouni App well baal keng Fäll méi get. Waat kontrolléieren se dann wuel nemmen do?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco am 17.06.2020 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    An wann se net wellen dann gin se fraiwelleg gezwongen. An daat obwuel et och ouni App well baal keng Fäll méi get. Waat kontrolléieren se dann wuel nemmen do?