Corona-Pandemie

07. August 2020 12:39; Akt: 07.08.2020 12:56 Print

Die ersten Schulen sind bereits wieder zu

Kurz nach Schuljahresbeginn haben die ersten Schulen in Mecklenburg-Vorpommern wegen Corona schon wieder zugemacht. Virologen weisen auf das Risiko von Infektionen in Schulen hin.

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Die Hoffnung auf einen normalen Schulbetrieb war schnell zerstört (Bild: DPA/Jens Büttner)

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Die Schule hat kaum angefangen, da war sie schon wieder vorbei: Wie schnell die Hoffnungen in Deutschland auf einen weitgehend normalen Schulbetrieb im neuen Schuljahr zerstört werden können, zeigte sich am selben Tag in Mecklenburg-Vorpommern. Am Ende der ersten Schulwoche nach den Ferien wurden ein Gymnasium und eine Grundschule geschlossen. An dem Gymnasium in Ludwigslust war eine Lehrerin positiv getestet worden an der Grundschule in Graal-Müritz im Landkreis Rostock ein Schüler. Mecklenburg-Vorpommern war am Montag als erstes Bundesland ins neue Schuljahr gestartet, am Donnerstag folgte Hamburg. Kommende Woche sind Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen dran.

Dabei haben mehrere namhafte Virologen zu Beginn des Schuljahres in mehreren Bundesländern vor dem Risiko von Corona-Infektionen unter Schülern gewarnt und Vorschläge für Vorsichtsmaßnahmen gemacht. «Fehlende Präventions- und Kontrollmaßnahmen könnten in kurzer Zeit zu Ausbrüchen führen, die dann erneute Schulschließungen erzwingen», heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie, die am Freitag verschickt wurde.

« Wir warnen vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie spielen »

Die Virologen - darunter Christian Drosten, Jonas Schmidt-Chanasit und Helmholtz-Forscherin Melanie Brinkmann - schreiben in ihrer Stellungnahme: «Wir warnen vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielen». Eine Unterschätzung der Übertragungsgefahren an Schulen wäre kontraproduktiv für das kindliche Wohlergehen und die Erholung der Wirtschaft. Für eine wirksame Unterdrückung der Virusausbreitung in der Gesamtgesellschaft bleibe es weiterhin Grundvoraussetzung, die Viruszirkulation in den Schulen niedrig zu halten. Die Experten schlagen mehrere Maßnahmen vor, um die Übertragungsrisiken in den Schulen zu minimieren.

Dazu gehört beispielsweise, die Klassengrößen abhängig von der Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren. Zudem sollten aus virologischer Sicht feste Kleingruppen definiert werden mit möglichst geringer Durchmischung der Gruppen im Schulalltag. Die Wissenschaftler sprechen sich außerdem für das «konsequente Tragen von Alltagsmasken in allen Schuljahrgängen auch während des Unterrichts» aus. «Dies sollte begleitet werden durch eine altersgerechte Einführung der Kinder in die Notwendigkeit und den Umfang von Präventionsmaßnahmen», heißt es. Wichtig ist aus Sicht der Virologen auch, dass «pragmatische Lösungen für einen verbesserten Luftaustausch» in den Schulen gefunden werden.

Sollte es gegen Jahresende zu einem kritischen Anstieg der Neuinfektionen kommen, und dabei auch Bildungseinrichtungen eine Rolle spielen, bringen die Virologen auch eine Ausdehnung der Weihnachtsferien ins Spiel, um die Zeiten mit höchster Infektionsaktivität zu verringern.

(L'essentiel/dpa)

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