Fall Lübcke

17. Juni 2019 10:59; Akt: 17.06.2019 14:07 Print

Verdächtiger verübte 1993 Rohrbombenanschlag

Tatverdächtiger im Fall Lübcke ist polizeibekannt. So soll er bereits im Alter von 20 Jahren wegen eines Bombenanschlags auf ein Flüchtlingsheim verurteilt worden sein.

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Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke übernommen. Das teilte eine Sprecherin der Behörde in Karlsruhe am Montag mit. Zuvor hatten andere Medien wie der SWR darüber berichtet.

Spezialkräfte hatten am frühen Samstagmorgen einen 45-Jährigen in Kassel festgenommen. Seit Sonntag sitzt er unter dringendem Mordverdacht in Untersuchungshaft. Sein Motiv ist bislang unklar.

Verbindungen in die rechtsextremistische Szene

Der Tatverdächtige soll nach Angaben aus Sicherheitskreisen zumindest in der Vergangenheit Verbindungen in die rechtsextreme Szene gehabt haben. Darüber hatten auch mehrere Medien berichtet.

Zu den Gründen für die Übernahme wollte sich die Sprecherin der Bundesanwaltschaft nicht äußern. Der Generalbundesanwalt verfolgt Taten terroristischer Vereinigungen. Ermittlungen gegen Einzeltäter kann er aber dann übernehmen, wenn dem Fall wegen dem Ausmaß der Rechtsverletzung und den Auswirkungen der Tat «besondere Bedeutung» zukommt.

DNA-Spur führte zum Tatverdächtigen

Die Festnahme geht den hessischen Ermittlern zufolge auf eine DNA-Spur zurück, die zu einem Treffer in einer Datenbank führte. Laut Süddeutscher Zeitung liegen über den Mann polizeiliche Erkenntnisse über Landfriedensbruch, Körperverletzung und Waffenbesitz vor. Wie FOCUS-Online berichtet wurde der Verdächtige vor 10 Jahren wegen eines Angriffs auf eine Demonstration von Gewerkschaftern verurteilt. Zeit-Online berichtet von einer Verurteilung aus dem Jahre 1993 wegen eines Rohrbombenanschlags auf eine Asylbewerberunterkunft. Der damals 20–jährige Tatverdächtige soll seinerzeit eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung erhalten haben.

Der 65-jährige Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha entdeckt worden. Er hatte eine Schussverletzung am Kopf und starb kurz darauf. Seither ermittelt eine mittlerweile 50-köpfige Sonderkommission.

Nach dem Tod Lübckes hatten hasserfüllte und hämische Reaktionen aus der rechten Szene im Internet für Empörung gesorgt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, wie sich manche in sozialen Netzwerken geradezu hermachten über dessen Tod, sei «zynisch, geschmacklos, abscheulich, in jeder Hinsicht widerwärtig».

(L'essentiel/dpa)

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