Analyse nach der Wahl

02. September 2019 19:54; Akt: 02.09.2019 19:59 Print

Jung und männlich – das Profil der AfD-​​Wähler

Die rechtspopulistische AfD hat bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg stark zulegt. Besonders geholfen haben jene Wähler, die sonst nie an die Urnen gehen.

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Die AfD sieht nach dem Erfolg bei den Landtagswahlen ihre Position in der deutschen Parteienlandschaft gestärkt. «Wir etablieren uns damit als Volkspartei», sagte Parteichef Jörg Meuthen am Montag. Der Ko-Vorsitzende Alexander Gauland sagte, die AfD habe in Sachsen und Brandenburg ein Ergebnis erzielt, «das nicht zulässt, uns auf Dauer in irgendeiner Weise außen vor zu lassen».

Die AfD kam dank massiver Stimmenzuwächse jeweils auf Platz zwei – in Sachsen hinter der CDU und in Brandenburg hinter der SPD. In Sachsen erreichte sie mit 27,5 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Wahl überhaupt.

1. Fast eine Viertelmillion Neuwähler mobilisiert

Wie Spiegel berichtet, hat die AfD so stark wie keine andere Partei von der gestiegenen Wahlbeteiligung profitiert. Rund 40 Prozent der Stimmen kamen von früheren Nichtwählern.

Das Wahlforschungsinstitut Infratest dimap hat die Zahl auf Grundlage eigener Befragungen und des vorläufigen Endergebnisses berechnet. Demnach gewann die AfD in Sachsen 246.000 ehemalige Nichtwähler. Mit diesem Zuwachs hat die Partei die absolute Zahl ihrer Wähler mehr als verdreifacht. Rund 80.000 Wähler holten die Rechtsextremen beim direkten Konkurrenten: Diese hatten zuletzt für die CDU gestimmt.

2. Bei jüngeren Wählern ist die Partei in Sachsen überraschend stark

Ein Blick auf die Wählergruppen in Sachsen zeigt, dass die AfD in vier von sechs Altersgruppen vorn liegt. In der Gruppe der Ü60 fallen die Rechtspopulisten zwar zurück, dafür sind sie bei den jungen Wählern besonders stark. Zwar erreicht die Partei in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen ihren schwächsten Wert, so der Spiegel – für Platz eins reicht das aber trotzdem.

3. Brandenburg: Stimmen der CDU, der Linken und der SPD gewonnen

Auch in Brandenburg mobilisierte die AfD rund 100.000 frühere Nichtwähler. Außerdem wechselten knapp 30.000 frühere CDU-Wähler zu ihr, zudem kamen Stimmen aus dem bisherigen SPD- und Linken-Lager. Damit holte die Partei in absoluten Zahlen mehr als doppelt so viele Wähler wie 2014.

4. Männer wählen AfD

Die AfD verdankt ihr Ergebnis in beiden Bundesländern vor allem männlichen Wählern. In Sachsen wählten 32 Prozent der Männer die Rechtspopulisten, dagegen nur 22 Prozent der Frauen. Bei allen anderen Parteien beträgt der Unterschied zwischen den Geschlechtern maximal einen Prozentpunkt – mit Ausnahme der CDU: Sie konnte bei 35 Prozent der Wählerinnen punkten und nur bei 29 Prozent der Wähler.

Sowohl in Sachsen wie auch in Brandenburg erreichen die Rechtspopulisten zudem Platz eins bei Menschen mit mittlerer Bildung: Im Durchschnitt stimmten 35 Prozent der Wähler für die AfD.

(L'essentiel/kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lsauber am 04.09.2019 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Festzustellen ist, dass hier im Netz unsachgemäß gegen eine Partei gehetzt wird, die demokratisch gewählt wurde u. andere Kommentare liniengetreu gelöscht wird.

  • lsauber am 06.09.2019 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll denn das Däumchen-Manipulieren???

  • jimbo am 07.09.2019 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echgeid dei och wielen!!! Firwat meckert jiddereen iwwert eng Partei dei een legal wielen daerf. Dat nennt een Demokratie!

Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 07.09.2019 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echgeid dei och wielen!!! Firwat meckert jiddereen iwwert eng Partei dei een legal wielen daerf. Dat nennt een Demokratie!

  • lsauber am 06.09.2019 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll denn das Däumchen-Manipulieren???

  • lsauber am 04.09.2019 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Festzustellen ist, dass hier im Netz unsachgemäß gegen eine Partei gehetzt wird, die demokratisch gewählt wurde u. andere Kommentare liniengetreu gelöscht wird.

  • Timon.lu am 04.09.2019 01:43 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsextremisten?

  • Karin T. am 03.09.2019 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Jung, männlich und keine Lust zum Arbeiten, so müsste es heissen.

    • @Karin T. am 03.09.2019 14:35 Report Diesen Beitrag melden

      Ich wollte auch grade vervollständigen: "Jung, männlich, ungebildet".

    • Sauber am 12.10.2019 22:57 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort an Karin T., nun ich ergänze Ihren Artikel mit den Worten "Undemokratisch"; denn egal, welche Einstellung Jedermann zu einer Partei hat, gilt das demokratische Gesetzt, der Respektierung u. nicht - wie das derzeit in den Medien von den Altparteien im deutschen Lande propogandiert wird - dass gegen eine demokratisch gewählte Partei - wie in der Nazi-Zeit - eine Hetzkampagne abgehalten wird u. Parteimitglieder tätlich angegriffen werden.

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