Linken-Politiker

06. Juni 2019 09:49; Akt: 06.06.2019 10:11 Print

Lafontaine warnt SPD vor völligem Niedergang

Die SPD müsse aufpassen, nicht das gleiche Schicksal wie die Genossen aus Italien und Frankreich zu erleiden: Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine warnt seine alte Partei.

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Oskar Lafontaine hält es für möglich, dass sich die SPD völlig auflöst. (Bild: DPA)

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Der frühere SPD-Chef und heutige Linken-Politiker Oskar Lafontaine hält einen völligen Niedergang der SPD für möglich. «In Italien oder Frankreich haben sich die sozialdemokratischen Parteien mehr oder weniger aufgelöst», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. «Das kann auch der SPD passieren, wenn sie ihre Politik nicht ändert.»

Die SPD verliere seit 1999 Wähler, weil die Regierung unter Gerhard Schröder und Joschka Fischer im Zusammenwirken mit CDU, CSU und FDP Gesetze verabschiedet habe, die die Hälfte der Bevölkerung in einem dramatischen Ausmaß schlechter stellten. «Daran hat sich bis heute nichts geändert. Das hat nur niemand in der SPD-Führung realisiert», sagte der Fraktionschef der Linken im saarländischen Landtag.

Schlechtestes Ergebnis bei bundesweiter Wahl

Die zurückgetretene Parteichefin Andrea Nahles sei nicht an Machogehabe in der SPD gescheitert, so Lafontaine. «Ach was, sie hat über Jahre ein erstaunliches Stehvermögen bewiesen», antwortete er auf eine entsprechende Frage. Lafontaine war selbst von 1995 bis 1999 SPD-Vorsitzender, bevor er 2005 aus der Partei austrat.

Die Sozialdemokraten hatten zuletzt bei der Europawahl ihr bislang schlechtestes Wahlergebnis bei einer bundesweiten Wahl eingefahren. Auch in ihrem Stammland Bremen mussten die Sozialdemokraten bei der Bürgerschaftswahl eine herbe Schlappe einstecken, erstmals seit der Nachkriegszeit siegte die CDU in Deutschlands kleinstem Bundesland. Am vergangenen Sonntag kündigte SPD-Partei- und -Fraktionschefin Andrea Nahles daraufhin ihren Rücktritt an.

(sw/L'essentiel/dpa)

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