Corona-Pandemie

04. September 2020 08:50; Akt: 04.09.2020 09:00 Print

Quarantänezeit soll auf fünf Tage verkürzt werden

Gesundheitspolitiker aus mehreren Fraktionen in Deutschland haben sich dafür ausgesprochen, die Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen zu verkürzen.

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Gesundheitspolitiker aus mehreren Fraktionen wollen die Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen verkürzen. (Bild: DPA/Lino Mirgeler)

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Gesundheitspolitiker aus mehreren Fraktionen haben sich dafür ausgesprochen, die Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen zu verkürzen. «Ich halte es für sehr sinnvoll, die Quarantänezeit auf fünf Tage zu begrenzen», sagte der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach der Welt. «Wir wissen, dass die allermeisten Menschen fünf Tage nach Beginn der Symptome nicht mehr ansteckend sind, auch wenn der PCR-Test noch ein positives Ergebnis ausweist.»

Der Berliner Virologe Christian Drosten hatte für eine Verkürzung plädiert, um die Akzeptanz der Maßnahmen in der Gesellschaft zu erhalten. Menschen mit Verdacht auf eine Infektion sollten sich nur noch fünf statt 14 Tage isolieren müssen. Mit diesem Vorschlag gehe er «bis an die Schmerzgrenze der Epidemiologie», sagte er am Dienstag in seinem NDR-Podcast. Er regte zudem an, die fünf Tage nicht für Tests zu «verschwenden», sondern erst nach Ablauf zu testen, ob die Betroffenen infiziert waren und noch infektiös sind.

Vorhandene Studienlage auswerten

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, sprach sich ebenfalls für eine lediglich fünftägige Quarantäne aus. Damit erhöhe man die Akzeptanz in der Bevölkerung und entziehe «zugleich den Verschwörungstheoretikern und Corona-Leugnern den Boden», sagte sie der Welt. Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche sagte: «Für die breite Masse der Bevölkerung kann es sinnvoll sein, bei Verdacht auf einen Kontakt mit einer infizierten Person zunächst in eine verkürzte Quarantäne zu gehen und diese mit einem negativen Test abzuschließen.» Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Detlev Spangenberg, sieht durch Drostens Aussage die Meinung der AfD bestätigt, «dass die bisherigen Maßnahmen überhastet und nicht ausgewogen angesetzt wurden».

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Karin Maag, verwies auf eine Prüfung zu dem Thema: Bund und Länder hätten das Bundesgesundheitsministerium und das Robert Koch-Institut damit beauftragt, «die vorhandene Studienlage zur Quarantäne auszuwerten – und dann im Austausch mit den europäischen Partnern einen Bericht vorzulegen». Auf dieser Basis werde dann entschieden, ob eine verkürzte Quarantäne angeraten werden könne.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 04.09.2020 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Lo beemol kommen mer rem zreck ze deem wat bai Viren allgemeng Üblech as. Am Uffank goufen nach Horroszenarien verbreed dass den Virus 3 Wochen an méi unstiechend wier.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco am 04.09.2020 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Lo beemol kommen mer rem zreck ze deem wat bai Viren allgemeng Üblech as. Am Uffank goufen nach Horroszenarien verbreed dass den Virus 3 Wochen an méi unstiechend wier.