Triell

20. September 2021 07:31; Akt: 20.09.2021 07:33 Print

Scholz kam beim Publikum am besten an

Zum dritten Mal trafen sich die zwei Kanzlerkandidaten und die Kanzlerkandidatin zur TV-Debatte. Der Tonfall bleibt sachlich, der Erkenntnisgewinn eher schmal.

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Mindestlohn, Hartz IV, Klimaschutz, Corona – zum letzten und dritten Mal vor der Bundestagswahl haben die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen in Dreierbesetzung vor einem großen Fernsehpublikum für ihre Positionen gekämpft. Dabei wurde an mehreren Stellen insbesondere in sozialen Fragen Übereinstimmung zwischen Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) deutlich. Sie setzten sich hier erkennbar von ihrem Unionsmitbewerber Armin Laschet ab.

Wesentlich neue Erkenntnisse brachte die sehr sachlich ausgetragene Debatte nicht. Laschet, Scholz und Baerbock wiederholten weitgehend ihre Positionen aus zahlreichen Wahlkampfreden und aus den beiden vorherigen Triells.

Was diesmal anders war

Anders als bei den beiden anderen Triells durften sich die Kandidaten in einer Runde gegenseitig Fragen stellen. Baerbock fragte Scholz nach der Bekämpfung der Geldwäsche in Deutschland. Laschet knüpfte daran an und wollte von Baerbock wissen, was sie sich von der für diesen Montag beantragten Sondersitzung des Finanzausschusses des Bundestags erwarte. Und Scholz konfrontierte Laschet mit der Weigerung der Union, die höheren Heizkosten durch die CO2-Bepreisung gleichermaßen auf Mieter und Vermieter aufzuteilen.

Worüber diskutiert wurde

In der 90-Minuten-Sendung wurde ein breites Spektrum von Themen angesprochen: Es reichte von der Höhe des Mindestlohns und der Hartz-IV-Sätze über Klimaschutz und Digitalisierung bis hin zu Corona-Bekämpfung und Pflege. Auch zu ihren Wunschkoalitionen und zu ihrem No Go bei Koalitionen wurden Scholz, Laschet und Baerbock befragt. Eine Koalition mit der AfD, ja auch nur Gespräch mit ihr, lehnten alle drei ab.

Was nicht zur Sprache kam

Außen- und Sicherheitspolitik war kein Thema des Triells, auch die Europapolitik kam nicht zur Sprache. Innenpolitisch fehlten beispielsweise die Themen Gesundheitssystem und Krankenversicherung oder Mieten. Nur am Rande spielten die Ermittlungen gegen die Geldwäsche-Zentralstelle des Zolls eine Rolle, um die es eine Woche zuvor noch einen harten Schlagabtausch gegeben hatte.

Wer kam am besten an?

Aus dem letzten TV-Dreikampf der Kanzlerkandidatinnen und -kandidaten ist SPD-Kandidat Olaf Scholz einer Umfrage zufolge als Sieger hervorgegangen. In einer am Sonntagabend nach dem TV-Triell vom Sender Sat1 veröffentlichten Forsa-Blitzumfrage gaben 42 Prozent der Befragten an, dass Scholz die 90-minütige Diskussion gewonnen habe. 27 Prozent sahen Unions-Kandidat Armin Laschet vorne, 25 Prozent die Grünen-Bewerberin Annalena Baerbock. Bei der Frage «Wen fanden Sie am glaubwürdigsten?» lag Scholz erneut vorn mit 37 Prozent. Danach folgte Baerbock mit 29 Prozent und Laschet mit 28 Prozent.

Wie es weitergeht

Die Auseinandersetzung bei den Sendern Sat.1, ProSieben und Kabeleins war das letzte Triell. Für noch immer unentschlossene Wählerinnen und Wähler wird es aber am kommenden Donnerstag (23.) eine weitere Möglichkeit geben, sich eine Meinung zu bilden. Dann tragen ARD und ZDF (20.15 Uhr) eine Schlussrunde mit den Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten aller im Bundestag vertretenen Parteien aus. Die Wahl findet am 26. September statt.

(L'essentiel/AFP/DPA/pco)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Man bekommt was man wählt am 20.09.2021 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    Je mehr Skandale und Betrügereien gegen den Staat desto eher wählbar für den Posten des Bundeskanzlers.

  • Talk-Shows am 21.09.2021 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gäste sind ein vorher ausgewähltes Publikum u. wenn ich richtig informiert bin, muß auch "Eintritt" bezahlt werden u. sowas nenne ich "Politik-Propaganda"!

  • Böhmermann hat Kongurenz am 20.09.2021 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wer dennoch wählen geht, scheint nicht wahrhaben zu wollen, was sich wirklich auf der politischen Bühne hinter den Vorhängen abspielt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • JP am 26.09.2021 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor denn Wahlen versprechen sie den Leuten das blaue vom Himmel,und danach fahren sie im gleichem Boot weiter sowie die alten,und Luxemburg ist es das gleiche,immer die lerren versprächungen!!

  • Talk-Shows am 21.09.2021 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gäste sind ein vorher ausgewähltes Publikum u. wenn ich richtig informiert bin, muß auch "Eintritt" bezahlt werden u. sowas nenne ich "Politik-Propaganda"!

  • Karl am 20.09.2021 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor der Wahl zeigen sich alle von der besten Seite, danach ??……….. Fcc

  • Böhmermann hat Kongurenz am 20.09.2021 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wer dennoch wählen geht, scheint nicht wahrhaben zu wollen, was sich wirklich auf der politischen Bühne hinter den Vorhängen abspielt.

    • Wie bitte? am 20.09.2021 13:50 Report Diesen Beitrag melden

      Kongurenz?! Was soll das sein?

    • Antwaort an Wie bitte am 20.09.2021 14:29 Report Diesen Beitrag melden

      Ach ja, ein Moralist im wahrsten Sinne, der nicht versteht, dass ein Tippfehler vorliegt, natürlich "Konkurenz"! Wer sonst keine Argument hat, bewertet "Gramatikfelhler"! Herr Oberlehrer, schade, dass ich nicht bei Ihnen im Schulunterricht war!!!!!Q

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  • Man bekommt was man wählt am 20.09.2021 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    Je mehr Skandale und Betrügereien gegen den Staat desto eher wählbar für den Posten des Bundeskanzlers.