Brandenburg (D)

21. Februar 2020 07:39; Akt: 21.02.2020 07:44 Print

Tesla darf für Fabrik weiter Wald abholzen

Tesla will in Brandenburg eine große Fabrik bauen. Dafür muss ein Wald weichen. Dies hat ein Gericht nun erlaubt.

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Die nach Beschwerden von Umweltschützern zunächst ausgesetzten Rodungen für das geplante Tesla-Werk in Brandenburg dürfen fortgesetzt werden. Dies entschied am Donnerstagabend das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg.

Die Eilanträge der Umweltschützer gegen die vorzeitige Gestattung der Waldrodung auf dem künftigen Tesla-Gelände seien zurückgewiesen worden, teilte das Gericht mit. Dieser Beschluss könne nicht angefochten werden.

Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die vorzeitigen Baumaßnahmen zu Recht von den Behörden bejaht worden seien.

Zudem habe die zuständige Behörde «den Ablauf der Einwendungsfrist im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung nicht abwarten müssen, weil sie über die erforderlichen Erkenntnisse verfügte, um die voraussichtliche Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens beurteilen zu können».

Industriefläche für Tesla-Elektroautos

Der US-Elektroautobauer Tesla will die Produktion im brandenburgischen Ort Grünheide bei Berlin im Juli 2021 starten und dort jährlich bis zu 500.000 Elektroautos herstellen.

Das Unternehmen von Elon Musk hat dafür ein als Industriefläche ausgewiesenes, teils bewaldetes Gelände gekauft. Vor einer Woche erhielt es vom Landesamt für Umwelt die Genehmigung, «auf eigenes Risiko» auf zunächst rund 90 Hektar Wald schon mit den Rodungsarbeiten zu beginnen - obwohl die endgültige Baugenehmigung noch nicht erteilt ist.

Kritik an den Naturschützern

Gegen die daraufhin begonnenen Baumfällarbeiten legten zwei Umweltverbände Beschwerde beim OVG ein. Wegen der Beschwerden hatte das OVG am Samstag einen vorläufigen Stopp der Arbeiten verfügt. Dieser wurde nun in der abschließenden Entscheidung des Gerichts zurückgenommen.

Die Beschwerden der Naturschützer hatten teilweise heftige Kritik ausgelöst, vor allem aus der Wirtschaft. Auch der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier warnte vor starken Verzögerungen des Prestige-Projektes. Selbst innerhalb der Umweltverbände war der Gang vor Gericht umstritten.

(L'essentiel/fss/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DustintheWind am 21.02.2020 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ein vom Gericht erlaubtes Verbrechen! Keine Gegenwehr und Demonstration auf dem Gelände von den Grünen zu sehen??!!??

    einklappen einklappen
  • Dusninja am 22.02.2020 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider ist die Überschrift falsch. Ein Wald ist ein natürlich gewachsenes Ökosystem, hier sieht man auf den Fotos, dass es sich um einen Forst handelt, künstlich, zwecks Holzgewinnung, Monokultur, Bäume linear gepflanzt. Wahrscheinlich kennen die Grünen den Unterschied und sagen deswegen nichts.

  • Frage am 24.02.2020 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind den die Umweltschützer mit ihrem Klimawahn.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Frage am 24.02.2020 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind den die Umweltschützer mit ihrem Klimawahn.

  • Daniel am 23.02.2020 01:38 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schlimme daran ist, daß es hier auch viel kaputten und verdichteten Boden gibt, den man für die Fabrik hätte nutzen können. Aber nein, man muß unverbrauchten, weichen Boden dafür verwenden.

  • Dusninja am 22.02.2020 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider ist die Überschrift falsch. Ein Wald ist ein natürlich gewachsenes Ökosystem, hier sieht man auf den Fotos, dass es sich um einen Forst handelt, künstlich, zwecks Holzgewinnung, Monokultur, Bäume linear gepflanzt. Wahrscheinlich kennen die Grünen den Unterschied und sagen deswegen nichts.

  • Frank Lentz am 21.02.2020 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Es handelt sich ja um "ein als Industriefläche ausgewiesenes" Grundstück. Also für mich ist es nur normal, dass es dann auch für die Industrie genutzt wird, ob nun für Tesla oder eine andere Firma. Dann hätten die Proteste viel früher, sprich bei der Landesplanung stattfinden müssen.

  • De_klenge_Fuerzkapp am 21.02.2020 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Die Dummheit ist unendlich . . .